Die Bundesregierung will ein Corona-Konjunkturpaket auf den Weg bringen, in dem es auch um die Förderung der Elektromobilität geht. Unter anderem steigt die Kaufprämie für Elektroautos auf 9.000 Euro, indem der staatliche Anteil verdoppelt wird. Die neuen Regelungen könnten rückwirkend ab 4. Juni 2020 gelten.

Innovationsprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride

Nachdem die Autoindustrie mit ihrer Forderung nach einer Prämie für alle Fahrzeugarten gescheitert ist, kommt nun die sogenannte Innovationsprämie. Der Staat erhöht seinen bisherigen Anteil am Umweltbonus für Elektroautos von 3.000 Euro auf 6.000 Euro, der Herstelleranteil bleibt dagegen unverändert bei 3.000 Euro. Das heißt, Elektroautos mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro werden 9.000 Euro günstiger. Der doppelte staatliche Anteil gilt auch für Plug-in-Hybride, dort sind die Fördersätze aber insgesamt niedriger.

Vor allem kleine Modelle profitieren

Die neue Kaufprämie gilt für alle Autos, die auch von der alten Kaufprämie profitiert haben. Davon profitieren vor allem kleinere Elektroautos, die sich nun preislich an vergleichbare Verbrennermodelle annähern. Das Elektroauto Peugeot e-208 kostet beispielsweise mindestens 30.450 Euro, während die Verbrennervariante schon bei 17.100 startet. Mit der neuen Kaufprämie ist der elektrische 208 schon ab 21.450 Euro zu haben und kostet damit nur noch 4.000 Euro mehr als sein konventioneller Bruder. Die Mehrkosten können sich durch die niedrigeren Betriebskosten von Elektroautos ausgleichen.

Der Bund rechnet mit Kosten von 2,2 Milliarden Euro für die Maßnahme, die bis Ende 2021 gelten soll. Sie soll so schnell wie möglich in Kraft treten, muss aber erst von der EU-Kommission genehmigt werden. Dann soll sie voraussichtlich rückwirkend für alle Elektroautos und Plug-in-Hybride gelten, die ab dem 4. Juni neu zugelassen wurden. Dennoch dürfte die Nachfrage erst ab Juli spürbar anziehen, wenn zusätzlich die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent sinkt.

Änderungen bei der Kfz-Steuer

Als weitere Maßnahme entfällt die Kfz-Steuer für reine Elektroautos bis Ende 2030. Bisher war geplant, diesen Anreiz im Jahr 2025 auslaufen zu lassen. Außerdem soll ab 2021 hauptsächlich der CO2-Ausstoß als Basis für die Berechnung der Kfz-Steuer dienen. Ab einem Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer soll der Satz stufenweise angehoben werden. Weiterhin plant der Bund zwei Flottenaustauschprogramme, die es sozialen Diensten sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erleichtern, ihre Flotte auf Elektroautos umzustellen. Auch die Autohersteller selbst sollen Förderungen für Investitionen in neue Technologien, Verfahren und Anlagen erhalten.

Quellen / Weiterlesen

Berlin verdoppelt Bundesanteil am Umweltbonus – keine Kaufprämie für Verbrenner | electrive.net
Der 130-Milliarden-Wumms | Spiegel Online
Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken | Bundesfinanzministerium
Diese E-Autos werden jetzt besonders günstig | Spiegel Online
Bildquelle: Pikist
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. Blöd, dass ich meine erste Zoé schon 2013 gekauft habe, als Deutschland – mal wieder – mit der Prämie anderen Ländern hinterher hinkte.

    Aber das gute Gefühl – beim Fahren und beim Gewissen – hat Vieles ausgeglichen 😀

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