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Teslas Produktionsprobleme beim Model 3 bereiten Batteriepartner Panasonic offenbar Sorge. Die Japaner haben bisher 1,5 Milliarden Dollar in die Gigafactory 1 investiert, wo sie die Batteriezellen für Teslas Stromer herstellen. Auf Elon Musks Ankündigung, bald den Standort der ersten Gigafactory in China bekanntzugeben, in der sowohl Elektroautos als auch Batterien gebaut werden sollen, reagierte Panasonic nun überraschend zurückhaltend. Nichts sei in Stein gemeißelt, hieß es. Steht der Deal auf der Kippe?

Seit Monaten fast nur schlechte Nachrichten aus dem Hause Tesla

Teslas Quartalszahlen gaben zwar neulich Anlass zur Hoffnung, die Kalifornier konnten Umsatz und Gewinn steigern. Doch Elon Musk hat in den letzten Monaten viele Negativschlagzeilen gemacht, der Aktienkurs von Tesla brach vorübergehend um ein Viertel ein. Die Produktionszahlen des Tesla Model 3 liegen immer noch weit hinter den Erwartungen. Kein Wunder also, dass sich der eher risikoscheue Panasonic-Konzern nun zurückhaltend zeigt. Die Pläne für weitere Investitionen seien nicht fest, sagten mehrere ranghohe Manager der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei. Man werde nach einer sachlichen Bewertung der Situation entscheiden, sagte einer der Manager. Die Panasonic-Vertreter kritisierten auch Elon Musks Verhalten während einer Telefonkonferenz mit Analysten scharf. Er hatte Fragen nach Kapitalinvestitionen und den Reservierungszahlen für das Model 3 als „blöd“ und „langweilig“ abgebügelt. „Er ist nicht in der Position, so etwas zu sagen“, sagte ein Panasonic-Mitarbeiter Nikkei gegenüber.

Die Verzögerungen beim Tesla Model 3 verschlechtern das Ergebnis von Panasonic

Bis 2020 wollen Tesla und Panasonic gemeinsam bis zu 5 Milliarden Dollar in die Gigafactory 1 in Nevada investieren. Tesla strebt an, dort Batterien mit einer Gesamtkapazität von 35 Gigawattstunden im Jahr herzustellen. Doch die Verzögerungen beim Tesla Model 3 verschlechtern auch das Betriebsergebnis von Panasonic. Schafft Tesla den Sprung von der Nische in den Massenmarkt nicht, hätte das auch einschneidende Folgen für den japanischen Konzern, der seinen Fokus gerade von der Unterhaltungselektronik hin zum Geschäft mit Unternehmenskunden verlagert. Die wichtigste Sparte dabei ist die Akkuproduktion für die Autoindustrie.

Der japanische Konzern ist in einer Zwickmühle

Panasonic ist deshalb in einer schwierigen Lage. Einerseits ist Teslas Zukunft aktuell unsicher, die Japaner laufen Gefahr, mit weiteren Investitionen Geld zu verbrennen. Dennoch zeigt sich Panasonic-Chef Kazuhiro Tsuga grundsätzlich offen für eine Partnerschaft mit Tesla in China. Aus der Langzeitperspektive betrachtet, sei Teslas Produktion zügig aufgebaut worden, sagte er. Tsuga weiß: Kehrt er Tesla den Rücken, setzt er die Chance aufs Spiel, der Hauptzulieferer für Teslas Chinageschäft zu werden. Die Konkurrenz schläft nicht, das chinesische Unternehmen CATL ist dabei, zum größten Hersteller von Batteriezellen in China aufzusteigen. CATL investiert Milliarden, will seine jährliche Produktionskapazität bis 2020 auf 50 Gigawattstunden erhöhen und kooperiert bereits mit großen Autoherstellern wie VW und BMW, Berichten zufolge auch mit Nissan. Kehrt Panasonic Tesla in China den Rücken, riskiert der Konzern, seinen Konkurrenten umso mehr Auftrieb zu geben.

Bei Panasonic hat man aber auch gute Gründe, vorsichtig zu sein. Die Japaner haben sich in der Vergangenheit bereits mit hohen Investitionen in Fabriken für Plasma-Displays die Finger verbrannt. Die Technologie wurde letztendlich von der LCD-Technologie überholt. Hinzu kommt Panasonics Kooperation mit Autobauer Toyota, der einem Panasonic-Manager zufolge als Partner ebenso wichtig werden soll wie Tesla. Auch hier stehen Panasonic voraussichtlich Investitionen ins Haus: Die beiden Unternehmen planen, gemeinsam Batterien für Elektroautos zu entwickeln.

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Quellen / Weiterlesen:
Panasonic rattled by high-maintenance partner Tesla | Nikkei Asian Review
Panasonic Wavering on Tesla Commitment | wccf tech
Bildquelle: flickrSteve Jurvetson

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. War nicht eines der Probleme des schleppenden Starts des Model 3 die des Battery Packs?
    Man will also noch mehr vom mehr und ist mit einem gleichbleibenden nicht zufrieden?
    Und ich finde es äusserst Mühsam, dass jedesmal wenn Tesla Furzt es in die Medien schafft. Brennt mal ein Tesla – Bumm: Titelseite. Von den anderen 15’000 brennenden Verbrenner im Jahr in DE – kein Wort.

    rog

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