Die neue höhere Kaufprämie sorgte für einen Boom bei Elektroautos. Allein im Juli wurden fast 20.000 Anträge gestellt. Ein neues Verfahren soll die Antragstellung jetzt etwas vereinfachen. Außerdem will die Bundesregierung das Verbot einer Kombination von mehreren Förderprogrammen offenbar zurücknehmen, das für viel Ärger gesorgt hatte.

Bis zu 9.000 Euro Zuschuss

Im Juni erhöhte die Bundesregierung die Kaufprämie auf bis zu 9.000 Euro, und seitdem ging die Zahl der Anträge steil nach oben. Das BAFA meldete im Juli 19.993 Antragstellungen, mehr als jemals zuvor. Seit Jahresbeginn gingen 78,6 Prozent mehr Anträge ein als im Vorjahreszeitraum. Die Ablehnungsquote gibt das BAFA mit 5 Prozent an, wobei es sich hauptsächlich um Doppelanträge oder nicht rechtmäßig gestellte bzw. unvollständige Anträge handeln soll.

Verbot der Doppelförderung sorgte für riesigen Ärger

Die Bundesregierung sorgte vor ein paar Wochen allerdings mit der Ankündigung für Ärger, Antragsteller dürften mehrere Förderprogramme nicht länger miteinander kombinieren. Es sollte beispielsweise nicht mehr möglich sein, die Kaufprämie und die Elektroauto-Förderung in Nordrhein-Westfalen gleichzeitig einzustreichen. Wie Reuters berichtete, wollte das Wirtschaftsministerium damit eine „Überförderung“ vermeiden. Davon wären sowohl ländereigene Projekte als auch Bundesprogramme betroffen gewesen.

Nun rudert die Bundesregierung offenbar zurück. Wie das Handelsblatt berichtet, prüft die Bundesregierung derzeit „die Frage einer Erhöhung des Umweltbonus auch ohne Kumulationsverbot“ und zitiert dabei aus einem Schreiben von Staatssekretär Ulrich Nußbaum an den FDP-Bundestagsabgeordneten Bernd Reuther. „Die Abstimmungen dazu werden in Kürze abgeschlossen“, so Nussbaum. Das Bundeswirtschaftsministerium sagte dem Handelsblatt auf Nachfrage, man stehe „im konstruktiven Austausch dazu, wo es Anpassungs- und Handlungsbedarf gibt.“ Man wolle gemeinsam eine gute Lösung finden.

Weniger Bürokratie bei der Antragstellung

Andere Neuerungen betreffen die Art der Antragstellung, die teilweise einfacher werden soll. So müssen Antragsteller Daten, die das Kraftfahrt-Bundesamt schon hat, nicht erneut im Antrag angeben. Ab sofort muss nur noch die Fahrzeugidentifikationsnummer eingegeben werden, alle anderen Daten zu Hersteller, Modell und Halterhistorie werden automatisch abgerufen. Das erleichtert das Verfahren vor allem für Leasingkunden. Sie müssen beim Leasinggeber nun nicht länger den Fahrzeugbrief anfordern.

Auch für Flottenbetreiber wird es einfacher, sie können den Umweltbonus künftig für bis zu 500 Fahrzeuge desselben Modells gleichzeitig beantragen. Auch hier werden die Daten automatisch per Fahrzeugidentifikationsnummer abgerufen.

Grundsätzlich sollten sich Antragsteller jedoch beeilen, denn um die Prämie zu erhalten, muss das E-Auto rechtzeitig ausgeliefert werden. Die höhere Förderung soll zu Ende 2021 auslaufen, und für einige Modelle könnte das knapp werden. Auf den VW e-up, den Smart EQ oder den Mini Cooper SE müssen Käufer schon jetzt ein ganzes Jahr warten.

Quellen / Weiterlesen

Regierung will Doppelförderung für E-Mobile wieder möglich machen | Handelsblatt
Elektroautos boomen – doch deutsche Hersteller stehen nur in der zweiten Reihe | Handelsblatt
E-Auto-Boom fordert Bürokratie heraus: Förder-Verfahren soll einfacher werden | EFahrer
Bis zu 500 Elektroautos in einem Antrag – KBA und BAFA beschleunigen die E-Auto-Prämie | BAFA
E-Auto-Prämie: Regierung stoppt eigene Programme | t-online
Bildquelle: © AUDI AG
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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