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Die Nachfrage nach der Kaufprämie für Elektroautos geht weiter zurück. Das zeigen neue Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Im April gingen nur 2.863 Anträge für den sogenannten Umweltbonus ein, auch der März stellte mit 3.275 Anträgen einen Tiefpunkt dar. Wird das Geld bald anderweitig verwendet?

Es ist absehbar, dass die Mittel nicht ausgeschöpft werden

Eigentlich hatte der Bund 600 Millionen Euro für die Förderung von Elektroautos und Plug-in-Hybriden eingeplant und bereitgestellt, genug für 400.000 Fahrzeuge. Bisher wurden jedoch nicht einmal 20 Prozent der Gelder abgerufen: Seit Einführung der Prämie bis Ende April gingen insgesamt nur 60.412 Förderanträge beim BAFA ein. Beim Kauf eines Elektroautos teilen sich Staat und Hersteller die Fördersumme von 4.000 Euro je zur Hälfte. Bei einem Plug-in-Hybriden beträgt der Nachlass insgesamt 3.000 Euro. Der Netto-Listenpreis des Fahrzeugs darf maximal 60.000 Euro betragen.

BAFA-Präsident schlägt Förderung der Ladeinfrastruktur vor

Das Programm läuft planmäßig bis Mitte 2019, es sei denn, der Fördertopf wird schon vorher leer. Um die Nachfrage zu steigern, hatte der Bund bereits das Doppelförderungsverbot aufgehoben. Die Kaufprämie ist also jetzt auch mit anderen Förderprogrammen auf Länderebene kombinierbar. Wegen der geringen Nachfrage hatte BAFA-Präsident Andreas Obersteller allerdings schon Anfang des Jahres vorgeschlagen, die Gelder lieber in die Förderung der Ladeinfrastruktur zu stecken. Denn aus Sicht von Verbrauchern sei die unzureichende Infrastruktur ein wesentlicher Punkt, der gegen Elektroautos spreche. In der Tat geben Verbraucher in Umfragen zum Thema Elektroauto regelmäßig an, sie hätten Angst, mit leerem Akku liegenzubleiben. Obersteller sagte auch, die Nachfrage entspräche den Erwartungen des BAFA. Es sei klar, dass sich der Umstieg zur Elektromobilität nicht von heute auf morgen vollziehe.

Neuzulassungen von Elektroautos steigen

Doch obwohl das Interesse an der Kaufprämie gering ist, gehen die Neuzulassungen von E-Autos in Deutschland nach oben, auch wenn ihr Anteil insgesamt noch gering ist. Im März und April meldete das Kraftfahrt-Bundesamt ein starkes Plus: Im April wurden 3.171 reine Elektroautos neu zugelassen, ein Zuwachs von 124,4 Prozent im Vergleich zu März. Betrachtet man jedoch die gesamten PKW-Neuzulassungen, dann haben Elektroautos einen Anteil von nur einem Prozent an den 314.055 neu zugelassenen Fahrzeugen. Bei Hybridfahrzeugen liegt dieser Anteil bei 3,5 Prozent, insgesamt wurden 10.858 Hybride neu zugelassen, eine Steigerung von 69,8 Prozent.

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Quellen / Weiterlesen:
Kaum Interesse an Kaufprämie für Elektroautos | Deutsche Wirtschaftsnachrichten
Kaufprämie für Elektrofahrzeuge wird immer seltener beantragt | hardwareLUXX
Die Kaufprämie für Elektroautos verpufft | Welt
Bildquelle: Pixabay

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

3 KOMMENTARE

  1. Wenn die Hersteller liefern könnten würden auch mehr Förderungen beantragt werden. Bei aktuellen Lieferzeiten von 14 Monaten ist die Förderung bei Lieferung leider schon vorbei…

  2. Die wirklich interessante Zahl sind doch die 124% Steigerung zum Vorjahr. So ähnlich war es auch schon im Vorjahr. Saisonale Schwankungen sind immer drin.

    Interessant sind auch die erheblichen Lieferzeiten für eAutos. Teilweise muss man ja schon ein Jahr warten. Die Hersteller kommen dem Bedarf offensichtlich nicht nach.

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