Das Interesse an der Speicherförderung in Bayern ist riesig: In den ersten vier Wochen gingen schon 1.800 Anträge für den Kaufzuschuss ein. Antragsteller müssen allerdings mit langen Bearbeitungszeiten rechnen.

Bis zu 3.200 Euro Förderung pro Stromspeicher

Im PV-Speicher-Programm fördert Bayern Solarspeicher mit einer Nutzkapazität zwischen 3 und 30 Kilowattstunden, die zusammen mit einer neuen PV-Anlage errichtet werden. Je nach Kapazität zahlt der Freistaat zwischen 500 und 3.200 Euro pro Speicher als Zuschuss. Hinzu kommen weitere 200 Euro, wenn Hausbesitzer auch eine private Ladesäule für Elektroautos errichten. Der Speicherbonus ist Teil des 10.000-Häuser-Programm in Bayern und soll den dezentralen Ausbau der Photovoltaik-Nutzung im Freistaat voranbringen.

Lange Wartezeiten

Wegen der vielen Anträge müssen sich Antragsteller allerdings gedulden. Der Bayerische Rundfunk berichtete, es könne zu langen Wartezeiten bei der Bewilligung kommen. Eine Sprecherin des bayrischen Wirtschaftsministeriums bestätigte dies. Bereits beim Vorgängerprogramm mussten Antragsteller offenbar bis zu ein Jahr lang warten, einige gingen auch leer aus.

Förderbedingungen nachträglich vereinfacht

Um förderfähig zu sein, muss ein Speicher neben der Mindestkapazität auch eine Schnittstelle zur Kommunikation und Fernsteuerung haben. Ein intelligentes Energiemanagementsystem ist ebenfalls Pflicht, sowie eine Zeitwertersatzgarantie von über 10 Jahren.

Gestrichen hat das Wirtschaftsministerium dagegen die Bedingung, dass die Entladeleistung mindestens 0,5-mal (0,5C) dem Wert der Speicherkapazität entsprechen muss. Denn viele Solarspeicher erfüllen diese Voraussetzung nicht. Man wolle innovative Speichertechniken und große Speicher nicht ausschließen, hieß es. Trotzdem empfiehlt das Ministerium, beim Kauf eines Speichersystems auf eine möglichst hohe Entladeleistung zu achten. Dann könne man auch einen kurzfristig höheren Strombedarf im Haus abdecken und leichter an einem künftigen lokalen Strommarkt teilnehmen, hieß es.

Antragstellung nur für neue Projekte möglich

Welche Speicher förderfähig sind, können Antragsteller einer Liste entnehmen, die das Netzwerk Carmen erstellt hat und laufend aktualisiert. Die Speicherförderung wird online beantragt und ist nur für Projekte möglich, die sich bei Antragstellung noch nicht im Bau befinden. Die Antragsteller dürfen auch noch keinen Auftrag an einen Fachbetrieb erteilt haben. Nach Beantragung können die nötigen Unterlagen dann zwei Monate lang nachgereicht werden.

Die Speicherförderung in Bayern soll bis 2022 laufen. Die Mittel von 24 Millionen Euro dürften beim jetzigen Ansturm aber schon diesen Herbst aufgebraucht sein.

Quellen / Weiterlesen

Ansturm auf Bayerns Photovoltaik-Speicherförderung – bisher fast 1800 Anträge | pv magazine
Bayern streicht 0,5C-Wert rückwirkend aus seiner Photovoltaik-Speicherförderung | pv magazine
Förderfähige Batteriespeicher im 10.000-HäuserProgramm | C.A.R.M.E.N. e.V.
Bildquelle: Wikipedia – Hansueli Krapf This file was uploaded with Commonist. [CC BY-SA 3.0]
Prof. Dr. Johann Nagengast
Nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und Promotion zum Thema „Outsourcing von Dienstleistungen“ an der Universität Regensburg war Johann Nagengast in verschiedenen internationalen Unternehmen in führenden Positionen tätig. Seit 2001 ist er Professor für Internationales Management und Project Management an der Technischen Hochschule Deggendorf. Als Trainer, Coach und Berater ist er intensiv in verschiedenen internationalen Projekten tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der praxisnahen und pragmatischen Vermittlung und unternehmensspezifischen Anwendung aller Aspekte des Projektmanagements.

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