Der chinesische Zellhersteller Contemporary Amperex CATL will eine Batteriefabrik in Europa bauen und zieht dabei offenbar auch Deutschland in die engere Wahl. Chairman Zeng Yuqun sagte in einem Interview, die Entscheidung stehe kurz bevor. Einer ungenannten Quelle zufolge soll es dabei um Ungarn, Polen oder Deutschland gehen. CATL hat ehrgeizige Pläne und will Tesla den Rang als weltgrößtem Batteriehersteller für Elektroautos streitig machen.

Produktionsvolumen von 50 Gigawattstunden jährlich geplant

CATL (Contemporary Amperex Technology Ltd.) ist erst seit 2011 im Markt vertreten und schon einer der größten Hersteller von Batteriezellen in China. Es beliefert dort die größten Hersteller von Elektroautos, nachdem das Unternehmen ursprünglich Lithium-Ionen-Akkus für Konsumelektronik herstellte. CATL will in Kürze an die Börse gehen und plant eine neue Fabrik an seinem Hauptsitz Ningde, welche die Produktionskapazitäten verfünffachen würde. Bis 2020 will man das Produktionsvolumen auf 50 GWh steigern. Der Börsengang soll umgerechnet rund zwei Milliarden US-Dollar in die Kassen spülen. Die geplante Megafabrik in China wird umgerechnet 1,3 Milliarden Dollar kosten.

Deutsche Hersteller schrecken vor eigener Zellfertigung zurück

In Europa sucht das Unternehmen einen Standort zu möglichst niedrigen Kosten. Deutschland könnte für die Chinesen trotz höherer Lohnkosten wegen der Nähe zu Herstellern wie BMW, VW, Mercedes und Audi attraktiv sein. Obwohl die Politik Druck macht und um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller fürchtet, gibt es in Deutschland keinen Autohersteller, der in eine eigene großangelegte Batteriezellfertigung investieren will. Deutsche Hersteller haben auch kein Interesse, sich am deutschen Konsortium TerraE oder dem schwedischen Startup Northvolt zu beteiligen. Das ergab eine Befragung der Zeitschrift Automobilwoche. Erst kürzlich hatte auch Autozulieferer Bosch entschieden, keine eigene Zellfertigung aufbauen zu wollen.

CATL kooperiert bereits mit namhaften Herstellern

Asiatische Hersteller sind weniger zurückhaltend. Gerade baut LG Chem eine Batteriefabrik im polnischen Breslau, um von dort namhafte Autohersteller zu beliefern. Auch CATL setzt große Hoffnungen in Europa und hat Niederlassungen in Berlin und München eröffnet. Zu seinen europäischen Kunden gehört auch der französische Autobauer PSA. Mit diesem entwickelt CATL derzeit Akku-Lösungen für die für 2019 geplanten Modelle. Außerdem ist das Unternehmen am finnischen Automobilzulieferer Valmet Automotive beteiligt. In China kooperiert CATL schon seit 2011 mit BMW, und auch VW hat den Hersteller als Batteriezulieferer für seine dort hergestellten E-Modelle ausgewählt. Und auch Nissan will Berichten zufolge CATL-Batterien in einem neuen Elektromodell für den chinesischen Markt einsetzen. Das ist allerdings noch nicht offiziell bestätigt.

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Quellen / Weiterlesen:
Adding Power To The Future Of Mobility | CATL
Chinese EV Battery Giant Zeroes In on Its First Europe Plant | Bloomberg
Chinesischer Batteriehersteller CATL kommt nach Deutschland | Automobilwoche
Batteriezellen-Fertigung: „Wir sind in Europa fünf Jahre zu spät dran“ | ecomento.de
Bildquelle: Pixabay

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