Der Autohersteller Hyundai/Kia steckt 100 Millionen Euro in Arrival, einen britischen Entwickler von Elektro-Lieferwagen. Mit der Partnerschaft wollen die Unternehmen die Akzeptanz von elektrischen Nutzfahrzeugen voranzubringen. Konkret will Hyundai die modulare Skateboard-Plattform von Arrival für eigene E-Lieferwagen nutzen.

Arrival mit 3 Milliarden Euro bewertet

Bei dem Deal mit Hyundai wurde das 2015 gegründete Start-up mit 3 Milliarden Euro bewertet und gehört somit zu den teuersten Start-ups in Großbritannien. Der Fokus von Arrival liegt auf Nutzfahrzeugen, wo noch über 90 Prozent der Fahrzeuge mit Diesel fahren. Arrival arbeitet an einem futuristisch aussehenden Elektro-Lieferwagen mit 300 Kilometern Reichweite.

Hyundai und Kia wollen auf den flexiblen Plattformen der Briten elektrische Kleinbusse sowie Elektro-Lieferwagen verschiedener Größen bauen. Aus der Partnerschaft könnten aber auch andere Produkte für Logistik-, Fahrdienst- und Pendelservice-Unternehmen hervorgehen, teilten die Unternehmen mit. Die Zusammenarbeit soll Hyundais „Two Track“-Strategie beschleunigen, mit der der Autobauer in den Markt für emissionsfreie Batterie- und Brennstoffzellen-Fahrzeuge einsteigen will.

Hyundai und Kia wollen außerdem die Mikrofabriken und die Softwareinnovationen von Arrival nutzen. Arrival wiederum wird von der globalen Präsenz des südkoreanischen Konzerns profitieren sowie von Skaleneffekten bei der Produktion. Arrival hat derzeit Pilotprojekte mit mehreren Logistikunternehmen in Europa am Laufen, wo die eigene Technologie in Elektro-Lieferwagen eingesetzt wird.

Wachsender Markt für elektrische Nutzfahrzeuge

„Der Markt für umweltfreundliche Fahrzeuge in Europa wird aufgrund verschärfter Umweltvorschriften voraussichtlich rasch wachsen“, sagte Hyundai-Entwicklungschef Albert Biermann. „Durch die gemeinsame Entwicklung von Elektro-Nutzfahrzeugen mit Arrival können wir uns einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und unsere Führungsposition im globalen Markt für umweltfreundliche Fahrzeuge schrittweise festigen.“

Hyundai selbst hat auf der Technik-Messe CES bereits ein autonomes Mehrzweck-Mobil vorgestellt, das als Elektro-Van, Bus oder als mobiles Büro genutzt werden kann. Bis 2025 will Hyundai zu einem der drei größten Hersteller von Batterien und Brennstoffzellenfahrzeugen aufsteigen. Dann wollen die Koreaner pro Jahr 670.000 Elektrofahrzeuge herstellen.

Auch andere Autohersteller arbeiten mit Start-ups zusammen

Hyundai ist übrigens nur einer von mehreren Autoherstellern, die strategische Partnerschaften mit Elektroauto-Start-ups eingehen. Ford etwa arbeitet im Bereich Elektro-Pickups mit Rivian zusammen, wo auch Amazon Elektro-Lieferwagen bestellt hat, und die Traditionsmarke Aston Martin verwendet den E-Antrieb des kroatischen Sportwagenbauers Rimac.

Quellen / Weiterlesen

UK Electric Vehicle Unicorn Arrival Receives €100M Investment from Hyundai and Kia | Arrival
Hyundai investiert in britischen E-Lieferwagenbauer | Handelsblatt
100 Millionen für Arrival: Hyundai und Kia investieren | eurotransport
Hyundai/Kia investiert 100 Millionen Euro in Elektrofahrzeug-Entwickler Arrival | Elektroauto-News
Bildquelle: © Arrival Ltd.
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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