Mazda lässt den Wankelmotor auferstehen, aber nicht nur im neuen E-SUV MX-30, wo er als Range Extender dient. Die Japaner haben zusätzlich ein interessantes Patent für einen Hybrid-Antrieb mit Wankelmotor angemeldet. Laut Mazda zeichnet sich der Antrieb vor allem dadurch aus, dass er kompakter und leichter ist als konventionelle Allradantriebe.

Wankelmotoren sind Kreiskolbenmotoren, die sowohl mit Benzin als auch mit gasförmigem Kraftstoff arbeiten, zum Beispiel mit Autogas. Sie sind kleiner, leichter und laufen ruhiger als konventionelle Motoren. Im MX-30 befinden sich Elektromotor und Wankelmotor vorn, der E-Motor treibt dabei nur die Vorderräder an.

Drei Elektromotoren und ein Verbrennungsmotor

Das zum Patent angemeldete Hybridsystem ist dagegen sehr ungewöhnlich aufgebaut. Eine Skizze zeigt: Der Verbrennungsmotor ist vorn und versorgt einen 25 kW starken Heckmotor mit Strom, der die Hinterräder antreibt. Außerdem gibt es zwei elektrische Radnabenmotoren an der Vorderachse, die ihren Strom von einem Superkondensator bekommen. Superkondensatoren sind sehr leistungsfähige Energiespeicher und lassen sich extrem schnell laden und entladen.

Die integrierte Lithium-Ionen-Batterie mit 48 Volt hat 3,5 kWh Speicherkapazität. Sie speist ebenfalls den Heckmotor, der bei sanften Beschleunigungsvorgängen ins Spiel kommt. Wird mehr Leistung gebraucht, übernehmen das automatisch die Radnabenmotoren vorn. Bei Bedarf kann der Verbrennungsmotor die Hinterräder auch direkt antreiben. Was der gesamte Antrieb leistet und wie effizient er ist, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

Batterie und Supercaps speisen sich gegenseitig

Wie viel die Superkondensatoren leisten, gab Mazda nicht bekannt. Sie sollen die Rekuperationsenergie der Vorderachse aufnehmen und beim Beschleunigen wieder abgeben. Sind sie voll, fließt die Bremsenergie stattdessen in die Lithium-Ionen-Batterie. Bei Bedarf fließt Strom auch in die umgekehrte Richtung in die Supercaps.

Mazda geht es um Gewichtsersparnis

Der Antrieb kann mit einem Wankelmotor umgesetzt werden, theoretisch wäre aber auch ein Reihen- oder V-Motor möglich. Mazda hebt aber hervor, dass der Wankelmotor wegen seiner kompakten Bauweise am besten geeignet sei. Der Autobauer will im Vergleich zu konventionellen elektrischen Allradantrieben, wo mehrere Elektromotoren mit einer großen Batterie kombiniert werden, vor allem Gewicht einsparen.

Quellen / Weiterlesen

Mazda patentiert interessanten Wankel-Hybrid-Antrieb | yahoo! Nachrichten
Wildes Mazda RX-9 Gerücht: Das Auto kommt, aber ohne Wankel | motor1.com
Let Me Tell You About A Strange Rumor We Just Heard About A Future Mazda RX-9’s Engine | Jalopnik
Mazda arbeitet an außergewöhnlichem Wankel-Hybrid | electrive.net
Bildquelle: © Mazda Motors Deutschland GmbH
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

4 KOMMENTARE

  1. Ein totgeborenes Kind für eine ganz kleine Nische.

    Die Zeit für Hybride ist eigentlich vorbei. Tesla baut BEVs mit weit besseren Leistungen, weit besserer Umweltbilanz und weit günstigerem Preis.

    Er wird seine Käufer finden. Tut Ferrari ja auch…

  2. Gewicht einsparen, offenbar haben sie den 150 Tank für den Wankel noch vergessen. Die kleine Batterie von 3,3KWh kann nur sehr wenig Strom rekuperieren. Für was soll die Grosse sein.? Ein heilloses Technikdurcheinander. Wie bereits vernommen wissen, diese Leute noch gar nicht was sie eigentlich wollen.

  3. Meines Erachtens ist es kein tot geborenes Kind oder eine kleine Nische. Die automobile Welt besteht nicht nur aus Europa und den USA. Es gibt viele Länder, wo die Energieversorgung nur knapp den normalen Bedarf an Strom decken kann. Der Strom wird da auch meistens mittels schmutzigen Kraftwerken erzeugt.

    Ich lebe in Thailand und wäre sehr an einem BEV interessiert. Es gibt aber noch praktische keine Ladeinfrastruktur und keine richtigen Schnellader. Ein Hybrid à la Mazda MX-30 wäre das Richtige für mich. Die 200 km Reichweite genügen für den Alltag. Ich kann meine üblichen 100 km pro Tag dann locker über Nacht zu Hause nachladen. Für die seltenen, langen Fahrten wäre dann der Hybrid praktisch.

  4. Thailand dürfte kein allzu großer Markt sein. Nicht bös gemeint.

    200 km pro Tag kannst Du leichtestens mit einem BEV abdecken, ohne noch einen zweiten Motor und die ganze zusätzliche Technik mitzuschleppen.

    Der Kleine hier hat noch dazu einen Heckmotor und weitere Radmotoren, vereinigt also alle Nachteile der elektrischen und der Verbrennertechnik.

    Ein Model 3 ist sicher wesentlich günstiger als dieses Techniksammelsurium.

    Strom wird übrigens immer mehr regenerativ erzeugt. Schon Solarstrom ist heute billiger als Fossilstrom, von Wind gar nicht zu sprechen, der nur mehr Investition braucht.

    Und selbst der „dreckige“ Strom ist, da stationär und also im Bestpunkt betrieben, effizienter als jeder mobile Erzeuger. Gerade Wankel sind ja nicht die Effizientesten, auch im Bestpunkt nicht.

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