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Das Unternehmen European Lithium erforscht schon länger einen Abbau von Lithium in Österreich. Jetzt wird es konkret: Schon 2021 könnte das Unternehmen bei Wolfsberg, 270 km südlich von Wien, das erste Lithium fördern.

Bau eines Bergwerks zum Lithium-Abbau könnte 2019 beginnen

Das meiste Lithium auf dem Weltmarkt stammt aus China und aus Südamerika. European Lithium, Tochterfirma eines australischen Konzerns, will den wertvollen Batterierohstoff deshalb direkt in Europa abbauen – als erster Produzent. Schließlich verfügt die Koralpe über eines der größten Lithium-Vorkommen Europas. Schon 2011 hat European Lithium den Stollen erworben und prüft seitdem die Machbarkeit. Wenn diese sich endgültig bestätigt, was noch im ersten Quartal 2019 der Fall sein könnte, beginnt der Bau eines untertägigen Bergwerks noch dieses Jahr.

10.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr

Von außen soll vom geplanten Bergwerk wenig zu sehen sein, doch unter Tage sollen 800.000 Tonnen Gestein pro Jahr abgebaut werden, das etwa 10 Prozent Lithium enthält. Alles nicht benötigte Gesteinsmaterial will European Lithium wieder in den Berg zurückführen. Sofern alles klappt, entstehen bis zu 400 Arbeitsplätze im Drei-Schicht-Betrieb. European Lithium hofft, schon Ende 2021 das erste Lithiumhydroxid in Österreich herstellen zu können. Pro Jahr rechnet die Firma mit der Herstellung von 10.000 Tonnen Lithiumhydroxid und einem Gewinn von rund 12.000 Euro pro Tonne. Dem gegenüber stehen hohe Investitionen: Allein in die Probebohrungen und Studien hat European Lithium schon etwa 8 bis 10 Millionen Euro investiert. Für das Bergwerk und die Produktionsanlage von Lithiumhydroxid fallen 425 Millionen Euro an.


Quelle: tradingeconomics.com

Unterstützung von der EU erhofft

Das gewonnene Lithium muss anschließend in einer Aufbereitungsanlage in einen Stoff umgewandelt werden, der in Batterien verbaut werden kann. Diese Anlage könnte ebenfalls in der Nähe des Abbaugebietes entstehen. Der Abbau in Österreich soll mindestens zehn Jahre laufen, könnte sich aber auch verlängern: European Lithium rechnet damit, im Abbaugebiet weitere Lithium-Vorkommen aufzuspüren. Man erhofft sich für das Projekt auch die Unterstützung der Europäischen Union, denn die EU hat großes Interesse daran, sich in Bezug auf Batteriezellen für die Elektromobilität unabhängig von asiatischen Herstellern zu machen. Der europäischen Autoindustrie droht eine komplette Abhängigkeit von Importen, weshalb die EU auch auf eine eigene Herstellung von Batteriezellen drängt.

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Quellen / Weiterlesen

Wolfsberg Lithiumprojekt | European Lithium
Pläne für Lithiumabbau werden konkreter | ORF
Bildquelle: © European Lithium Ltd.
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Prof. Dr. Johann Nagengast
Nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und Promotion zum Thema „Outsourcing von Dienstleistungen“ an der Universität Regensburg war Johann Nagengast in verschiedenen internationalen Unternehmen in führenden Positionen tätig. Seit 2001 ist er Professor für Internationales Management und Project Management an der Technischen Hochschule Deggendorf. Als Trainer, Coach und Berater ist er intensiv in verschiedenen internationalen Projekten tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der praxisnahen und pragmatischen Vermittlung und unternehmensspezifischen Anwendung aller Aspekte des Projektmanagements.

1 KOMMENTAR

  1. „Gestein abgebaut werden, das etwa 10 Prozent Lithium enthält“
    Aber sicher doch. Wenn es ein Zwanzigstel davon wäre, wäre ich schon zutiefst beeindruckt.

    Mich würde echt mal interessieren, wer solche Märchen in die Welt setzt. Aber es ist schon interessant, wer solche Märchen unreflektiert als Meldung weiterverbreitet…

    „Man erhofft sich für das Projekt auch die Unterstützung der Europäischen Union“
    Gibt es eigentlich in Europa noch irgend einen Unternehmer, dessen Geschäftsplan nicht darin besteht, die Steuerzahler zu schröpfen?

    „die EU hat großes Interesse daran, sich in Bezug auf Batteriezellen für die Elektromobilität unabhängig von asiatischen Herstellern zu machen“
    Hahaha, der war gut! Ja klar, als man das Märchen von der Klimakatastrophe aus dem Hut gezaubert hat, war man davon überzeugt, damit der eigenen Industrie einen gewaltigen Vorteil zu verschaffen und insbesondere den Entwicklungs- und Schwellenländern die industrielle Entwicklung verbauen zu können um sich diese auf Dauer als Absatzmärkte zu sichern – aber inzwischen sollte sich doch wirklich herumgesprochen haben, dass dieser Plan gründlich in die Hose ging.

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