Inzwischen ist die Mieterstromversorgung in fast jeder Immobilie möglich, auch im Modulbau, der durch seine schnelle, flexible und industrielle Bauweise immer gefragter ist. Eine enge Abstimmung und effiziente Prozesse von der Planung bis zur Umsetzung sind hierbei entscheidend, um die Bewohner:innen zeitnah zum Einzug mit lokal erzeugtem Strom zu versorgen.

Die Aufstellung eines Moduls benötigt mit der Produktion der einzelnen Fertigteile im Rohbau, ihrer Zusammenführung, dem Ausbau und dem fertigen Verpacken nur zwei Stunden, wie das Unternehmen Vonovia berichtet. Es hat zuletzt in Leipzig vier Wohngebäude nach Modulbauweise fertiggestellt. Bereits wenige Wochen nach dem Einzug der ersten Mieter:innen wurden diese mit Mieterstrom versorgt.

Das gemeinsame Ziel: Sinkende Wohnkosten

Eine kurze Bauzeit und eine standardisierte, serielle Produktion der Bauelemente machen den Modulbau attraktiv für Immobilienbesitzer:innen und Mieter:innen. Schließlich führt diese industrielle Fertigung zu hoher Qualität bei sinkenden Baukosten und damit letztlich zu sinkenden Mietkosten, einem beherrschenden Thema in der Wohnungswirtschaft. Gesucht werden Lösungen, um breiten Bevölkerungsschichten auch in Innenstadtlagen bezahlbaren Wohnraum zu bieten. Mieterstrom ergänzt die meist vergleichsweise niedrigeren Mietkosten im Modulbau durch niedrigere Stromkosten sowie im Zuge sektoraler Vernetzung immer öfter auch durch niedrigere Wärmekosten.polarstern-mieterstrom

Typischerweise haben die Wohnkosten einen Anteil von rund 26 Prozent am Haushaltseinkommen. Je weniger Menschen in einem Haushalt leben, umso höher ist dieser Wert laut statistischem Amt der Europäischen Union. Sie spüren die Wirkung niedriger Energiekosten durch lokal erzeugten, grünen Strom einmal deutlicher in ihrem Haushaltsbudget.

Beispiel: Modulbau von Vonovia mit Mieterstrom von Polarstern

Auf den Flachdächern von drei Punkthäuser sowie einem langgestreckten Riegelbau mit insgesamt 96 Mietwohnungen, davon 50 sozial geförderten Wohnungen, wurde eine 85,09 kWp Photovoltaikanlage errichtet. Mit der Flachdachbauweise des Modulbaus ergibt sich vergleichsweise viel Platz für Photovoltaikmodule. Nach aktuellen Prognosen deckt die PV-Anlage rund 29 Prozent des Strombedarfs der Bewohner:innen.

Im Sinne der sozialen Mischung, die bei der Stadtplanung an Bedeutung gewinnt, wird mit der flexiblen Modulbauweise in begehrten Gegenden Wohnraum für Senior:innen, Studierende und Familien gleichermaßen geschaffen. „Mit unseren Neubauten greifen wir den Gedanken der Mehrgenerationenhäuser auf; wir fördern damit das soziale Miteinander und geben Familien die Möglichkeit, weiterhin in der Innenstadt zu wohnen“, René Berott, Leipziger Regionalbereichsleiter von Vonovia.

Grundlage sind effiziente Prozesse vom Bau bis zur Stromversorgung

mieterstromWie hoch die Energiekosten-Ersparnis durch Mieterstrom im Modulbau ist, hängt von einer effizienten und integrierten Planung ab. Das A und O sind reibungslose Prozesse und ein hoher Direktverbrauch der erzeugten Energie, unterstützt durch intelligent vernetzte Anlagen- und Gebäudetechnik. Von Anfang an sind Mieterstrom und Photovoltaikanlagen mitzuplanen, um eine reibungslose dezentrale Energieversorgung zu unterstützen. Aufgrund der modularen Bauweise sind ein nachträglicher Bestandsumbau oder Erweiterungen zu berücksichtigen, da sie verglichen zu anderen Gebäudearten tendenziell einfacher umgesetzt werden können. Auch beinhaltet Mieterstrom zunehmend ergänzende Wärme- und Kälteversorgungslösungen sowie Elektromobilitätsangebote, die ganzheitlich geplant die Attraktivität des Modulbaus steigern.

Ökologisch betrachtet hat die Modulbauweise einige Vorteile auch bezüglich der sogenannten Grauen Energie: insbesondere bei der sogenannten Umnutzungsfähigkeit, bei Rückbau und Recycling kann sie punkten. Allgemein können in der Modulbauweise dieselben Energieeffizienzwerte erzielt werden wie im konventionellen Bau.

Quellen

Bilderquelle: © Vonovia

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Manuel Thielmann
Manuel Thielmann arbeitet in der Geschäftsentwicklung von Polarstern. Er ist Ansprechpartner für die konzeptionelle Entwicklung und die praktische Umsetzung von Eigenstrom- und Mieterstromprojekten in ganz Deutschland. Sein Schwerpunkt ist die Integration verschiedener Energie- und Speichertechniken in dezentrale Energiekonzepte. Zuletzt hat er u.a. am Lehrstuhl für Elektrische Energiespeichertechnik der TU München die Integration von Batteriespeichern in Mehrfamilienhäusern erforscht.

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