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Feinstaub schädigt die Gesundheit und kann zu ernsthaften Atemwegserkrankungen, Krebs und Diabetes führen. Wir atmen die feinen Partikel nicht nur dann ein, wenn wir im Freien unterwegs sind – in der eigenen Wohnung ist die Feinstaubbelastung oft noch höher als in der Außenluft. Während man sich draußen kaum schützen kann, kann in der Wohnung ein Raumluftfilter helfen.

Studie aus China belegt Wirksamkeit von Luftfiltern

Feinstaub in der Wohnung entsteht beim Kochen, durch Drucker, Kerzen und Zigaretten, auch der Staubsauger stößt gefährlichen Ultrafeinstaub aus, wenn er nicht mit einem Filter ausgerüstet ist. Und je näher man an einer stark befahrenen Straße wohnt, desto mehr Feinstaub vom Straßenverkehr gelangt in die Wohnung. Eine letztes Jahr in China durchgeführte Studie zeigt, dass Luftfilter die Feinstaubmenge in den eigenen vier Wänden erheblich senken kann. Für die Untersuchung wurden 17 Studentenwohnheime in Shanghai mit Luftreinigungsgeräten ausgestattet. Nur in einem Teil der Geräte, die die Forscher neun Tage lang laufen ließen, befand sich tatsächlich ein Luftfilter.

Während des Versuches atmeten die Studenten mit Luftfilter im Tagesmittel 24 Mikrogramm kleinteilige Feinstaubpartikel pro Kubikmeter Luft ein. Das liegt knapp unter dem EU-Grenzwert von 25 µg/m³. Bei den Studenten ohne Filter im Gerät lag die Belastung mit 53 Mikrogramm weit darüber. Die Folgen: Die Studenten, die ein wirkungsloses Gerät im Zimmer stehen hatten, hatten schlechtere Insulinwerte, höhere Entzündungswerte und einen signifikant höheren Blutdruck als die Studenten, deren Luftreiniger tatsächlich funktionierte. Diese Symptome begünstigen die Entstehung von Diabetes und Herzerkrankungen.

Die Geräte filtern neben Feinstaub auch andere Schadstoffe

Raumluftfilter werden schon länger von Pollenallergikern eingesetzt. Sie saugen die Umgebungsluft ein, filtern die Partikel heraus und geben die gereinigte Luft wieder ab. Sie wirken nicht nur gegen Feinstaub und Pollen. Sogenannte Adsorptionsfilters wirken auch gegen gasförmige Schadstoffe wie Stickoxide und Ozon und gegen Gerüche wie Zigarettenrauch. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Filter möglichst leise arbeitet und nicht zu klein ist. Die Hersteller der Geräte geben hinsichtlich der Raumgröße Empfehlungen ab. Je nach Art des Filters muss man mit Kosten zwischen 100 und 1.000 Euro rechnen.

Wem das zu teuer ist, der sollte sich zumindest viele Pflanzen in die Wohnung stellen, da diese die Feinstaubkonzentration (wenn auch sehr überschaubar) verringern können. Was auf jeden Fall hilft, ist regelmäßiges Lüften, vor allem, wenn man Kerzen ausgeblasen oder einen Drucker benutzt hat. An viel befahrenen Straßen kann es sinnvoll sein, eher in Zeiten mit weniger Verkehr zu lüften. Regelmäßig feucht wischen hilft ebenfalls.

Im Freien hilft nur, stark belastete Gegenden zu meiden

Draußen kann man sich vor den feinen Teilchen übrigens kaum schützen. Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege sollten die Hotspots an Tagen mit hoher Belastung meiden und Nebenstraßen nutzen. Beim Autofahren sollte man möglichst die Fenster geschlossen halten, Manche Hersteller bieten auch Innenraumfilter gegen Feinstaub an, deren Wirkung aber noch nicht erwiesen ist. Gegen Stickoxide sind sie ohnehin wirkungslos. Auch Atemmasken für Fußgänger, wie man sie in Asien oft sieht, wirken nicht gegen Stickoxide oder den besonders gefährlichen Ultrafeinstaub.

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Quellen / Weiterlesen:
Feinstaub im Herzen | Frankfurter Allgemeine
So schützen Sie Ihre Gesundheit vor Feinstaub | Women’s Health
Verhaltenstipps bei hohen Schadstoffwerten | SWR
Bildquelle: flickrDAVID HOLT

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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