Dieselfahrzeuge belasten die Luft mit Stickoxiden, doch eigentlich gilt Feinstaub als viel gefährlicher. Besonders Ultrafeinstaub, der von modernen Benzinern mit Direkteinspritzung ausgestoßen wird, kann der Gesundheit massiv schaden.

Je kleiner die Feinstaubpartikel, desto gefährlicher

Die Partikelgröße von Feinstaub wird in Mikrometern angegeben. Teile, die kleiner sind als 10 Mikrometer, bezeichnet man als PM10. Noch feiner sind Partikel der Größe PM2,5 und der besonders feine Ultrafeinstaub, dessen Partikel kleiner als 0,1 Mikrometer sind. Mit bloßem Auge kann man Feinstaub nicht wahrnehmen, trotzdem nehmen wir ihn jeden Tag mit der Atemluft auf. Je kleiner ein Partikel, desto tiefer kann er in den Körper eindringen.

Das Risiko für Asthma, Infarkte und Schlaganfälle steigt

Größere Feinstaubteilchen können noch von Schleim und Haaren gefiltert werden. In der Luftröhre können Haare größere Teilchen wieder nach oben transportieren. Außerdem zersetzen Abwehrzellen die Feinstaubpartikel. Werden es jedoch zu viele Partikel, ist dieser natürliche Abwehrmechanismus überfordert. Das Gewebe entzündet sich, und das führt zu verschiedenen Krankheiten: Asthma, Bronchitis oder Mittelohrentzündungen können die Folge sein.

Der besonders kleine Ultrafeinstaub erreicht die Lungenbläschen, was die Sauerstoffaufnahme gefährdet. Hinzu kommt, dass die Partikel oft zusätzlich mit Giftstoffen belastet sind und deshalb das Erbgut schädigen können. Das kann bis zu Lungenkrebs führen. Ultrafeinstaub gelangt über die Lunge auch in die Lymph- und Blutbahnen, er kann die Adern verengen und so das Risiko für Thrombosen und Herzinfarkte erhöhen. Die winzigsten Partikel schaffen es sogar bis ins Gehirn und erhöhen das Risiko für Schlaganfälle oder Alzheimer.

Kinder und Kranke sind besonders gefährdet

Besonders gefährdet durch Feinstaub sind Kinder, deren Abwehr noch nicht so ausgeprägt ist: Untersuchungen haben gezeigt, dass Stadtkinder oft eine schlechtere Lungenfunktion haben. Und schon ein kurzzeitiger Anstieg der Feinstaubkonzentration erhöht besonders bei Kleinkindern die Anfälligkeit für tiefe Atemwegsinfektionen. Auch Menschen, die schon an chronischen Atemwegserkrankungen leiden, sind durch Feinstaub stärker gefährdet. Sie sollten bei erhöhten Feinstaubwerten größere Anstrengungen vermeiden.

Wie kann man sich vor Feinstaub schützen?

Laut Umweltbundesamt sterben jedes Jahr 45.000 Menschen vorzeitig durch Feinstaub, die EU geht von 60.000 Todesfällen aus. Der Hauptverursacher in den Städten ist der Straßenverkehr, aber auch Verbrennungsprozesse in der Industrie sind eine wichtige Quelle. Auch in Haushalten entstehen große Mengen Feinstaub. Schützen kann man sich nur begrenzt, wenn man nicht in einer ländlichen Gegend wohnt. Zuhause gilt: Lieber draußen rauchen, beim Kochen eine Dunstabzugshaube nutzen, nach dem Ausblasen von Kerzen gut lüften und einen Staubsauger mit Feinstaubfilter anschaffen.

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Quellen / Weiterlesen:
Wie schädlich ist Feinstaub? | Spiegel Online
Feinstaub fördert tiefe Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern | aerzteblatt.de
Bildquelle: Wikipedia – Von AndreasHeinemann at Zeppelinzentrum Karlsruhe, Germany http://www.rad-zep.de, CC BY 2.5

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. Vielen Dank für die eindringliche Warnung vor den eklatanten Gesundheitsgefahren durch Feinstaub. Der Straßenverkehr mit Verbrennungsmotoren steigert durch Feinstaub- und NOx-Emissionen die Sterblichkeit in Deutschland um jährlich mindestens 10 Tausend Opfer. Ein beschleunigte Umstellung auf E-Autos könnte die Lebenserwartung in Deutschland also spürbar erhöhen. Diesem Punkt wird in anderen Veröffentlichung rund um E-Autos leider keine Aufmerksamkeit geschenkt.
    Dort geht es meist ausschließlich um die CO2 Emission und den angeblichen Nachteilen, die E-Autos dabei hätten. Selbst wenn dies der Fall wäre (was es aber nicht ist), würde dies die Lebenserwartung nicht tangieren, den CO2 ist nicht gesundheitsschädlich. Um etwas gegen CO2 und CH4 und den verbundenen Anstieg des Meeresspiegels zu tun, müsste man schon der Bevölkerungsexplosion (speziell in Afrika) entgegenwirken, was auch aus humanen Gründen sehr wichtig wäre und ebenfalls totgeschwiegen wird.

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