Neustart bei Byton: Das chinesische Elektroauto-Start-up hat einen sehr schwierigen Sommer hinter sich, die Restrukturierung läuft noch. Die Produktion des ersten Modells M-Byte soll aber bald mit frischem Geld starten.

Hoffnung nach der Zwangspause für Byton

Das als „Tesla-Killer“ angetretene Start-up war im Frühjahr in finanzielle Schwierigkeiten geraten, nachdem eine geplante neue Finanzierungsrunde wegen der Corona-Krise geplatzt war. Zwischen März und Juni konnten wiederholt Gehälter nicht gezahlt werden, im Juli musste Byton alle Aktivitäten einstellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Start-up nur noch 100 Angestellte an seinem chinesischen Standort. Die Standorte in Amerika und Deutschland stellten Insolvenzanträge.

Nach wie vor macht Byton Pause, doch es soll demnächst wieder losgehen. Man arbeite noch an der Restrukturierung, teilte das Start-up mit. An dieser ist der größte Anteilseigner, der chinesische Staatskonzern FAW, maßgeblich beteiligt. Es gibt Berichte, wonach die Regierung am Hauptsitz Nanjing und FAW Kredite von bis zu 2 Milliarden Yuan bereitstellen wollen (etwa 290 Millionen Euro). Außerdem heißt es, dass potenzielle Investoren derzeit eine „Due Dilligence“-Prüfung bei Byton durchführen.

Mit dem frischen Geld will Byton die Serienproduktion des M-Byte finanzieren. Ob das alles klappt und wann es wieder losgehen kann, ist noch nicht klar. Vor der Produktion steht noch die Optimierung der Arbeitsschritte für die Großserienfertigung sowie die Qualitätssicherung auf dem Programm. Auch ein möglicher Börsengang von Byton ist im Gespräch, allerdings erst nach dem Marktstart des M-Byte.

Der M-Byte wird als konkurrenzfähig eingestuft

Neben der Corona-Krise und der geplatzten Finanzierung leidet Byton auch unter der Marktsituation für Elektroautos in China, für die fast alle Subventionen zurückgefahren wurden. Der M-Byte, ein vernetzter Elektro-SUV, wird von Beobachtern aber grundsätzlich als solide und konkurrenzfähig bewertet. Er sollte eigentlich 2020 in China auf den Markt kommen, anschließend auch in den USA und in Europa. Aktuell legt Byton die Strategie und damit auch die Marktstarts neu fest. China und Europa sollen auf jeden Fall auch nach der Neuausrichtung gleichwertige Märkte sein.

Einige Manager der ersten Stunde haben Byton inzwischen verlassen, darunter erst vor kurzem Mitgründer und CEO Daniel Kirchert. Carsten Breitfeld, der Byton ebenfalls mitgegründet hatte, ging schon Anfang 2019 zu Faraday Future. Seit Kircherts Abgang führt Qingfen Ding das Start-up, ebenfalls Gründungsmitglied sowie Chief of Staff bei Byton.

Quellen / Weiterlesen

Byton said to restart operation | Gasgoo
Byton will mit frischem Geld den Neustart wagen | CAR IT
CEO Daniel Kirchert verlässt Byton | electrive.net
Bildquelle: © BYTON

Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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