Momentan sind Autos so günstig wie noch nie, bei Elektroautos sind sogar Rabatte bis zu 50 Prozent möglich. Lesen Sie, woran das liegt und welche Stromer aktuell am günstigsten sind.

Drei Gründe für die hohen Rabatte

Das CAR Center Automotive Research hat die Autorabatte aller Antriebsarten im Juli untersucht und festgestellt, dass besonders Elektroautos gerade günstig sind. Manche Modelle werden um die Hälfte billiger angeboten. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von CAR kennt die Gründe: Erstens seien die Durchschnitts-Rabatte der 30 beliebtesten Neuwagen grundsätzlich gestiegen, auch als Folge der Mehrwertsteuersenkung zum 1. Juli. Zweitens gibt es besonders hohe Rabatte auf E-Autos wegen der neuen, höheren Kaufprämie. Der dritte Grund für die Nachlässe sind Dudenhöffer zufolge gestiegene Eigenzulassungen.

Über Eigenzulassungen können Autohändler auch in schlechten Zeiten ihre Verkaufsquoten gegenüber den Herstellern erfüllen. Sie verkaufen die Fahrzeuge dann als Kurzzulassungen mit Nachlässen von 25 Prozent und mehr. Was sich für den Verbraucher erstmal gut anhört, ist für die Autobranche nicht ganz einfach. „Der deutsche Automarkt ist in schwieriger Verfassung. Die deutlich steigenden Rabatte weisen auf die schwache Kapazitätsauslastung bei den Autobauern hin“, so der Experte. Er geht davon aus, dass dieses Problem in den nächsten Monaten bestehen bleibt, denn die Corona-Pandemie entzieht ganz Europa die Kaufkraft.

Das sind die günstigsten Elektroautos

Bei den Elektroautos und Plug-in-Hybriden gibt es den größten Rabatt aktuell beim Skoda Citigo-e. Hier ist der Durchschnittspreis von 24.990 Euro auf 13.089 Euro gesunken, also um knapp die Hälfte. Auch der elektrische Smart oder der Renault Zoe sind beide mit fast 45 Prozent Rabatt zu haben: Der Preis für den Zoe liegt bei 16.889 Euro (vorher 29.990 Euro), der Smart kostet 12.579 Euro (vorher 21.940 Euro). Auch Modelle wie der Opel Corsa-e Selection, der BMW i3, der Kona Elektro oder der Mini Cooper Trim S kosten über ein Drittel weniger als sonst. Bei Tesla dagegen fällt der Rabatt nicht ganz so hoch aus, ist aber trotzdem spürbar: Das Model 3 Standard Plus kostet jetzt im Schnitt nur 37.400 statt sonst 45.015 Euro, die Long-Range-Version 47.500 Euro statt 54.350 Euro.

Lange Lieferzeiten beachten

Was Schnäppchenjäger bei Elektroautos aber beachten sollten, sind die teilweise sehr langen Lieferzeiten. Beim Skoda Citigo-e dauert es aktuell ein Jahr bis zur Lieferung. Der elektrische Smart ist nicht bestellbar, genauso wenig wie der e-Golf, der von CAR mit dem höchsten Rabatt von 53 Prozent ausgewiesen und inzwischen nicht mehr verkauft wird.

Wie geht es für die Autobranche weiter?

Autoexperte Dudenhöffer sieht vor allem die hohe Eigenzulassungsquote kritisch, denn sie sei ein Zeichen für nicht ausgelastete Produktionskapazitäten. Dudenhöffer kritisiert auch, dass die Rabatte mit Steuergeldern finanziert werden. Zusätzlich zur Kaufprämie wird Elektroauto-Käufern zudem die Kfz-Steuer erlassen, hinzu kommen Steuervorteile für elektrische Dienstwagen. Hier droht ein Finanzierungsproblem bei der Infrastruktur, die von Elektroautos aktuell nicht mitfinanziert wird.

Quellen / Weiterlesen

Corona-Rabatte beflügeln E-Auto-Nachfrage | ntv
Rabatte auf Neuwagen erreichen Rekordniveau | Augsburger Allgemeine
Rabattschlacht im Autohandel hat begonnen | manager magazin
Feuer frei für die Steuergeld-Bazooka: Elektroautos bis zu 50 Prozent billiger | Focus Online
Bildquelle: Pixabay
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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