Im September 2020 erregte das kalifornische Start-up ZeroAvia Aufsehen, als es zum ersten Mal ein wasserstoffbetriebenes Passagierflugzeug starten ließ. Jetzt plant ZeroAvia eine enge Zusammenarbeit mit British Airways und hat eine Finanzierungsrunde über 17,5 Millionen Euro abgeschlossen.

Serienreifes Wasserstoff-Flugzeug schon 2023

Der Erstflug des Wasserstoff-Flugzeugs von ZeroAvia fand am englischen Flughafen Cranfield statt, wo ZeroAvia eine Niederlassung hat. Ein weiterer Flug über 250 Meilen (400 Kilometer) war noch 2020 geplant, wurde allerdings verschoben. Er soll aber in den nächsten drei Monaten stattfinden. Bis 2023 will ZeroAvia serienreife Technik für Wasserstoffantriebe liefern.

British Airways auf grünem Kurs

Hier kommt British Airways ins Spiel: Die Fluggesellschaft will prüfen, ob ein Umstieg auf Wasserstoff für die eigene Flotte machbar ist. Dazu wollen British Airways und ZeroAvia künftig zusammenarbeiten, um die Entwicklung schadstoffarmer Flugzeuge zu beschleunigen. British Airways-CEO Sean Doyle sagte, sein Unternehmen wolle eine nachhaltige Zukunft und Klimaneutralität bis 2050. Mittel- und langfristig will die Airline dafür unter anderem neue Technologien wie Wasserstoff-Flugzeuge voranbringen.

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ZeroAvia will seine Wasserstoff-Brennstoffzell-Antriebe zunächst in Flugzeugen mit bis zu 20 Sitzplätzen verbauen. Diese sollen etwa 500 Meilen weit fliegen, gut 800 Kilometer. Mittelfristig sollen Wasserstoff-Flugzeuge für 50 bis 100 Passagiere möglich sein. Langfristig geht ZeroAvia davon aus, dass Brennstoffzellen-Flugzeuge mit mehr als 200 Sitzplätzen und tausenden Kilometern Reichweite machbar sind.

Auch die britische Regierung fördert ZeroAvia

Davon konnte das Start-up jetzt auch Investoren überzeugen. In einer Series-A-Finanzierungsrunde sammelte ZeroAvia umgerechnet 17,5 Millionen Euro ein und erhielt zudem eine Förderzusage der britischen Regierung. Zu den Investoren gehören der Climate Pledge Fund von Amazon, Breakthrough Energy Ventures von Bill Gates, Horizons Ventures, Shell Ventures und andere. Von der britischen Regierung bekommt ZeroAvia umgerechnet weitere 13,7 Millionen Euro.

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Das Geld soll die nächste Entwicklungsphase der Wasserstoffantriebe finanzieren. ZeroAvia geht davon aus, dass Flugzeuge mit Wasserstoffantrieb den Fluggesellschaften Geld sparen, weil weniger Kosten für Kraftstoff und Wartung anfallen.

Quellen / Weiterlesen

British Airways partners with ZeroAvia on Hydrogen Passenger Aircraft | Electrical Vehicle Research
ZeroAvia to partner with British Airways on hydrogen power and secures UK funding towards HyFlyer project | Greenair Online
British Airways Partners With Zeroavia To Speed Up The Switch To Hydrogen-Powered Passenger Aircraft | British Airway
Wasserstoffflugzeug: ZeroAvia bekommt Geld von Bill Gates und Jeff Bezos | heise online
ZeroAvia: Millionenbeträge von Investoren und Staat | electrive.net
Bildquelle: © British Airways

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. Das Rennen wird spannend: BEV- gegen FCEV-Flugzeuge (Batterien gegen Wasserstoff).

    Bei den Landfahrzeugen ist die Sache inzwischen klar: BEV schlägt FCEV in allen Bereichen.

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