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US-Präsident Trump will für die nächsten fünf Jahre Importzölle auf Solarmodule und kristalline Solarzellen einführen. Sie betragen zunächst 30 Prozent und sinken in den nächsten Jahren sukzessive auf 15 Prozent, gab der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer bekannt. Mit der Entscheidung, die für sämtliche Länder gilt, will Trump die heimische Solarindustrie schützen. Bisher werden 80 Prozent der in den USA verbauten Module importiert.

Solar-Branchenverband hatte sich gegen Zölle ausgesprochen

Die Entscheidung folgte auf eine Beschwerde der US-Solarhersteller Sunvia, SolarWorld Americas und First Solar, die sich durch asiatische Billiganbieter benachteiligt sehen. Auch die Internationale Handelskommission der USA hatte eine Schädigung der amerikanischen Solarindustrie durch importierte Solarzellen und -module festgestellt. Die Schiedsstelle hatte sogar teilweise noch höhere Schutzzölle gefordert. Der Branchenverband Solar Energy Industry Association (SEIA) hingegen hatte sich gegen die Einführung von Zöllen ausgesprochen. Der Verband sieht durch verteuerte Komponenten mindestens 23.000 Arbeitsplätze in der Solarindustrie gefährdet, wenn jetzt geplante Investitionen in Solarprojekte auf Eis gelegt werden. Mit Blick auf die Modulhersteller in den USA sind Solarzellen mit einer Gesamtleistung von 2,5 Gigawatt jährlich von den Zöllen befreit. In den USA produziert lediglich Panasonic (für Tesla) und SolarWorld selbst Solarzellen. Tesla hatte sich allerdings im vergangenen Jahr gegen die Initiative von Sunvia und der anderen Hersteller ausgesprochen.

China und Südkorea kündigten Beschwerden bei der WTO an

Kritik an der Entscheidung kam aus China und Südkorea. Von dort stammt ein guter Teil der jetzt mit Zöllen belegten Produkte. Der größte Teil kommt allerdings aus Malaysia. Südkorea hat bereits angekündigt, Beschwerde bei der Welthandelsorganisation WTO einzureichen, während das chinesische Handelsministerium „starke Unzufriedenheit“ äußerte. China werde seine Interessen gemeinsam mit anderen WTO-Mitgliedern verteidigen, hieß es. Vergeltungsmaßnahmen wie die existierenden Importzölle auf Polysilizium sind ebenfalls denkbar.

Schwerer Schaden für die US-Solarindustrie befürchtet

In den USA sieht man Trumps Entscheidung auch als einen Schlag gegen erneuerbare Energien. Er wolle die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien unterminieren, vermutet die Unternehmensberatung Bloomberg. Die Entscheidung werde weitreichende Konsequenzen für die gesamte Energiewelt haben. US-Projektierer haben sich zwar in Erwartung der Entscheidung schon in den letzten Monaten mit Modulen versorgt. Manche Projekte wurden allerdings bereits gestoppt.

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Quellen / Weiterlesen:
USA: Trump verhängt Zölle für Photovoltaik-Importe von 30 Prozent | pv magazin
Trump-Regierung verhängt Einfuhrzölle auf Solarzellen | golem.de
Trump verhängt Strafzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen | Zeit Online
Trump verhängt Strafzölle | Erneuerbare Energien
Bildquelle: Pixabay

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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