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Wer eine Photovoltaikanlage sein Eigen nennen kann, will natürlich möglichst viel selbst erzeugten Strom im Haushalt verbrauchen. Denn der grüne Strom vom Dach ist viel günstiger als der aus dem Netz. Für einen optimalen Eigenverbrauch sollten Sie folgende Tipps befolgen.

Waschmaschine und Co. am Tag laufen lassen

Solarstrom wird tagsüber erzeugt, wenn die Sonne scheint. Also sollten stromfressende Geräte im Haushalt möglichst auch dann laufen. Geschirrspüler, Wäschetrockner oder Waschmaschine lassen sich mit Zeitschaltuhren steuern, so dass sie tagsüber laufen können, auch wenn keiner zuhause ist. Auch Rasenmäher oder Heckenscheren lassen sich im Sommer gut mit Solarstrom laden.

Einen Solarstromspeicher anschaffen

Ein Stromspeicher erhöht die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen enorm. Die Preise für stationäre Batterien sind in den letzten Jahren stark gesunken, genauso wie die Einspeisevergütung für neue Solaranlagen. Gleichzeitig steigen die Strompreise – der beste Grund für einen Heimspeicher. Damit lässt sich der Eigenverbrauch auf bis zu 100 Prozent des selbst erzeugten Solarstroms steigern. Dieser fließt tagsüber in den Speicher und kann in den Abendstunden im Haushalt verbraucht werden.

Strom sparen an Stand-by-Geräten und Beleuchtung

Wer so wenig wie möglich Strom aus dem Netz beziehen will, ob mit eigener Photovoltaikanlage oder ohne, der sollte Strom sparen. Stromfresser sind zum Beispiel Stand-by-Geräte, die auch dann Strom ziehen, wenn man sie nicht nutzt. Fernseher, Stereoanlagen, Computer und auch manche Küchengeräte lassen sich zwar oft nicht komplett abschalten, Abhilfe schaffen aber abschaltbare Steckdosenleisten.

Der nächste Stromfresser (und der größte) ist die Beleuchtung. Alte Glühbirnen haben eine schlechte Energiebilanz und setzen nur 10 Prozent des Stroms als Licht um, der Rest geht als Wärme an die Umgebung. Besser sind LED-Birnen, die den Strom fast komplett in Licht umsetzen – sie verbrauchen also nur ein Zehntel des Stroms für die gleiche Helligkeit. Besonders im gewerblichen Bereich, aber auch in Privathaushalten kann sich ein Umstieg auf LED-Beleuchtung also auf der Stromrechnung bemerkbar machen.

Warmwasser und Heizung auf elektrisch umstellen

Durchlauferhitzer für Warmwasser sind Stromfresser, deshalb kann es sich für Erzeuger von eigenem Solarstrom lohnen, die Warmwassertechnik auf kleine elektrische Durchlauferhitzer oder elektrische Boiler umzustellen. Das lohnt sich besonders im Frühjahr und Sommer, wenn viel Solarstrom erzeugt wird.

Im Frühjahr und Herbst, wenn es nicht mehr bzw. noch nicht richtig kalt ist, lassen sich elektrische Infrarotheizflächen nutzen. Wenn es einen Stromspeicher im Haushalt gibt, lassen sich so auch kühlere Abende überbrücken. Die reguläre Heizung bleibt dann ausgeschaltet – das schont den Geldbeutel.

Elektrofahrzeuge mit Solarstrom laden

Die umweltfreundlichste Variante, Elektrofahrzeuge aufzuladen, ist selbst erzeugter Solarstrom. Denn nur wenn sie mit Ökostrom betrieben werden, sind die Stromer tatsächlich gut fürs Klima. Das gilt nicht nur für das Elektroauto, sondern auch für E-Bike oder Pedelec. Auch dabei hilft ein Stromspeicher, der Solarstrom am Abend zur Verfügung stellt. Günstiger und grüner kann Mobilität kaum werden! Und bei alldem gilt: Den Strombedarf, den die Solaranlage nicht abdeckt, sollte man auf jeden Fall von einem Ökostromanbieter zukaufen.

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Quellen / Weiterlesen

10 Tipps für den optimalen Eigenverbrauch | Sonnenseite
Solarstrom: Fünf Tipps für den optimalen Eigenverbrauch | Stromauskunft
Bildquelle: Pixabay

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

5 KOMMENTARE

  1. Sie wollen mich verkohlen, stimmt’s Nico?

    Oder meinen Sie das tatsächlich ernst, dass das Funzellicht eines Flachbildschirms zwar zu Problemen führen kann, die wesentlich intensivere Zimmerbeleuchtung aber nicht? Es gibt also gutes und böses blaues Licht? Also so, wie es auch gutes CO2 (aus „natürlichen“ Quellen) und böses CO2 (aus „menschlichen“ Quellen) gibt?

    Und Licht erreicht Ihrer Meinung nach das Auge nur dann, wenn man direkt in die Lichtquelle schaut – also in allen anderen Fällen sieht man nichts bzw. dann ist alles schwarz? Deckt sich das tatsächlich mit Ihren persönlichen Alltagserfahrungen? Weil ich komm auch mit indirektem Licht problemlos zurecht.

    Und wenn Sie wirklich Interesse an mehr Informationen zu dem Thema hätten, wäre z.B. Onkel Google sicher kein schlechter Anfang gewesen:
    https://www.google.com/search?q=%22blue+light%22+%22sleep%22
    https://www.google.com/search?q=%22blaues+licht%22+%22schlaf%22

    Aber drehen wir doch mal die Geschichte um: Ist Ihnen die Aussage irgend eines halbwegs relevanten Zeitgenossen bekannt, der behauptet, dass dieser Effekt nicht existiert?

  2. „Die gesundheitlichen Probleme durch LED-Licht sind natürlich schon lange bekannt und auch wissenschaftlich sehr gut belegt“

    Ich sehe unter Ihrem Link keinen Beleg für gesundheitliche Nachteile/Probleme bei LEDs – eher das Gegenteil. Außerdem untersuchte diese Studie nur das Licht eines LED-Monitors direkt vor den Augen. Hiervon auf eine LED Raumbeleuchtung zu schließen, ist schon sehr „gewagt“ und auf keinen Fall wissenschaftlich seriös.

    Haben Sie andere Studien, womit Sie Ihre behaupteten „sehr guten wissenschaftlichen Belege“ untermauern können?

  3. Richtig Nico, es gibt die Vollspektrum-LED-Lampen zu gesalzenen Preisen (etwa Faktor 50 gegenüber einer Glühlampe) – die man meiner Erfahrung nach aber weder beim Elektronik-Discounter noch bei den meisten Elektro-Fachgeschäften findet. Spätestens wenn sich so eine Lampe dann auch noch bereits nach rund einem Jahr mit einem lauten Knall verabschiedet (wie mir persönlich passiert – natürlich bei einem Qualitätsprodukt eines deutschen Herstellers) sieht es mit dem „rentieren“ überhaupt nicht mehr rosig aus.

    Außerdem sollte man auch nicht glauben, dass so eine Vollspektrum-LED-Lampe auch nur annähernd ein planksches Strahlungsspektrum aufweist, dem z.B. die Sonne oder eine Glühlampe (oder eine Halogenlampe) sehr nahe kommen. Das kann man z.B. hier schön sehen:
    https://www.vollspektrumlampe.info/wp-content/uploads/2016/11/baf32f8c2ce5.jpg
    https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/61iGVw2CYgL._SX679_.jpg

    Was man an diesen Spektren aber auch sehr schön sehen kann ist der auch bei Vollspektrum-LED-Lampen extrem hohe Blauanteil.

    Zum direkten Vergleich auch noch das Spektrum einer Glühlampe:
    https://www.ld-didactic.de/fileadmin/_migrated/pics/Gluehlampe.JPG

    Wer also mit Farben arbeitet und auf Kunstlicht angewiesen ist, kommt auch heute nicht um die „illegalen“ Glühlampen (oder inzwischen genauso „illegale“ Halogenlampen) herum.

    Die gesundheitlichen Probleme durch LED-Licht sind natürlich schon lange bekannt und auch wissenschaftlich sehr gut belegt, jucken aber unsere Politiker – deren Aufgabe laut Grundgesetz unter anderem der Schutz der Unversehrtheit der Menschen sein soll – nicht die Bohne. Denn die haben ja vorrangig erstmal ganz andere Interessen zu befriedigen.
    https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/schlafstoerungen/article/876148/bildschirme-co-led-licht-raubt-schlaf.html

  4. Vielen Ihrer Punkte kann man zustimmen, aber ihre Aussage mit dem mangelhaften LED Licht und dessen Lücken im Farbsprektrum ist so pauschal nicht haltbar. Das war vielleicht früher mal so, aber die Entwicklung ist in den letzten Jahren voran geschritten und es gibt mittlerweile durchaus LED Leuchtmittel die vom Farbspektrum und vom Farbwiedergabeindex sehr nah an den Primus Glühlampe herankommen. Natürlich nicht die billige China LED, sondern ein ordentliches Produkt. Es kommt bei der LED also immer darauf an das richtige zu kaufen. Der Effizienzvorteil wiegt dann den nur noch sehr geringen Nachteil gegenüber der Glühlampe mehr als auf.

  5. „Geschirrspüler, Wäschetrockner oder Waschmaschine lassen sich mit Zeitschaltuhren steuern, so dass sie tagsüber laufen können, auch wenn keiner zuhause ist.“
    Und wieviele kWh verbraucht so ein „Stromfresser“ konkret pro Nutzung? Mehr oder weniger als 1 kWh? Und schonmal mit demjenigen im Haushalt, der für die Wäsche zuständig ist, darüber gesprochen, wie toll er die Idee findet, die feuchte Wäsche stundenlang vor sich hin gammeln zu lassen?

    „Ein Stromspeicher erhöht die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen enorm.“
    Und wie viel ist „enorm“ konkret? Also um wie viel Prozent steigt die Selbstnutzung von Solarstrom durch die Anschaffung eines Stromspeichers? Mehr oder weniger als 100 Prozent?

    „Stromfresser sind zum Beispiel Stand-by-Geräte, die auch dann Strom ziehen, wenn man sie nicht nutzt.“
    Och ja, das Märchen vom Stromfresser „Standby“ aus längst vergangenen Zeiten. Immer wieder schön. Schonmal nachgesehen, wie hoch der Stromverbrauch im Standby-Betrieb bei halbwegs aktuellen Geräten liegt? Mal ganz abgesehen davon, dass dieser Verbrauch doch wunderbar auch dann Nutzbar ist, wenn tagsüber keiner zuhause ist, was ja irgendwie Zweck der Übung sein soll, oder? Und schonmal nachgesehen, wie viel Strom im Vergleich dazu eine Zeitschaltuhr oder ein Bewegungsmelder oder eine WLAN-Steuereinheit ziehen? Schön ist aber auch, dass man (auch im Namen der Energiewende) neuerdings auch kontinuierlichen Stromverbrauch z.B. durch die verpflichtende Nutzung von Smartmeter und IP-Telefonie generiert. Die allein fressen jede denkbare Einsparung durch konsequente Netztrennung aller Standby-Geräte locker auf.

    „Der nächste Stromfresser (und der größte) ist die Beleuchtung.“
    Hahaha, der war jetzt mal gut. Die Beleuchtung ist der größte Stromfresser. Aber sicher doch. Wie viel verbraucht man denn, wenn man fünf 11-W-Energiesparlampen (mit der Lichtausbeute ca. einer 60-W-Glühlampe) ununterbrochen 10 Stunden lang leuchten lässt – mehr oder weniger als 1 kWh? Und wie viele Lampen lässt ein normaler Privathaushalt wie lange pro Tag eingeschaltet?

    „Alte Glühbirnen haben eine schlechte Energiebilanz und setzen nur 10 Prozent des Stroms als Licht um, der Rest geht als Wärme an die Umgebung.“
    Und wer oder was ist die Umgebung? Das Zimmer. Die Wärme geht also in Wirklichkeit gar nicht verloren, sondern trägt (minimal) zur Beheizung des Zimmers bei. Zumindest während der Heizperiode gar nicht mal so schlecht.

    „Besonders im gewerblichen Bereich, aber auch in Privathaushalten kann sich ein Umstieg auf LED-Beleuchtung also auf der Stromrechnung bemerkbar machen.“
    Ja, kann es – aber im Privathaushalt eher nur minimal (siehe oben). Es kann sich aber auch durch Schlafstörungen und andere Phänomene bemerkbar machen, weil die LED-Beleuchtung bekanntlich ein äußerst suboptimales Farbspektrum erzeugt. Von den Optikern werden deshalb bereits Gläser angeboten, die blaues Licht herausfiltern. Wer sich zudem in seiner Freizeit direkt oder indirekt mit Farben beschäftigt, wird schnell erfahren, wie negativ sich die fehlenden Bereiche des Farbspektrums bei einer LED-Beleuchtung auswirken. Aber immerhin sind LED-Leuchten im Gegensatz zu Energiesparlampen Quecksilberfrei.

    „Im Frühjahr und Herbst, wenn es nicht mehr bzw. noch nicht richtig kalt ist, lassen sich elektrische Infrarotheizflächen nutzen.“
    Was war jetzt nochmal der Nachteil der Glühlampe? Aber den Stromverbrauch steigern elektrische Infrarotheizflächen tatsächlich erheblich. Hmmm – und warum sollte man bei all den vorher genannten Kleinverbrauchern auf Teufel komm raus sparen?

    „Den Strombedarf, den die Solaranlage nicht abdeckt, sollte man auf jeden Fall von einem Ökostromanbieter zukaufen.“
    Warum? Als Beispiel die Aussage der Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH auf meine Anfrage:
    „Wenn Sie sich entscheiden Ökostrom zu beziehen, bekommen Sie immer noch den gleichen Strom wie vorher auch.“

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