Lithium-Schwefel-Akkus kennen wir schon länger als mögliche Nachfolger für Lithium-Ionen-Akkus. Das Unternehmen Brighsun aus Australien hat jetzt einen großen Durchbruch angekündigt: Brighsun arbeitet an einer Lithium-Schwefel-Batterie, mit der Elektroautos eine Reichweite von fast 2.000 Kilometer erreichen sollen.

Nach 1.700 Ladezyklen noch 91 Prozent Kapazität

Brighsun zufolge hat die Batterie eine 5 bis 8 Mal so große Speicherkapazität wie konventionelle Akkus. Und sie soll langlebig sein, was bei diesem Batterietyp bisher ein Problem war. Konkret soll der Lithium-Schwefel-Akku nach 1.700 Ladezyklen noch 91 Prozent Kapazität haben, wenn er mit einer Rate von 2C in 30 Minuten einmal be- und entladen wird. Bei schnellerem Laden mit 5C, wo das Be- und Entladen nur 12,5 Minuten dauert, liegt die Restkapazität nach 1.000 Zyklen noch bei 74 Prozent.

Unerwünschte Nebenreaktionen werden verhindert

Brighsun hat acht Jahre an der Batterie gearbeitet, die jetzt als Prototyp vorliegt. Um die guten Werte zu erreichen, hat das Unternehmen einen Weg gefunden, um die Bildung von Polysulfiden an der Schwefelkathode zu verhindern. Diese entstehen, wenn der Akku in Betrieb ist, und wandern als unerwünschte Nebenreaktion über den flüssigen Elektrolyten hinüber zur Lithium-Anode. Dort reagieren sie mit dem Lithium. Als Folge ist weniger Schwefel in der Batterie vorhanden, wodurch die Kapazität der Lithium-Schwefel-Batterie sinkt.

Und noch ein weiteres unerwünschtes Phänomen hat Brighsun in seinem Akku eigenen Angaben nach eliminiert: Die Bildung von Dendriten an der Anode, die ebenfalls die Kapazität vermindern können und im schlimmsten Fall zu Kurzschlüssen in der Batterie führen. Damit habe man den Weg für Lithium-Schwefel-Batterien im Elektroauto geebnet, teilte Brighsun mit.

Lithium-Schwefel-Batterien haben den Vorteil, dass sie ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt auskommen. Ohne Lithium geht es zwar auch hier nicht, aber dafür ist Schwefel als Rohstoff reichlich vorhanden und günstig. Brighsun geht davon aus, dass seine Lithium-Schwefel-Batterie günstiger wird als konventionelle Lithium-Ionen-Akkus. Das Unternehmen geht von unter 100 AUD pro Kilowattstunde aus, also maximal 60 Euro/kWh.

Lithium-Schwefel-Akkus auch für Smartphones

Wie so oft dauert es aber noch eine Weile, bis die Lithium-Schwefel-Batterie marktreif ist. Brighsun sucht aktuell Investoren, um die Batterie zu testen und die Serienproduktion zu finanzieren. Wenn alles klappt, könnten die Batterien nicht nur Elektroautos zu hohen Reichweiten verhelfen. Smartphones etwa könnten dann ebenfalls bis zu einer Woche durchhalten, wie Brighsun betont.

Quellen / Weiterlesen

2000km on a Single Charge: Brighsun’s Revolutionary EV Batteries to Enter Industrial Trials | Brighsun New Energy
Lithium-Sulphur Batteries Could Provide 1,200-Mile Per Charge Range | Inside EVs
Lithium-Schwefel-Technologie: Der 1.000-Kilometer-Akku | mdr Wissen
Lithium-Schwefel-Batterien | Batterieforum Deutschland
Bildquelle: © Brighsun New Energy

7 KOMMENTARE

  1. Sehr interessant! Vielen Dank für diesen Artikel. Vielleicht klappts demnächst auch mit der Combo Eisen-Schwefel, dann bräuchten wir weder Lithium noch Cobalt.

  2. @wannä
    wieso? Die Stahlindustrie macht diese Superduperbatterie auch nicht grüner.

  3. Badum-Tsss… der nächste Wunderakkubauer….nettes Marketing um Geld zu sammeln. Nehmt es mir nicht übel…ich mach den Sekt auf wenn die ersten 50 GWh an Akkukapazität produziert und auf dem Markt sind und tatsächlich für 60€/KWh verkauft wurden

  4. @Andreas Fend: Wenn Du jedes Mal, wenn wieder ein billigerer Akku prognostiziert wurde (kannst ja mal hier nachlesen), diesen Bedenkenträger-Post abgeschickt hättest, wärst Du Premiumkunde beim Sekthändler Deine Wahl.

    Nachher wurdest Du jedes Mal widerlegt.

  5. @Max: Wo ist der Zusammenhang?

    H2 hat in der Mobilität nichts zu suchen, vielleicht gerade noch in der Luft- und Raumfahrt. In der Stahlindustrie hat er durchaus seine Berechtigung. Der 3-fache Stromverbrauch pro km macht ihn einfach unmöglich.

    Sowieso wird er erst interessant, wenn wir wesentliche Überschüsse haben, die nicht von den BEVs und anderen Verbrauchern aufgenommen werden.

    Und die Stahlindustrie hat nicht das Problem der Fool Cell, dass 30 % Energie verloren geht. Als Ersatz für Kohle ist da H2 durchaus interessant.

  6. Mein Akku (41 kWh) hat vor 3 Jahren noch 8.000,- gekostet, also ca. 200 Euro pro kWh. Heute würde er wohl nur noch 6.000 kosten, mit Tesla 4.000 und mit diesem Akku 2.400. Eine super Entwicklung, die hoffentlich die eMobilität kräftig vorantreibt.

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