Tesla wird in China künftig Batteriezellen von CATL beziehen. Einer Mitteilung zufolge soll CATL den US-Autobauer ab Juli zwei Jahre lang beliefern. Die Zusammenarbeit bezieht sich nur auf das neue China-Werk von Tesla. Bisher hatte Tesla bei Batteriezellen ausschließlich mit Panasonic zusammengearbeitet.

Die CATL-Zellen kommen ohne Kobalt aus und sind günstiger

Die Gespräche mit CATL laufen bereits seit über einem Jahr. Tesla will von CATL Lithium-Eisenphosphat-Batterien beziehen, die ohne Kobalt auskommen. Sie sollen außerdem „um einen zweistelligen Prozentsatz“ günstiger sein als herkömmliche Batterien, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Wie hoch das Liefervolumen in den nächsten beiden Jahren ist, soll auf Basis der Auftragslage erst später festgelegt werden. In China bezieht Tesla auch Zellen von LG Chem. In den USA bleibt allerdings Panasonic Batteriepartner.

Tesla könnte 25 Prozent Kosten sparen

Der Marktforschungsfirma Benchmark Mineral Intelligence zufolge wird CATL Tesla mit prismatischen statt zylindrischen Zellen beliefern. Diese sollen aber an das Akkupaket des Model 3 angepasst werden. Demnach werde Tesla die Zellen von CATL nur in der Standard-Range-Version des Model 3 in China verbauen. Für die Long-Range-Version werde Tesla NCM-811-Zellen von LG Chem einsetzen, so die Marktforschungsfirma. Benchmark Mineral Intelligence geht zudem davon aus, dass es für Tesla keine Rolle gespielt hat, dass die Zellen von CATL ohne Kobalt auskommen. Vielmehr habe der Autobauer die Entscheidung rein aus Kostengründen getroffen. Die Einsparungen sollen geschätzt bei über 25 Prozent liegen.

Wie CATL die Energiedichte von Lithium-Eisenphosphat-Zellen erhöht hat

Die Lithium-Eisenphosphat-Zellen von CATL sollen eine höhere Energiedichte als herkömmliche Batterien dieses Typs aufweisen. Das haben die Chinesen nach eigenen Angaben mit einer selbst entwickelten Cell-to-Pack-Technologie (CTP) erreicht, die die massenbezogene Energiedichte um 10 bis 15 Prozent erhöht. Die volumenbezogene Nutzungseffizienz soll um 15 bis 20 Prozent verbessert worden sein. Das bedeutet, dass die Batterie bei gleicher Größe mehr Energie speichern kann. Zudem sollen die Batterien 40 Prozent weniger Bauteile benötigen.

Tesla hat in Shanghai vor kurzem seine erste Autofabrik in China eröffnet, in der jetzt das Model 3 – angepasst an den chinesischen Markt – vom Band rollt. Aktuell wartet der Autobauer aus dem Silicon Valley auf die Genehmigung der chinesischen Behörden, dort auch die Long-Range-Version des Model 3 bauen zu dürfen. Tesla-CEO Elon Musk stellt seine weitere Batteriestrategie im April vor.

Quellen / Weiterlesen

CATL to supply Tesla with batteries from July 2020 | Gasgoo
Tesla könnte in China LFP-Zellen von CATL beziehen | electrive.net
LFP & Prismarc Battery Cells At Core Of Tesla’s China Strategy | Benchmark Mineral Strategy
Tesla in talks to use CATL’s cobalt-free batteries in China-made cars – sources | Reuters
Bildquelle: Piqseles
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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