Schon länger gibt es Hinweise, dass Tesla selbst Batteriezellen herstellen will. Jetzt gibt es neue Details: Das Projekt heißt Insidern zufolge „Roadrunner“ und soll den Preis pro Kilowattstunde auf 100 US-Dollar senken. Das gilt als die magische Grenze, ab der Elektroautos preislich mit Benzinern mithalten können.

Tesla setzt auch auf Trockenelektroden-Technologie

Die Produktionslinie für Batteriezellen könnte in Fremont entstehen. Dort arbeiten Tesla-Mitarbeiter dem Anschein nach bereits an eigenen Zellen sowie an Maschinen und Prozessen für die Fertigung der Zellen. Jetzt berichtet Electrek unter Berufung auf Insider, dass das offiziell noch geheime Projekt auf die Massenproduktion von Zellen abzielt, die eine höhere Energiedichte haben und günstiger sind.

Dabei nutzt Tesla Technologien, die unter anderem vom Batterieforscher Jeff Dahn in dessen Forschungslabor in Kanada entwickelt wurden. Auch mit der Übernahme von Maxwell, einem Hersteller von Superkondensatoren, hat sich Tesla den Zugang zu neuen Batterietechnologien gesichert. Dabei geht es vor allem um Maxwells Trockenelektroden. Mit dieser Technologie könnte es Tesla gelingen, günstigere Zellen mit gleichzeitig höherer Energiedichte zu produzieren. Mit dem Ergebnis, dass Elektroautos mit kleineren Batterien auskommen. Die Zellen sollen auch in den stationären Speichern Powerwall und Powerpack verbaut werden.

Die Machbarkeit ist bereits erwiesen

Offenbar hat Tesla im Roadrunner-Projekt bereits Prototypen der Zellen hergestellt und die grundsätzliche Machbarkeit (Proof of Concept) bewiesen. Man geht davon aus, bereits ab 2021 in die „Disruption Zone“ zu gelangen und bald darauf den Durchbruch zum Massenmarkt zu schaffen. Eine veröffentlichte Grafik zeigt für 2020 eine Energiedichte von 385 Wh/kg, was den Angaben nach 10 Prozent mehr als bei Nasselektroden ist und pro Elektroauto zwischen 200 und 1.000 Dollar einspart. Um 2023 herum geht die Grafik schon von 435 Wh/kg und ab etwa 2028 von über 500 Wh/kg aus.

Was wird aus der Partnerschaft mit Panasonic?

Näheres zum Geheimprojekt könnte Tesla auf dem Battery Investor Day bekanntgeben, der im April stattfindet. Dann könnte sich Elon Musk auch zur Zukunft der Zusammenarbeit mit Panasonic äußern. In der Vergangenheit hatte es Konflikte zwischen Tesla und dem japanischen Batteriehersteller gegeben, der seit Jahren Zellen direkt in Teslas Gigafactory 1 in Nevada herstellt. Aus der Fertigung von Solarzellen für das Solar Roof will sich Panasonic zurückziehen. In der neuen Gigafactory in Shanghai hat sich Tesla bereits für andere Batterie-Lieferanten wie LG Chem und den chinesischen Hersteller CATL entschieden.

Quellen / Weiterlesen

Tesla: Kosten eigene Batteriezellen weniger als 100 Dollar/kWh? | electrive.net
Tesla’s secret Roadrunner project: new battery production at $100 per kWh on a massive scale | electrek
Bildquelle: Needpix
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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