Besitzer von Elektroautos müssen aktuell keine KFZ-Steuer zahlen. Diese Regelung, die eigentlich 2025 auslaufen sollte, wird jetzt um fünf Jahre verlängert. Die Bundesregierung will damit erreichen, dass 2030 in Deutschland sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen sind. Kritik kommt von den Grünen.

Das sind die neuen Regelungen bei der KFZ-Steuer

Die Befreiung von der KFZ-Steuer gilt für reine Elektroautos, die zwischen 18. Mai 2011 und 31. Dezember 2025 erstmals zugelassen werden. Mit der Befristung will der Bund einen Anreiz schaffen, Elektrofahrzeuge frühzeitig anzuschaffen.

Ebenfalls neu: Die Steuer für Verbrennungsmotoren richtet sich künftig stärker nach ihrem Schadstoff-Ausstoß. Sie erhöht sich stufenweise von zwei bis auf vier Euro je Gramm CO2 pro Kilometer. Für neu zugelassene „emissionsarme PKW“ bis zum Schwellenwert von 95 Gramm Kohlendioxid je Kilometer gilt eine Sonderregel. Sie bekommen fünf Jahre lang einen Steuerfreibetrag von 30 Euro.

Sonderregel für Plug-in-Hybride problematisch

Die CO2-Emissionen im Verkehrssektor sollen nach dem Willen der Bundesregierung bis 2030 um gut 40 Prozent sinken. Ob diese Regelungen ausreichen, um diesen Zielen näherzukommen, bezweifeln unter anderem die Grünen. Sie kritisieren, dass von der Sonderregelung für emissionsarme PKW insbesondere Plug-in-Hybride profitierten.

Diese würden überdurchschnittlich häufig im SUV-Segment angeboten, so die Grünen. Eine neue Studie des Fraunhofer ISI hatte außerdem gezeigt, dass Plug-in-Hybride lange nicht so umweltfreundlich sind wie erhofft. Da sie weniger oft elektrisch fahren als von den Herstellern angenommen, ist ihr CO2-Ausstoß bis zu viermal so hoch wie auf dem Prüfstand.

Grüne scheitern mit eigenem Vorschlag

Die Grünen hatten einen eigenen Entwurf eingebracht, nämlich ein Bonus-Malus-System für erstzugelassene PKW. Nach diesem System hätten reine Elektroautos eine Gutschrift statt der aktuellen Kaufprämie bekommen. Diese hätte auch für Elektroleichtfahrzeuge gegolten, die heute von der Kaufprämie ausgenommen sind. Außerdem wollten die Grünen höhere Steuersätze für Verbrenner mit größeren Unterschieden zwischen den einzelnen Emissionsstufen.

Weitere Verschärfungen für Verbrenner geplant

Auch wenn die Grünen mit ihrem eigenen Vorschlag zunächst abgeblitzt sind: Es könnte trotzdem noch Änderungen bei der KFZ-Steuer geben. Im jetzt beschlossenen Gesetzesentwurf steht, dass eine „noch stärkere Berücksichtigung der CO2-Komponenten durch Einführung eines progressiven CO2-Tarifs bei der Kraftfahrzeugsteuer für PKW mit Verbrennungsmotor“ geplant ist. Mit dem aktuellen Beschluss habe man aber zunächst die Nachfrage deutlicher auf PKW mit reduziertem Emissionspotenzial lenken wollen.

Quellen / Weiterlesen

Keine Kfz-Steuer bis 2030: Bundestag verlängert Befreiung für Elektroautos | t3n
Bundestag verlängert Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos bis Ende 2030 | ecomento.de
E-Stromer: Bundesrat billigt Steuerbefreiung | Transport
Bildquelle: Pixabay

Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Ajaz Shah,
    ein bisher nahezu unbeachteter Bereich der Mobilität ist die auf dem Wasser. Schauen Sie sich mal in den Marinas um, überall hunderte von Sportbooten, Yachten, Hausbooten…
    alle mit Diesel- oder Benzinmotor, ohne Katalysator, laut und stinkend, oft werden die Abgase ins Wasser geleitet. Für die Umwelt ein absolutes no go!!!
    Ich habe ein voll elektrisches Solar-Hausboot gebaut.
    Ich würde es gern vermarkten, brauche hierzu aber Unterstützung.

  2. Das ist wirklich nur Klimaschutz light mit Bevorzugung der vermaledeiten 30-km-elektrisch-Pseudohybriden.

    Immerhin, wenn die nach 2 Jahren verkauft werden, fahren die Privatfahrer sie üblicherweise zu 99 % elektrisch bis auf die Urlaubsreise.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here