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Die Fraunhofer-Gesellschaft testet in Open District Hubs, wie Verbraucher und Erzeuger lokal erzeugten Ökostrom besser miteinander teilen können. In derzeit sechs Pilot-Quartieren erforscht die Gesellschaft, wie erneuerbare Energien bestmöglich mit den Sektoren Wärme und Mobilität gekoppelt werden können. Das Ziel: Automatisierte Lösungen, mit denen grüner Strom dort verbraucht wird, wo er erzeugt wird.

Sektorkoppelung in lokale Quartiere bringen

Die Sektorkoppelung von Energieerzeugung, Wärme und Verkehr in Verbindung mit Batteriespeichern rückt beim Thema Energiewende immer mehr in den Fokus. Der 2018 gegründete Verein Open District Hub e.V. hat deshalb 14 Gründungsmitglieder aus den verschiedensten Bereichen. Es sind namhafte Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft, der Energiebranche, aus Verkehr und Elektromobilität, Klimatechnik und Digitalisierung. Gemeinsam wollen sie die Sektorkoppelung in die Quartiere bringen – auf Basis modernster Technologien.

Konkret könnte das so aussehen: Ein privater Hausbesitzer, der über eine Dach-Solaranlage Solarstrom erzeugt, liefert diesen Strom tagsüber an einen Nachbarn, der ein Gewerbe hat und somit tagsüber Strom verbraucht, wenn der Hausbesitzer nicht daheim ist.  Oder der Strom geht an einen anderen Nachbarn, der sein Elektroauto damit lädt.

Die Preise für den Strom sind unterschiedlich – je nachdem, ob jemand kurzfristig welchen benötigt oder das Elektroauto planmäßig am Abend lädt. Dieser Stromtausch läuft im Open District Hub automatisch ab, es ist ein digitaler Marktplatz, der auf der Blockchain basiert. Neben Strom und Mobilität bezieht das Konzept auch die Bereiche Wärme und Raumklimatisierung mit ein. Ein selbstlernendes Energiemanagementsystem sowie ein Cybersicherheitskonzept, basierend auf künstlicher Intelligenz, gehören ebenso zum Konzept. Das Ziel des Vereins ist eine offene, sichere und international skalierbare Systemlösung für Quartiere, die auch bereits bestehende Insellösungen mit einbezieht.

Neue politische und gesellschaftliche Ansätze nötig

Technisch ist das alles machbar, doch noch fehlen die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzung. Dabei geht es zum Beispiel um den Datenschutz, denn um ein Elektroauto einzubeziehen, muss der Besitzer dem System Zugang zu seinen Mobilitätsdaten geben – damit eine künstliche Intelligenz Angebot und Nachfrage bestmöglich vorhersehen und steuern kann. Hier muss, wie bei allen Digitalisierungskonzepten, die gesellschaftliche Akzeptanz erst wachsen.

Mit der Digitalisierung der Energiewirtschaft entstehen neue Geschäftsmodelle für die Immobilienwirtschaft, für Energieversorger oder für Hersteller von Stromspeichern, Solaranlagen oder Wärmepumpen. Die sechs Referenzquartiere von Open District Hub befinden sich in Bayern, Hessen, NRW und in Rheinland-Pfalz. Zwei weitere Standorte sind geplant.

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Quellen / Weiterlesen


Für die Zukunft der Energiwende | Open District Hub e.V.
Der digitale Dorfplatz für Ökostrom | Edison
Fraunhofer treibt die Digitalisierung der Energiewirtschaft voran | Fraunhofer Gesellschaft
Digitalisierung der Energiewende: Fraunhofer ISE ist Mitbegründer des Open District Hub e.V. | Fraunhofer ISE
Sektorkopplung: Fraunhofer gründet mit 13 Partnern Open District Hub | EUWID
Bildquelle: Pixabay

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