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Bei den Investitionen in erneuerbare Energien ist China weltweit führend. Seitdem die chinesische Regierung Ende 2017 auch zur Stärkung von Batteriespeichern für erneuerbare Energien aufrief, hat dieser Bereich enorm zugelegt. Im ersten Halbjahr 2018 hat sich die installierte Kapazität an Batteriespeichern fast verdoppelt. Im Vergleich mit den Produktionszahlen für die Elektromobilität ist das trotzdem nicht viel.

340 Megawatt neue Batteriekapazität

Zwischen Januar und Juni wurden diverse chinesische Energiespeicherprojekte verschiedener Größe angekündigt. Rechnet man alle fertigen, geplanten oder im Bau befindlichen Projekte zusammen, kommt man auf eine Speicherkapazität von 340 Megawatt. Dieser Zuwachs ist riesig, wenn man bedenkt, dass die gesamte installierte Kapazität Ende 2017 bei 389 Megawatt lag. Bis August lag der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr bereits um 281 Prozent höher.

Batteriespeicher helfen die Stromversorgung sichern

Die Industrie spricht deshalb von einem der bisher wichtigsten Jahre für den chinesischen Batteriesektor, sollten alle Projekte pünktlich in Betrieb gehen. Die Batteriespeicher nehmen überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind auf, der nicht gleichmäßig anfällt, und geben ihn bei Bedarf flexibel wieder ab. Sie sollen auch fossile Kraftwerke ersetzen, die in Zeiten hoher Nachfrage einspringen und die Stromversorgung sichern. Zum Beispiel dann, wenn im Sommer viele Menschen gleichzeitig von der Arbeit nach Hause kommen und ihre Klimaanlagen einschalten.

Noch haben Pumpspeicher die Nase vorn

Doch obwohl die Zahlen beeindrucken, ist der Zuwachs an Batteriekapazität bezogen auf Chinas Bevölkerungsgröße und die Größe des Landes gar nicht so überwältigend groß. Erst recht nicht verglichen mit einer anderen Speichertechnologie, die China nutzt: Dort sind Pumpspeicherkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 30 Gigawatt am Netz, was etwa 40 Mal so viel ist, wie Batterien aktuell abdecken. Pumpspeicherkraftwerke nutzen Überschussstrom, um Wasser an höher gelegene Stellen zu pumpen. Bei Bedarf fließt dieses Wasser wieder nach unten und treibt dabei Turbinen an, die Strom erzeugen.

Über die Hälfte aller Elektroauto-Batterien kommen aus China

Und noch beeindruckender ist der Umfang der Batterieproduktion für Elektrofahrzeuge: 2017 lag die Gesamtproduktion bei etwa 40 Gigawattstunden. Das heißt, dass in China Batterien für über die Hälfte aller Elektroautos herstellt, die letztes Jahr weltweit verkauft wurden. Deshalb entstehen dort gerade die größten Batteriefabriken der Welt, während Europa in diesem Bereich noch um Anschluss ringt.

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Quellen / Weiterlesen:
China added as much battery-storage capacity in 2018 as all previous years combined | Quartz
Bildquelle: Wikipedia – By User:Vmenkov [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5 ]

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1 KOMMENTAR

  1. Also zunächst einmal fällt bei diesem Bericht auf, dass dem Leser Leistung als Energie verkauft werden soll – z.B. in der Aussage: „340 Megawatt neue Batteriekapazität“. Batteriekapazitäten werden aber bekanntlich nicht in Watt, sondern in Amperestunden gemessen – allgemein wird Energie in Wattstunden und nicht in Watt angegeben.

    Es stellt sich also zunächst die Frage, ob der Autor lediglich die Maßeinheiten verwechselt hat. Ein wenig Recherche genügt, um herauszufinden, dass dies wohl nicht der Fall ist. Somit wird aber lediglich die maximale kombinierte Abgabeleistung dieser Anlagen angegeben. Darüber, wie viel Strom diese Anlagen speichern können, macht diese Zahl gar keine Aussage. (Nach meinen eigenen Recherchen sind das gerade einmal ca. 455 MWh.)

    Außerdem unterschlägt der Bericht, dass sich unter diesen Anlagen auch einige “thermal power plant plus energy storage” Anlagen befinden.

    Besonders spaßig wird es aber, wenn man die (laut Artikel „beeindruckenden“) gemeldeten 340 MW ins Verhältnis zur installierten Kraftwerksleistung von 1.777.030 MW setzt – oder wenn man bedenkt, dass die in Deutschland vorhandenen Pumpspeicherkraftwerke gemeinsam eine Speicherkapazität von etwa 40.000 MWh (und eine Nennleistung von etwa 7.000 MW) haben, während 2017 die Stromerzeugung in Deutschland bei 654,8 TWh lag und China in diesem Zeitraum immerhin 6.417,9 TWh erzeugt hat. Denn dann wird schnell klar, dass es sich bei der Sensationsmeldung in Wirklichkeit um den berühmten Tropfen auf dem heißen Stein handelt.

    Dass auch China Pumpspeicherkraftwerke hat, weiß der Autor immerhin:
    „Dort sind Pumpspeicherkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 30 Gigawatt am Netz, was etwa 40 Mal so viel ist, wie Batterien aktuell abdecken.“
    Hmmm, 30.000 MW : 389 MW = 77
    Wie kommt man da lediglich auf den Faktor 40? Achso – indem man einfach alle aktuell geplanten Batteriespeicher schonmal beim „aktuell abdecken“ dazu zählt…

    Wirklich interessant ist aber, wie bereits erwähnt, nicht die Nennleistung des Speichers, sondern seine Speicherkapazität. Allein das Pumpspeicherkraftwerk Huizhou (8 Generatoren zu je 300 MW = 2.400 MW) verfügt über eine Speicherkapazität von 34.065 MWh – also etwa 75 mal so viel, wie alle „beeindruckenden“ aktuell geplanten Batterieprojekte zusammen.
    https://baike.baidu.com/item/%E6%83%A0%E5%B7%9E%E6%8A%BD%E6%B0%B4%E8%93%84%E8%83%BD%E7%94%B5%E7%AB%99
    (Beim „allwissenden“ Wikipedia ist die Speicherkapazität dieser Anlage leider nicht zu finden.)

    Man kann also zumindest grob überschlagen, welchen Anteil die teuren Batteriespeicher an der chinesischen Gesamtspeicherkapazität haben – bzw. demnächst haben werden…

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