Wir erinnern uns: Im April verließ der Ex-BMW-Manager Carsten Breitfeld das deutsch-chinesische Start-up Byton, das er mitgegründet hatte. Er wechselte zu Iconiq und im September dann überraschend zu Faraday Future. Warum er Byton verließ, wurde nie wirklich erklärt. Jetzt hat sich der Manager selbst zu dem Thema geäußert.

Breitfeld erwartet nichts Gutes für Byton

Breitfeld sprach das Thema Byton auf einem Medienevent in Los Angeles Mitte September an. Er sagte, er habe Byton wegen der Einmischungen der chinesischen Regierung verlassen, nachdem der staatseigene Autohersteller FAW Anteile an Byton erworben hatte. Die Regierung habe das Start-up in eine Richtung lenken wollen, die Breitfeld nicht unterstützen wollte, sagte er.

Breitfeld zeigte sich auch sehr pessimistisch, was die Zukunft von Byton angeht. „Ich denke, sie werden es so weit treiben, dass Byton zugemacht wird. Sie werden nur die Fabrik und die Plattform behalten“, sagte er und bezog sich dabei auf Bytons Autofabrik in Nanjing und auf die Technologie, die das Elektroauto von Byton steuert.

Breitfeld fügte hinzu, FAW genehmige jetzt alle Ausgaben bei Byton und viele Byton-Ingenieure hätten das Start-up verlassen. „Alle, die das Unternehmen jetzt leiten, sind aus dem Bereich PR und Marketing. Die Technikleute sind alle gegangen”, sagte Breitfeld. Man würde diese unter Umständen bald woanders wiedersehen, nicht weit von ihm selbst entfernt, deutete er an.

Die Antwort von Byton ließ nicht lange auf sich warten. Das Start-up teilte dem Technikportal The Verge mit, sein Forschungs- und Entwicklungsteam in Santa Barbara in Kalifornien habe fast 500 Mitarbeiter. Die große Mehrheit davon seien Ingenieure, zusätzlich zu denen, die in der Zentrale in Nanjing in China arbeiteten.

Will Breitfeld die Konkurrenz schlecht dastehen lassen?

Entweder Byton sagt nicht die Wahrheit, oder Breitfeld übertreibt. Grund hätte er, schließlich ist er inzwischen für die Konkurrenz tätig. Außerdem ist der Kontakt zu seinen ehemaligen Kollegen sehr angespannt: Breitfeld hat immer noch Kapital in Byton stecken, und führt nach eigenen Angaben „nicht sehr freundliche“ Diskussionen mit Byton and FAW darüber.

Byton scheint in punkto Produktion jedenfalls nach wie vor im Zeitplan und hat die Serienversion seines Elektro-SUV M-Byte auf der diesjährigen IAA in Frankfurt vorgestellt. Faraday Future dagegen, wo Breitfeld jetzt tätig ist, steckt seit vielen Monaten in immer neuen Schwierigkeiten und hat bisher kein Serienmodell in Produktion. Stattdessen scheint das Start-up immer wieder kurz vor der Pleite zu stehen.

Quellen / Weiterlesen

Byton founder says he quit because of Chinese government interference | The Verge
Byton’s Former CEO Has Some Salty Things To Say About Byton | | Jalopnik
Elektroauto-Startup Byton: Nach IAA-Erfolg Priorität für Europa | heise online
Bildquelle: flickrRennett Stowe

Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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