Das Energiegeschäft von Tesla wird in der Öffentlichkeit oft nur dann wahrgenommen, wenn ein neuer Großspeicher ans Netz geht. Doch die Aktivitäten des Autobauers gehen viel weiter: Schon heute bietet die Software von Tesla Energy umfangreiche Funktionen zur Steuerung des Energiesystems aus erneuerbaren Energien.

„Autonomous Control“: Ökosystem aus Softwarelösungen

Die Software-Suite „Autonomous Control“ von Tesla ist ein Bündel aus verzahnten Lösungen. Sie kann Batteriespeicher wie Megapack und Powerwall, virtuelle und echte Kraftwerke sowie die Batterien der Tesla-Fahrzeuge im Sinne der Netzstabilität steuern und gleichzeitig einen ökonomischen Mehrwert für den Besitzer herausholen. Dafür liefert die Software die nötigen Prognosen und Optimierungen, alles automatisiert und auf Basis von maschinellem Lernen. Mit diesem Angebot und seinem Geschäftsbereich Tesla Energy ist Tesla schon heute in 40 Ländern an über 1.000 Standorten aktiv.

Echtzeit-Handelsplattform Autobidder

Zum Beispiel mit dem Autobidder: Diese Echtzeit-Handelsplattform ermöglicht es Stromerzeugern, Stromversorgern und Kapitalpartnern, mit Stromspeichern automatisiert Geld zu verdienen. Der Autobidder wird beispielsweise eingesetzt, um die Erträge des Großspeichers Hornsdale Power Reserve in Südaustralien zu maximieren. Der Autobidder ermöglicht die Teilnahme am Stromhandel und an Netzdienstleistungen.

Die intelligente Steuerungsplattform Powerhub

Der Tesla Powerhub ist eine Überwachungs- und Steuerungsplattform für echte und virtuelle Kraftwerke sowie Microgrids. Er ist interessant für Facility Manager und Kraftwerksbetreiber, die Effizienz, Betriebszeit und den Anlagenwert ihrer Kraftwerke maximieren wollen. Zum Powerhub gehört der Microgrid Controller, der die Netzstabilität von Microgrids autonom aufrechterhält und die Betriebskosten aller integrierten Stromerzeugungsquellen senkt. Er bietet intelligente Last- und Solarstromprognosen, eine Echtzeitsteuerung von parallelen Stromquellen sowie variable Ökostromerzeugung.

Energieertrag optimieren mit Opticaster

Zur Autonomous Control-Suite gehört weiterhin die Software Opticaster. Sie soll wirtschaftliche Vorteile und Nachhaltigkeitsziele für dezentrale Energieressourcen maximieren. Sie basiert auf maschinellem Lernen und prognostiziert und optimiert den Energieertrag in Echtzeit. Opticaster ist für Facility Manager, Geschäftsinhaber und Erneuerbare-Energien-Entwickler gedacht, um Stromkosten zu senken, den Verbrauch von erneuerbaren Energien zu erhöhen und grünen Strom dann ins Netz einzuspeisen, wenn die Nachfrage hoch ist.

Virtual Machine Modus: Stabilitätspuffer für moderne Energiesysteme

Der Virtual Machine Modus ist besonders dafür gedacht, das Stromnetz im Falle einer Netzstörung zu stabilisieren, indem er die mechanische Trägheit herkömmlicher Stromnetze abbildet. Diese mechanische Trägheit von fossilen Kraftwerken wirkt normalerweise wie ein natürlicher Stabilitätspuffer, der aber wegfällt, wenn der Strom zunehmend aus Wind und Sonne stammt. Megapack-Wechselrichter mit Virtual Machine Modus sorgen deshalb für eine hohe Netzresilienz bzw. Ausfallsicherheit. Der Speicher Hornsdale Power Reserve in Südaustralien liefert allein durch den Virtual Machine Modus bis zu 3.000 MWs Trägheit. Das entspricht etwa der Hälfte des Trägheitsbedarfs in dem australischen Bundesstaat.

Tesla auf dem Weg zum Energiedienstleister

Elon Musk weist schon lange immer wieder darauf hin, dass Teslas Energiesparte langfristig ebenso wichtig sein wird wie das Autogeschäft. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung ging es dabei bisher hauptsächlich um die Aktivitäten im Bereich Großspeicher wie etwa in Südaustralien. Inzwischen dürfte klar sein, dass Tesla im Bereich Energiedienstleistungen längst als ernsthafter Player unterwegs ist. Auch wenn Tesla in diesem Markt nicht allein ist: Das Ökosystem aus Auto, Batterien, Solarmodulen, Wechselrichtern und der passenden Softwarelösung ist einzigartig und erlaubt bei Bedarf die schnelle Anpassung und Optimierung jedes einzelnen Elements.

Quellen / Weiterlesen

Powerhub, Autobidder und Co.: Wie Tesla Energy das Betriebssystem für die Energieversorgung der Zukunft entwickelt | Cleanthinking
Tesla Energy Software | Tesla
Bildquelle: © Tesla

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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