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Next Kraftwerke und Jedlix schließen sich zusammen und stabilisieren das Stromnetz mit Elektroautos. Im Rahmen eines Pilotprojekts, das der niederländische Übertragungsnetzbetreiber TenneT ausgeschrieben hat, sollen Elektrofahrzeuge Sekundarregelenergie liefern.

Next Kraftwerke vermarktet die Leistung am Regelenergiemarkt

Das Projekt startet Anfang 2019 in den Niederlanden. Übertragungsnetzbetreiber TenneT will testen, ob es technisch machbar ist, die Batterien von Elektroautos für die sogenannte Sekundärreserve zu nutzen. Jedlix stellt dafür seine intelligente Ladeplattform bereit. Next Kraftwerke als Betreiber eines virtuellen Kraftwerks wird die Anbindung an den Übertragungsnetzbetreiber herstellen und die vernetzte Leistung am Regelenergiemarkt verkaufen.

Finanzieller Anreiz für Jedlix-Kunden

Das Geschäftsmodell von Jedlix ist das automatische Laden von Elektroautos abgestimmt auf Produktion und Verbrauch von Erneuerbaren Energien. Geladen wird dann, wenn es für den Nutzer besonders günstig ist. Jeder Kunde, der Jedlix nutzt, kann sein Fahrzeug nun auch für das neue Projekt zur Verfügung stellen: Das heißt, dass die Batterien je nach Bedarf flexibel Strom aufnehmen oder abgeben, um das niederländische Stromnetz zu stabilisieren. Für die Teilnahme bekommen die Nutzer einen finanziellen Anreiz. Ist das Elektroauto mit der Jedlix-Plattform verbunden, kann es je nach Ladeeinstellung positive oder negative Sekundärregelenergie bereitstellen.

Virtuelles Kraftwerk Next Pool springt bei Bedarf ein

Jedlix gibt anhand der Nutzereinstellungen, Fahrzeugdaten und den Infos zur Ladestation kontinuierliche Prognosen ab, welche Leistung verfügbar ist. Diese Prognosen nutzt Next Kraftwerke, um sich am Regelenergiemarkt zu beteiligen und die Leistung zu vermarkten. Über eine Datenverbindung in Echtzeit passt Jedlix die Ladevorgänge an die Sollwerte von Next Kraftwerke an. Falls es Abweichungen gibt, springen andere Reserven aus dem virtuellen Kraftwerk Next Pool ein: Kapazitäten aus Gewächshausbeleuchtung, Wind- und Solarenergie, Biogasanlagen oder BHKW von Gewächshäusern.

Chance für Privathaushalte

Das Pilotprojekt soll über zwei Jahre laufen. Paul Kreutzkamp, Geschäftsführer von Next Kraftwerke Belgium, dazu: „Dieses Pilotprojekt ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg dahin, auch Privathaushalte zur Stabilisierung von Stromnetzen heranzuziehen und ihnen hierdurch neue Einkommensmöglichkeiten zu bieten. Wir sind sehr froh, dass diese Entwicklung nun in den Startlöchern steht und wir dieses spannende Projekt zusammen mit Jedlix, die bereits im Bereich der Elektromobilität Beeindruckendes geleistet haben, umsetzen.“ Im virtuellen Kraftwerk von Next Kraftwerke sind bisher rund 5.500 dezentrale Stromerzeuger und Stromverbraucher vernetzt und tragen zum Ausgleich von Frequenzschwankungen im Stromnetz bei.

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Quellen / Weiterlesen


Next Kraftwerke und Jedlix wollen mit Elektroautobatterien Stromnetz stabilisieren | pv magazine
Elektroautos stabilisieren niederländisches Stromnetz | IWR
Next Kraftwerke und Jedlix stabilisieren niederländisches Stromnetz mit Elektrofahrzeugen | PRESSEBOX
Bildquelle: © Jedlix
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Prof. Dr. Johann Nagengast
Nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und Promotion zum Thema „Outsourcing von Dienstleistungen“ an der Universität Regensburg war Johann Nagengast in verschiedenen internationalen Unternehmen in führenden Positionen tätig. Seit 2001 ist er Professor für Internationales Management und Project Management an der Technischen Hochschule Deggendorf. Als Trainer, Coach und Berater ist er intensiv in verschiedenen internationalen Projekten tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der praxisnahen und pragmatischen Vermittlung und unternehmensspezifischen Anwendung aller Aspekte des Projektmanagements.

15 KOMMENTARE

  1. Na klar, Nico, Sie können eine Wunder-Windenergieanlage konstant X MW unter der durch die jeweils momentan mögliche Leistung halten. Wem wollen Sie denn so einen Bären aufbinden? Glauben Sie ernsthaft, ich hätte noch kein Leistungsdiagramm einer in Betrieb befindlichen Windenergieanlage gesehen?

    Und wie toll das mit der Prognose inzwischen funktiniert, wurde uns z.B. am 28. September 2018 vorgeführt. Da waren am Vortag bundesweit z.B. für 16:30 Uhr 19,03 GW geweissagt worden, tatsächlich produzierten die Windräder aber nur 9,50 GW. Ein Prognosefehler von schlappen 50 % – oder umgerechnet der Ausfall von 12 Kraftwerksblöcken. Das hätte man mit vermutlich Würfeln besser hinbekommen.

    Bin ich froh, das Leute wie Sie nicht mit der Steuerung von Kernkraftwerken oder von automatisierten Backstraßen betreut werden. Aber Windparks darf ja zum Glück für Sie auch jeder Ungelernte betreiben.

    (Bei der Solarenergie sah es zu diesem Zeitpunkt übrigens auch nicht besser aus: Prognose des Vortags: 7,68 GW, tatsächliche Leistung: 3,35 GW, Abweichung: 56 %.)

    Und wie Sie wissen, sind solche stochastischen Abweichungen lokal natürlich noch erheblich größer, als im Verbund von etwa 30.000 Anlagen über die Gesamtfläche Deuschlands verteilt.

    Und ja, wenn es um die Bereitstellung von Regelleistung geht, ist für mich die Aussage eines Mitarbeiters eines Regelleistunganbieters, der deshalb auch weiß, dass er Regelleistung und nicht Regelfrequenz vermarktet, wesentlich wertvoller als die Aussage von jemandem, der auch mal auf dem Schoß von der technischen Betriebsführung seiner Windräder sitzen darf, wenn er sich dabei ganz artig verhält.

    Und um mir so eine Steuerzentrale anzusehen, bin ich wahrlich nicht auf Ihre Fürsprache angewiesen.

  2. Erste Frage: Ja, schafft die Windenergieanlage. Sogar innerhalb von Sekunden. Und zwar auf die gleiche Weise wie ein Kohle- oder Gaskraftwerk. Warum legen Sie hier zweierlei Maß an?

    Denkfehler schon gefunden? Nein? Das meine ich mit fehlendem Abstraktionsvermögen!

    Die Windenergieanlage wird (übrigens genau wie konventionelle Anlagen) nicht vom Stillstand aus hochgefahren, sondern wird zuvor auf z.B. nur 90% gefahren. Ein kleiner Eingriff über die Pitchregelung und die Leistung erhöht sich sofort. Wie gesagt, ich könnte mit Ihnen zu einem Windpark in unserem Firmenportfolio fahren und das demonstrieren. Oder von der Leitwarte aus, damit sie es am Monitor verfolgen können. Aber wie ebenso bereits gesagt, werde ich mir die Mühe für Sie mit Sicherheit nicht machen. Die Erzeugungsprognose ist mittlerweile auch so gut, dass man die Leistung ohne Probleme mindestens einen Tag im voraus als Reserveleistung anmelden kann. Um diese Leistung dann auch exakt liefern zu können, benötigt man natürlich mehr als eine Anlage. Aber wie Sie ja wissen, haben wir ein paar davon im Land bzw. in Europa rumstehen 😉

    Technisch ist das Ganze ohne Probleme möglich. Über die tatsächliche Anwendung entscheiden die Marktgegebenheiten, denn es wird so vermarktet, wie es am wirtschaftlichsten ist.

    Sie können natürlich auch auf die Weisheit der Kommunikationsabteilung von Next Kraftwerke vertrauen. Ich bleibe da lieber bei dem, was ich real gesehen habe.

    Die restlichen Absätze von Ihnen sind wie immer voll mit gequirltem Mist, auf den ich nicht eingehen muss. Aber es ließe sich alles ebenso einfach mit etwas Abstraktionsvermögen und ja, natürlich im vollsten Einklang mit den physikalischen Gesetzen, verstehen und erklären. Aber dazu sind Sie halt nicht in der Lage.

  3. Verehrter Nico, bezüglich Ihrer bewusst nicht belegten Behauptung „es wird tatsächlich schon Sekundärreserveleistung mit Windenergieanlagen geliefert (positiv und negativ). In der Realität! Und es funktioniert!“ habe ich mir die Freiheit genommen, mal bei Next-Kraftwerke anzufragen. Von dort wurde mir folgendes geantwortet:

    „Tatsächlich vermarkten wir Strom aus Windkraft nicht am Regelleistungsmarkt. Wie Sie unter der Überschrift ‚Direktvermarktung‘ auf der von Ihnen genannten Webseite ersehen, besteht unsere Dienstleistung im Windbereich aus der Prognose und Vermarktung von Windstrom für die Spotbörse, also für den ’normalen‘ Stromhandel und nicht den Regelleistungsmarkt.

    Eine Nutzung von Windkraftanlagen für den Regelleistungsmarkt wird von mehreren Marktpartnern, insbesondere Statkraft, durchaus vorangetrieben. Dabei geht es natürlich auch nicht, wie in Ihrer Mail angesprochen, um positive Regelenergie (‚hochregeln‘, was bei Windkraft naturgemäß nicht möglich ist) sondern um negative Regelenergie (‚herunterregeln‘). Der Vorteil für den Betreiber sind finanzielle Zusatzerlöse aus dieser Dienstleistung, die die Ausfälle bei der Stromproduktion überkompensieren.“

    Und da ich Ihre Rhetorikkünste inzwischen kenne, erlaube ich mir, auf das Wörtchen „vorangetrieben“ besonders hinzuweisen.

    Ich vermute aber, dass Sie nun argumentieren werden, dass der Abteilungsleiter Unternehmenskommunikation von Next-Kraftwerke im Gegensatz zu Ihnen keine Ahnung von der Materie hat.

  4. Verehrter Nico, Ihre Behauptung, „dass Reserveleistung primär zum Zweck der Frequenzregelung eingesetzt wird“ direkt gefolgt von Ihrer Behauptung „habe ich nirgends geschrieben, dass ‚im Netz vorrangig die Frequenz stabilisiert wird'“ lässt zumindest eine schwere psychische Störung vermuten. Vielleicht sollten Sie das mal überprüfen lassen.

    Aber ich hatte schon befürchtet, dass Sie von den verlinkten Seiten nur die Sätze lesen, die in Ihr Weltbild passen und den Rest unterschlagen. Deshalb verblüfft mich Ihre Reaktion nicht.

    Können Sie mir denn wenigstens erklären, welche dramatischen Folgen es Ihrer Meinung nach hätte, wenn unser Stromnetz nicht exakt mit 50,00 Hertz betrieben würde – also warum es so überaus wichtig sein soll, exakt diese Frequenz zu halten? Tatsächlich hat man nach der Wiedervereinigung dieses Experiment bereits in Westberlin durchgeführt – als man diesen Stadtteil von der Stromversorgung der Ex-DDR übernehmen ließ. Das einzige bekannte Problem dabei war, dass die frequenzgesteuerten Uhren nicht mehr die korrekte Zeit anzeigten.

    Was stattdessen passieren würde, wenn aus Ihrer Steckdose nicht mehr 240 Volt kommen würden, sondern z.B. 350 Volt, muss ich hoffentlich selbst Ihnen nicht erklären. In der DDR waren Spannungsschwankungen um 50 Volt gar nicht so selten – da konnte es also durchaus vorkommen, dass lediglich 160 Volt an der Stockdose anstanden. Deshalb konnte sich dann der DDR-Bürger mit entsprechendem Geldbeutel z.B. eine Konstanze zulegen.
    https://www.youtube.com/watch?v=PFnzQzmuLhw
    Diese Geräte könnten in nicht allzu ferner Zukunft wieder wachsende Beliebtheit erlangen.

    Spannung ist aber nunmal das Produkt aus Widerstand und Stromfluss. Da der Widerstand ausschließlich durch die Verbraucher vorgegeben wird, gibt es nur eine Möglichkeit, die Spannung konstant zu halten: durch entsprechende Anpassung des Stromflusses. Das mögen Sie von mir aus als „seit Jahrzehnten eingetrichterten eindimensionalem Denken“ bezeichnen – aber physikalische Gesetze lassen sich nunmal auch nicht durch Ideologien verändern. Und auch „all die innovativen Ideen der letzten Jahrhunderte“ ließen sich nur dann realisieren, wenn Sie die physikalischen Gesetze berücksichtigten. Alle anderen innovativen Ideen – z.B. die vom Flug zum Mond mit einem Heißluftballon – waren dagegen von vornherein zum Scheitern verurteilt.

    „Stattdessen abstrahieren zu Massen an Anlagen, die nicht uniform sind, kombiniert mit Stochastik“.
    Au ja – eine Vorhaltung von Regelleistung mit 100-prozentiger Zuverlässigkeit mit Hilfe von Stochastik. Herrlich, welchen Blödsinn Sie sich einfallen lassen, um den vorangegangenen Blödsinn zu rechtfertigen. Passt aber immerhin wunderbar zum Blödsinn einer zuverlässigen Energieversorgung per Zufallsstromerzeuger, die ja nach den Weissagungen der Stochastik auch problemlos funktioniert – in der Praxs aber selbst kleinräumig kläglich scheitert.

    „Ich könnte es Ihnen zeigen, aber“
    Genau. Und sicherlich könnten Sie auch Stroh zu Gold spinnen – wenn Sie es nur wollen würden.

    Würde es denn wirklich so viel Ihrer wertvollen Zeit verbrauchen, hier statt all dieser nichtssagenden Allgemeinplätze einfach zu verraten, wie lange eine Windenergieanlage (Ihrer Meinung nach, oder tatsächlich) zum Ausrichten und Anlaufen benötigt? Oder lassen Sie es mich anders herum formulieren, damit Sie sich bei der Antwort nicht übernehmen müssen: Schafft das eine Windenergieanlage garantiert innerhalb der maximal zulässigen 5 Minuten? Als Antwort genügt mir ein simples „Ja“ oder „Nein“.

  5. Hentinger, mag sein, dass die Arroganz manchmal etwas den Geist vernebelt, aber Sie sollten trotzdem versuchen Ihre eigens zitierten Quellen auch zu lesen. Dort wird nämlich sehr deutlich gemacht, dass Reserveleistung primär zum Zweck der Frequenzregelung eingesetzt wird. Und genau dies habe ich in meinem vorherigen Kommentar geschrieben. Danke, dass sie meine Aussage noch einmal bestätigt haben. Und sich selbst dabei mal wieder lächerlich gemacht haben 😉 …einfach herrlich.

    Wahrscheinlich sind Sie wie immer nicht fähig und willens Ihren Fehler zu erkennen, daher helfe ich Ihnen in guter alter Grundschulmethodik:

    Anders, als von Ihnen behauptet, habe ich nirgends geschrieben, dass „im Netz vorrangig die Frequenz stabilisiert wird“. Also schon mal setzen sechs. Und damit sie nicht ganz so viel lesen müssen (offensichtlich liegt Ihnen Leseverständnis ja nicht so) hier zwei Zitate nach denen Sie im zitierten Buch suchen können:
    (1) „…das Regelungsziel im Ausgleich der Frequenzabweichung besteht“
    (2) „…die Netzfrequenz und die Übergabeleistung auf die Sollwerte bringt“.

    Ich kann verstehen, dass Sie sich absolut nicht vorstellen können, wie man mit Elektroautos und regenerativen Anlagen irgendwie Reserveleistung oder sonstige Systemdienstleistungen erbringen kann. Dies hat aber schlicht und einfach damit zu tun, dass Sie nicht fähig sind sich von Ihrem seit Jahrzehnten eingetrichterten eindimensionalem Denken zu lösen und den Denkraum zu erweitern. Nichts gegen Sie, dies ist wahrscheinlich einfach menschlich. Zum Glück nicht bei 100% der Gesellschaft, ansonsten wären viele innovative Ideen der letzten Jahrhunderte nicht entstanden.

    Daher bringt es aber auch nichts, ihnen die Dinge zu erklären. Sie können und wollen Sie eh nicht verstehen und es ist daher vergebene Mühe. Wie gesagt, der Schlüssel liegt darin sich von vorgegebenen Vorstellungen zu lösen. Und statt zu überlegen, warum es nicht geht, einfach mal nur halb so viel Kapazität in die Überlegung stecken, wie es doch geht. Kleiner Denkanstoß noch: keine Sicht auf die einzelne Anlage, die alles zu 100% zu fast jedem Zeitpunkt im Jahr erfüllen muss (wie ein Großkraftwerk oder ein paar wenige). Stattdessen abstrahieren zu Massen an Anlagen, die nicht uniform sind, kombiniert mit Stochastik (hier gibt es auch Bücher zu).

    Und jetzt sag ich Ihnen noch etwas, dass ihr Weltbild komplett erschüttern wird: es wird tatsächlich schon Sekundärreserveleistung mit Windenergieanlagen geliefert (positiv und negativ). In der Realität! Und es funktioniert!
    Ich könnte es Ihnen zeigen, aber die Zeit ist finde ich sinnvoller investiert bei Studenten und anderen Personen, die ein aufgeschlossenes Weltbild haben.

  6. Nunja, Nico, natürlich darf man auch eine Meinung zu einem Thema haben, von dem man offenkundig überhaupt keine Ahnung hat. Es ist für eine fruchtbare Diskussion allerdings sehr anstrengend, wenn so jemand dann auch noch darauf pocht, im Recht zu sein.

    Im Netz wird nicht vorrangig die Frequenz stabilisiert, sondern die Spannung. In einem Wechselspannungsnetz ist die Frequenz aber ein sehr einfacher aber dennoch effektiver Indikator für das Verhältnis von Stromerzeugung und Stromabnahme – und eignet sich somit perfekt zur lastabhängigen Regelung von Kraftwerken.

    Das kann man sogar (auf recht naivem Niveau) auf der Website von Next-Kraftwerke lesen:
    https://www.next-kraftwerke.de/wissen/regelenergie/netzfrequenz

    Oder etwas anspruchsvoller z.B. hier:
    https://books.google.de/books?id=obYcBgAAQBAJ&lpg=PA21&ots=nrorsUtdH6&pg=PA19

    Die Spannungshaltung hat bei uns früher mal so perfekt funktioniert, dass man sogar auf die Idee kam, diese Netzfrequenz zur Steuerung von Uhren zu verwenden. In der DDR wäre das dagegen eine Schnappsidee gewesen – und auch bei uns funktioniert das ja bekanntermaßen zunehmend nicht mehr (was aber selbstverständlich nichts damit zu tun hat, dass unsere Stromversorgung längst auf Kante genäht ist, so dass wir die Ursache, also die Unterspannung, nicht mehr ausgeglichen bekommen).

    Und der Strom, der zur Stabilisierung der Spannung erzeugt wird, muss anschließend natürlich auch irgendwo hin. Sie können nicht einfach im Aussiedlerhof von Kleinkleckersheim einige MW erzeugen und schon damit die Spannung in einer mehrere hundert Kilometer entfernten Großstadt stabilisieren. Sie können diese Leistung aber dort auch nicht einfach ins Ortsnetz pumpen – was viele Betreiber von Solaranlagen aber offenkundig glauben. Schauen Sie sich doch einfach mal vor Ort die Verkabelung von einem richtigen Kraftwerk an, dann verstehen Sie vielleicht, worüber ich rede.

    Wie wollen Sie denn per Digitalisierung sicherstellen, dass die benötigte Stromabnahme- oder Stromerzeugungskapazität zur gewünschten Zeit am gewünschten Ort vorhanden sein wird? Denn bekanntlich muss Sekundärregelleistung innerhalb von maximal 5 Minuten zur Verfügung stehen und sie muss grundsätzlich mit einer Zuverlässigkeit von 100% vorgehalten werden. Das bedeutet, dass die Anbieter über den gesamten Zeitraum der Regelleistungsvorhaltung dazu in der Lage sein müssen, die angebotene Regelleistung auch zu liefern.

    Wie lange schätzen Sie denn, dass es z.B. dauert, bis ein stillstehendes Windrad bei Bedarf in den Wind ausgerichtet wurde und auf Wunschdrehzahl hochgelaufen ist? Also vorausgesetzt, es weht tatsächlich gerade zufällig für die angeforderte Leistung ausreichend starker Wind. (Übrigens ein Punkt, den die allermeisten Betreiber von Windparks in ihren Kalkulationen vergessen.)

    Und wer zahlt dem Windparkbetreiber die Differenz zwischen der in dieser Zeit aufgrund des Wetters möglichen Einspeisung und der reduzierten Leistung zur Bereitstellung einer Regelleistung? Etwa der Regelleistungshändler?

    Natürlich können Sie über Digitalisierung feststellen, wer gerade sein Auto an einer Ladestation angeschlossen hat (und auch damit ein Bewegungsprofil des Besitzers erstellen) – aber Sie können noch nicht einmal vorhersagen, ob dieses Auto auch fünf Minuten später noch angeschlossen sein wird – oder sein Besitzer dann gerade frische Brötchen beim Bäcker holt. Außer natürlich, sie verhindern per Fernzugriff, dass der Autobesitzer sein Auto von der Ladestation trennt, sobald sie dieses für die Netzstabilisierung an den Übertragungsnetzbetreiber gemeldet haben. Nur hat das dann nichts mehr mit Ihrer Behauptung zu tun, dass der Komfort des Besitzers nicht eingeschränkt ist. Genauso ist es natürlich im umgekehrten Fall: Wenn man heute sein Auto an die Ladestation hängt, dann kann man davon ausgehen, dass es 30 Minuten später zu einem gewissen Teil geladen ist – und z.B. für die Fahrt zum Bäcker genutzt werden kann. Sobald man den Regelleistungshändler aber entscheiden lässt, wann es diesem am liebsten ist, überschüssigen Strom mit diesem Auto abzubauen, weiß man das nicht mehr. Und sobald man als Autobesitzer vorgibt, dass das Auto spätestens zu einem bestimmten Zeitpunkt geladen sein muss (falls man das überhaupt kann), geht man sogar das Risiko ein, dass zu einer Zeit geladen wird, in der der Strompreis überdurchschnittlich hoch ist, damit dieses Zeitlimit eingehalten wird. Und das ist gerade nicht die Geschäftsidee eines Regelleistunganbieters.

    Mir ist natürlich bewusst, dass aktuell insbesondere von den Anbietern von Digitalisierungslösungen so getan wird, als könnte die Digitalisierung irgendwelche grundlegenden Probleme lösen. In Wirklichkeit geht es dabei aber nur darum, die Menschen möglichst lückenlos zu überwachen. Nehmen sie doch nur den SmartMeter, der mit der absurden Behauptung angepriesen wird, dass man erst mit diesem seinen aktuellen Verbrauch feststellen könne und so endlich in der Lage versetzt wird, Strom zu sparen. Da frage ich mich spontan, was die mechanischen Zähler dann wohl bisher angezeigt haben – etwa die Mondphasen? Für den Job des Energieversorgers bringen die Daten dieses SmartMeters rein gar nichts – weil die Daten ja selbst bei einer Echtzeitübertragung erst bei dem ankommen, wenn die Regelung bereits gegriffen haben muss. Tatsächlich dürfen die gesammelten Daten aktuell aber nur höchstens zwei mal pro Jahr übertragen werden, wodurch sie für die Regelung komplett wertlos werden. Worüber sich der Energieversorger aber freut, sind die extrem genauen Verhaltensdaten seiner Kunden, die er entweder selbst für das Anpreisen von Produkten („Kundenaquise“) nutzen kann – oder gegen Geld für anderer Firmen (oder sonstige Interessenten) bereitstellen kann:

    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/07/05/energieversorger-sehen-die-digitalisierung-als-chance/
    http://veranstaltungen.handelsblatt.com/digitalisierung-energie/digitalisierung-als-chance/

    Als Gegenleistung werden leichtgläubige Zeitgenossen wie Sie mit der Vision geködert, irgendwann in der fernen Zukunft mal einen Stromtarif erhalten zu können, bei dem sich der Strompreis 96 mal pro Tag ändert – und einzelne Verbraucher anhand dieses Preis-Chaos gesteuert werden. Also wenn das nicht paradiesische Aussichten sind, dann weiß ich auch nicht. Wobei – fragen Sie doch mal Ihre Gattin (oder alternativ Ihre Mutter), was die von der Idee hält, dass die Waschmaschine in Zukunft irgendwann zwischen 20:00 Uhr und 5:00 Uhr anspringt. Und schauen Sie mal ins Handbuch der Waschmaschine, wie viel Geld Sie dadurch potentiell sparen können.

  7. Sie verwechseln den Bedarf von Stromtransport mit dem Bedarf von Regelenergie. Beim ersteren hilft aktuell nur ein Redispatch oder wie von Ihnen genannt ein Ausbau der Übertragungsnetze. Beim zweiten ist dies nicht notwendig. Es geht primär darum die Netzfrequenz zu stabilisieren. Hierzu sind keine riesigen Leistungen erforderlich (im Verhältnis gesehen), die über weite Strecken transportiert werden müssen.

    Im übrigen ist Reserveleistung auch nichts, was erst durch den vermehrten Anteil an Regenerativer Erzeugung notwendig wurde. Auch in einer komplett auf konventionellen Kraftwerken basierenden Stromversorgung ist Reserveleistung essentiell für die Stabilität des Netzes.

    Ihre Fragen aus den letzten beiden Absätzen sind gar nicht so schwer zu beantworten, wenn man mal ein bisschen über den Tellerrand hinaus schaut und sich eine kleinteiligere Energiewelt vorstellt, die über Digitalisierung effizient vernetzt ist. Glauben Sie mir, kein Elektrofahrzeugbesitzer muss mit Komforteinschränkungen leben oder überhaupt drüber nachdenken, wann er das Auto laden soll und wann nicht. Und auch die Windenergie- und PV-Anlagen haben keine schlaflosen Nächte 😉

  8. Es gibt doch nur zwei Möglichkeiten, wie der Strom, der sich in der Batterien der Autos, die über das ganze Land verteilt sind, befindet, zu den Stromkunden geliefert werden kann:

    a) Die Fahrzeuge fahren zunächst bis in die Nähe der Stromkunden und verbinden sich dort mit dem lokalen Stromnetz.

    b) Die Fahrzeuge bleiben, wo sie sind und der Strom wird über das vorhandene Netz transportiert.

    Im Falle von a müssten mindestens die Anschlussmöglichkeiten entsprechend vorgehalten werden – wobei ich auch dann diese Variante für wenig praktikabel halte.

    Im Falle von b muss das Stromnetz so ausgelegt werden, dass die notwendigen Stromtransporte quer durch’s Land auch physikalisch durchführbar sind.

    In beiden Fällen entstehen sehr wahrscheinlich Ausbaukosten, die irgendjemand tragen muss.

    Das Ganze gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall, also dass Stromüberschüsse, die nur deshalb entstehen, weil man Zufallsstromerzeuger, die unnötigen Strom erzeugen, nicht abregeln darf, in die hoffentlich bereitstehenden Elektroautos entsorgt.

    Da es sich um die konkrete Stabilisierung des Stromnetzes handelt, funktioniert nämlich die berüchtigte Ökostromvariante – also dass sich nur auf dem Papier etwas ändert, physikalisch aber alles so bleibt, wie gehabt – in diesem Fall nicht.

    Viel interessanter finde ich allerdings die Frage, wie das in der Praxis funktioniert: Darf ich mein Auto dann nicht mehr nutzen, wenn ich es für dieses Projekt angemeldet habe? Oder wie stellen die sicher, dass die zugesicherte Aufnahme- bzw. Abnahmekapazität auch tatsächlich während der gesamten Zeit zur Verfügung steht?

    Sogar noch spannender finde ich die Frage allerdings bei den erwähnten Windrädern und PV-Anlagen. Die dürfen dann also sogar nicht mehr wetterabhängig Strom einspeisen (was schon schlimm genug für die Betreiber ist), sondern müssen zusätzlich auch noch warten, bis der passende Strommangel auftritt? Das klingt eindeutig nach einem perfekten Geschäftsmodell…

  9. Im Artikel wird dargestellt, dass die Batterien der Elektroautos zusammen im Pool Sekundärreserveleistung für das niederländische Übertragungsnetz liefern sollen. Wie bekannt sein dürfte, gibt es sowohl positive als auch negative Sekundärreserveleistung. Für beide Arten sind Batterien sehr gut geeignet. Ich denke, dass muss ich Ihnen aber auch nicht weiter im Detail erklären, oder?

    Ihre Frage zielt daher vollkommen am Thema vorbei. Denn weder wurde dies im Artikel beschrieben noch habe ich das in meinem Kommentar erwähnt. Es ist klar, dass Batterien nicht die Übertragung von Strom von einer Ecke des Landes in die andere übernehmen können. Ich sehe auch nicht, wo das suggeriert wird. Wie kommen Sie daher auf Ihre Frage?

  10. Nun Nico, dann erklären Sie uns doch einfach, wie Ihrer Meinung nach dieses „virtuelle Kraftwerk“ (was eine Falschbezeichnung ist, weil kein Strom erzeugt wird) den Strom von den Standorten der Elektroautos zu den ansonsten unterversorgten Stromkunden transportiert, statt ausschließlich mit einem Argumentum ad hominem abzulenken.

  11. Ich habe lediglich schlicht und einfach Ihre Fragen beantwortet. Da Sie außer diesen beiden Fragesätzen ansonsten nichts konstruktives im ersten Post geliefert haben, sieht das für mich eher nach Betteln um Antwort aus…oder nach Aufmerksamkeit.

    Der Doppelpost war lediglich der Tatsache, dass zum Zeitpunkt des zweiten Posts der erste immer noch nicht online war. Anscheinend braucht die Website hier manchmal drei Tage dafür.

    Ihr letzter – wie immer sehr ausschweifender – Kommentar hat nicht wirklich etwas dem Thema zu tun. Er erscheint mir mehr als ein Post „zum Luft machen“ gespickt mit falschen Behauptungen, irgendwelchen Märchen und Pseudofragesätzen.

  12. Nun Nico, da Sie offenbar um eine Reaktion betteln – von mir aus:

    Wie kommt denn der Strom zum Laden des Elektroautos von den bundesweit verteilten Zufallsstromerzeugern zum Ladegerät – und wie anschließend vom Elektroauto zu den bundesweit verteilten Gegenden mit Energiemangel? Womöglich per Funk?

    Das Märchen von der Energiewende begann ja mal mit dem Luftschloss, dass die Energie dort erzeugt wird, wo sie auch verbraucht wird, also nicht mehr in wenigen zentralen Kraftwerken, sondern durch entsprechend kleinere Stromerzeuger möglichst nah beim Verbraucher. Ein Übertragungsnetz sollte es in diesem Märchen gar nicht mehr geben. Die Grünen wetterten seinerzeit sogar, dass die Netzbetreiber die „demnächst“ unnützen Stromleitungen nur deshalb ausbauen, um die Stromkunden zu schröpfen.

    Heute beudeutet „dezentral“, dass man am Ar… der Welt hoch subventioierte Zufallsstromerzeuger errichtet und sich um die Stromverteilung und die Netzstabilisiertung einen Sch…s kümmert. Und diejenigen, die das Netz trotzdem noch immer am Laufen halten, werden zum Dank auch noch als Dreckschweine beschimpft.

    Inzwischen hat selbst die Partei der selbsternannten Experten für konstengünstige, umweltfreundliche und vor allem nachhaltige Energieversorgung kapiert, dass die Kosten aus dem Ruder laufen – und zwar vor allem dort, wo hohe Zufallsstromerzeugung auf niedrigen „Eigenverbrauch“ trifft. Deshalb will man, dass z.B. auch Bayern die Stromnetze bezahlt, die z.B. in Mecklenburg-Vorpommern für die Hardware zur Entsorgung des Zufallsstrom-Mülls entstehen.
    https://www.ludwighartmann.de/vereinheitlichung-der-netzentgelte-nicht-nur-im-uebertragungsnetz/

  13. Da Elektroautos entweder zu Hause oder an Ladesäulen geladen werden, erfolgt die Finanzierung privat.

  14. Da das eigene Elektroauto entweder am eigenen Hausanschluss hängt oder an öffentlichen Ladesäulen wird in beiden Fällen die Finanzierung privat getätigt.

  15. Und wer finanziert den dazu notwendigen Netzausbau? Zur Abwechslung mal der Staatskonzern TenneT ohne Weitergabe an seine Kunden?

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