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Die Ökostromumlage wird seit langem für steigende Strompreise verantwortlich gemacht, jetzt sinkt sie leicht. Im nächsten Jahr beträgt sie nur noch 6,4 Cent je Kilowattstunde. Das sind 5,7 Prozent weniger als 2018. Die Strompreise dürften trotzdem weiter steigen.

Die Ökostromumlage sorgte jahrelang für heftigen Streit

Die Ökostromumlage oder EEG-Umlage finanziert die Ökostromförderung, die die Erzeuger von Wind- oder Solarstrom, Strom aus Wasserkraft sowie aus Biogas oder Geothermieanlagen bekommen. Bei ihrer Einführung im Jahr 2008 lag die Umlage bei 1,2 Cent, den höchsten Stand erreichte sie in diesem Jahr mit 6,8 Cent. Sie wird von allen Stromkunden bezahlt. Kritiker verteufelten sie jahrelang und zogen sie als Beleg für die zu teure Energiewende heran. Befürworter bemängelten vor allem die Umlagebefreiung für große Industriebetriebe und die damit unfaire Verteilung der Kosten.

Steigende Netzentgelte und Energiepreise treiben Strompreis nach oben

Obwohl die Umlage ungefähr ein Viertel des Strompreises ausmacht, fällt der aktuelle Rückgang für die meisten Stromkunden kaum ins Gewicht. Im Gegenteil, die Strompreise werden 2019 wahrscheinlich sogar steigen. Denn bei anderen Bestandteilen des Strompreises wird es Erhöhungen geben. Zum Beispiel bei den Netzentgelten von lokalen Verteilnetz-Betreibern, die den Strom bis zum Endverbraucher transportieren. Angaben von Check24 zufolge liegt die Höhe dieser Entgelte schon in zwei Dritteln der Stromversorgungsgebiete vor. Im Schnitt steigen sie 2019 um 3,5 Prozent.

Ein weiterer Preistreiber ist die weltweite Unsicherheit und die Sanktionen der USA gegen den Iran. Das sorgt für steigende Energiepreise. Ebenfalls teurer werden die Emissionszertifikate für fossile Energieträger. Das Verbraucherprotal Verivox schätzt, dass Verbraucher im Schnitt zwischen zwei und fünf Prozent mehr für ihren Strom bezahlen müssen. Bei einem 3- bis 4-Personenhaushalt sind das etwa 30 bis 40 Euro pro Jahr.

Neue Offshore-Umlage bekanntgegeben

Die Stromnetzbetreiber haben außerdem die sogenannte Offshore-Netzumlage angekündigt. Sie wird nächstes Jahr 0,416 Cent pro Kilowattstunde betragen und soll die Kosten für den Anschluss von Offshore-Windkraftanlagen an das Hauptstromnetz abdecken. Wie schon bei der normalen Ökostromanlage kritisieren Verbraucherschützer, dass auch diese Umlage vor allem von Privathaushalten getragen wird, während für die Industrie Ausnahmen gelten.

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Quellen / Weiterlesen:
Warum die Strompreise steigen könnten, obwohl die Öko-Umlage sinkt | Spiegel Online
EEG-Umlage sinkt, Strompreis steigt | Schwäbische Wirtschaft
Ökostromumlage sinkt um 5,7 Prozent | Zeit Online
Bildquelle: Pixabay

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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