In Norwegen hat sich ein neuer Batteriehersteller gegründet. Morrow Batteries will Batteriezellen für Elektroautos produzieren und bis 2024 seine erste Fabrik fertigstellen. Das Ziel sind umweltfreundliche und nachhaltige Batteriezellen für europäische Autohersteller.

Für Morrow Batteries haben sich das Energieunternehmen Agder Energi, die Umweltorganisation Bellona und der Eigentümer des Abfallverarbeiters NOAH AS, Bjørn Rune Gjelstens, zusammengetan. Sie wollen ihre Zellfertigung in Agder in Südnorwegen aufbauen und zusätzlich ein Forschungszentrum errichten. Wenn die erste Ausbaustufe der Fabrik 2024 fertig ist, will Morrow 8 Gigawattstunden pro Jahr produzieren. Die Kapazität soll sich nach und nach auf 32 Gigawattstunden vervierfachen.

Nachhaltigkeit steht im Vordergrund

Morrow will von der wachsenden Nachfrage nach Elektroautos profitieren, legt dabei aber größten Wert auf Nachhaltigkeit. Die heutige Batterieproduktion sei nicht nachhaltig, teilte das Unternehmen mit. Nicht nur der Rohstoffverbrauch sei ein Problem, sondern auch die Tatsache, dass ein großer Teil der Batteriezellen in Asien mit Strom aus Kohlekraft hergestellt werde.

Die Idee einer umweltfreundlichen Batterieherstellung in Norwegen stammt von Frederic Hauge, Umweltaktivist und Gründer der Bellona-Stiftung, die ebenfalls Teil des Projekts ist. „Ich bin überzeugt, dass wir die eskalierende Klimakrise nur stoppen können, wenn die Welt so schnell wie möglich eine stabile Versorgung mit Energie aus Sonne und Wind sicherstellt“, so Hauge. Ein entscheidender Faktor dabei seien nachhaltige Optionen für die Energiespeicherung. Deshalb habe man das Projekt ins Leben gerufen.

Für den Standort in Südnorwegen spricht, dass es dort viel überschüssigen Strom aus Wasserkraft gibt, um die Zellfabrik mit Strom zu versorgen. Zunächst will Morrow zwar Batteriezellen auf Basis von bestehenden Technologien – also Lithium-Ionen-Zellen – bauen, sich später aber auf neue, umweltfreundlichere Batterietypen wie Lithium-Schwefel konzentrieren. Bei der Produktion will man auch Abfallprodukte aus der norwegischen Ölindustrie nutzen. Außerdem verfügt Agder Energi nach eigenen Angaben über ein Netzwerk von Lieferanten kritischer Rohstoffe.

Morrow strebt einen Marktanteil von 2,5 Prozent an

Morrow verfügt nach eigener Aussage über alle Voraussetzungen, um sofort Großbatterien herstellen zu können: Know-how, Finanzierung, Vereinbarungen, Strategie und Technologieplattform. Wenn es Morrow gelingt, in Europa einen Marktanteil von 2,5 Prozent zu erreichen, könnten laut dem Forschungsinstitut SINTEF in Norwegen rund 10.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Ausreichend Fachkräfte gäbe es ebenfalls, da in der Region mehrere Elektrochemiekonzerne angesiedelt sind.

Morrow Batteries wird 2021 mit dem Bau seiner Zellfabrik beginnen. Das Unternehmen erhält unter anderem Geld aus dem EU-Forschungsprogramm Horizon 2020.

Quellen / Weiterlesen

Norweger planen Bau eines Batteriezellenwerks mit 32 GWh | electrive.net
A New 32GWh Gigafactory Will Build Sustainable Batteries In Norway | Forbes
Morrow Batteries aims to build the first giga battery cell factory in Norway | Battery Industry
Norway environmental heavyweights to build $4.5 billion EV battery industry | The Driven
Norwegen erhält erste Batteriezellenfabrik | BusinessPortal Norwegen
Bildquelle: Wikipedia – Norsk Elbilforening (Norwegian Electric Vehicle Association) / CC BY

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