BMW will künftig Batteriezellen vom schwedischen Unternehmen Northvolt beziehen. Die beiden Unternehmen haben einen Langzeit-Liefervertrag mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro abgeschlossen. Die Zusammenarbeit zwischen Northvolt und BMW schließt auch den Einkauf von Rohstoffen und das Batterierecycling mit ein.

Northvolt baut Batteriefabriken in Schweden und Deutschland

Northvolt baut in Schweden die größte Zellfabrik in Europa auf und will nächstes Jahr mit 8 Gigawattstunden starten. Bis 2030 will das Start-up seine Kapazität dann auf 32 GWh erhöhen, das reicht für etwa eine halbe Million Elektroautos im Jahr. Daneben baut Northvolt gemeinsam mit VW eine Zellfabrik in Salzgitter auf, Northvolt Zwei genannt.

BMW will bis 2023 schon 25 Autos mit Elektroantrieb auf dem Markt haben und braucht dafür Zellen. Die Batterien baut BMW zwar selbst zusammen, die Zellen aber stammen von externen Lieferanten. „Mit Northvolt haben wir einen dritten Batteriezell-Lieferanten gewonnen, neben unseren bisherigen Partnern CATL und Samsung SDI. Der Vertragsabschluss ist ein weiterer Schritt, um unseren steigenden Bedarf an Batteriezellen langfristig abzusichern“, sagte Einkaufsvorstand Andreas Wendt. Wie lange der Vertrag mit Northvolt läuft, sagte BMW nicht.

Schlüsselfaktor Nachhaltigkeit

Laut BMW spricht vor allem die Nachhaltigkeit entscheidend für Northvolt als Lieferanten. Denn der Strom zur Herstellung der Batteriezellen wird regional in Nordschweden aus Wind- und Wasserkraft erzeugt. Man habe mit seinen Zellherstellern vertraglich vereinbart, dass sie bei der Produktion unserer fünften Generation von Batteriezellen nur noch Grünstrom verwenden dürfen, sagte Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG. „Für einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz wollen wir die gesamthafte Ökobilanz unserer Produkte verbessern. Das gilt gerade für die energieintensive Herstellung der Hochvoltspeicher für Elektrofahrzeuge“, so Zipse.

BMW und Northvolt kaufen Rohstoffe gemeinsam

Die Batterierohstoffe beziehen BMW und Northvolt gemeinsam direkt aus Rohstoffminen, die die hohen Nachhaltigkeitsanforderungen beider Unternehmen erfüllen, teilte BMW mit. Dabei geht es um die Schlüsselrohstoffe Kobalt und Lithium. Oberste Priorität haben laut BMW dabei Umweltstandards, Menschenrechte sowie die Reduzierung des CO2-Footprints. BWW will außerdem mit der fünften Generation der Elektroantriebe ab 2021 ohne Seltene Erden auskommen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Batterierecycling: Schon bei der Entwicklung der Zellen wird im gemeinsamen Technologiekonsortium von BMW und Northvolt konsequent auf ein recycelbares Zelldesign geachtet. Über Recycling ist zudem eine umfassende Wiederverwertung der Rohstoffe möglich, um den Rohstoffnachschub zu sichern.

Quellen / Weiterlesen

BMW Group treibt Elektromobilität weiter voran: Langzeit-Liefervertrag mit Northvolt für Batteriezellen aus Europa abgeschlossen | BMW
BMW Group signs long-term supply agreement for battery cells with Northvolt | Northvolt
BMW schließt „langfristigen“ Liefervertrag mit Northvolt | electrive.net
BMW holt dritten Lieferanten für Batteriezellen | Handelsblatt
Bildquelle: © BMW Group
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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