Erneuerbare Energie in Großbritannien rutscht in die Krise

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erneuerbare-energie-grossbritannien-kriseEs sieht nicht gut aus für Erneuerbare Energie in Großbritannien. Die Investitionen in Wind- und Solarenergie, Biomasse und ähnliche Projekte drohen in den nächsten fünf Jahren um 95 Prozent zurückzugehen. Das geht aus einer Analyse des britischen Thinktank Green Alliance hervor. Grundlage ist die „Infrastructure Pipeline“, ein Papier der britischen Regierung von letztem März. Dieses gibt eine Einschätzung zu künftigen öffentliche und private Investitionen in verschiedenen Bereichen ab.

Britische Klimaziele in Gefahr

Die Analyse von Green Alliance kommt zu dem Ergebnis, dass 2016 im Bereich Erneuerbare Energien Projekte im Wert von über einer Milliarde Pfund nicht umgesetzt wurden. Der erwartete Rückgang bei der Windenergie bringe Großbritanniens Klimaziele in Gefahr, heißt es. Zwar war nach der Kürzung von Subventionen erwartet worden, dass Investitionen in Erneuerbare Energie in Großbritannien sinken. Doch die neue Analyse macht das ganze Ausmaß deutlich. Kurz nach dem EU-Referendum hatte die sich die britische Regierung zu einer Treibhausgasreduzierung um 57 Prozent bis 2030 verpflichtet, bezogen auf den Wert von 1990. Konkrete Aussagen darüber, wie grüne Energien wie beispielsweise Offshore-Windkraft ab 2020 gefördert werden sollen, wurden bisher nicht getroffen.

Das Förderprogramm für Onshore-Windkraft wurde letztes Jahr beendet

Green Alliance wies darauf hin, dass Erneuerbare bis spätestens 2025 kostengünstiger als neue fossile Kraftwerke sein würden, sofern Firmen entsprechend unterstützt würden. Doch die britische Regierung hielte die nötige Unterstützung zurück, die nötig wäre, um erneuerbare Energien ohne Subventionen wettbewerbsfähig zu machen. Zudem habe sie den Ausbau der günstigsten grünen Energieform behindert, indem sie das Subventionsprogramm für Onshore-Windkraft im Frühjahr 2016 beendete. Ein Rückgang der Investitionen sei die Folge.

Öffentliche Investitionen in CO2-intensive Projekte steigen – entgegen dem Trend

Zugleich untersuchte Green Alliance auch die Investitionen in sogenannte CO2-intensive Infrastruktur, wozu die Denkfabrik Flughäfen, mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke und den Straßenbau zählt. Zum ersten Mal seit 2012 wächst dieser Bereich nicht mehr, und wird bis 2020 um zwei Drittel schrumpfen. Während sich das Privatkapital zügig aus diesem Bereich verabschiede, stiegen die öffentlichen Investitionen in CO2-intensive Projekte – wenn auch langsam, schreiben die Autoren. Die Interessenvertretung der britischen Windindustrie RenewableUK wies darauf hin, dass die Regierung ihre Vision zum Thema Energie darlegen müsse, um Investoren die nötige Sicherheit zu geben.

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Ein Sprecher sagte, die britische Regierung setze sich voll für eine treibhausgasarme Zukunft ein. In den Jahren 2020/21 würden voraussichtlich 8,4 Milliarden Pfund an Staatsgeldern in Erneuerbare Energie in Großbritannien fließen. Seit 2010 seien in Großbritannien 52 Milliarden Pfund in entsprechende Projekte investiert worden. Im November habe die Regierung ihre Verpflichtung erneuert, bis zum Ende der Legislaturperiode jährlich 730 Millionen Pfund zur Unterstützung von Grünstromprojekten bereitzustellen.

Quellen / Weiterlesen:
Renewables investment in UK will fall 95% over next three years – study | The Guardian
The UK lack energy leadership as investment in renewables to fall 95% by 2020 | blasting news
Bildquelle: Wikipedia – By NHD-INFO [CC BY 2.0]

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  1. Das passt zum Brexit: England (die Engländer?) will die Rosinen rauspicken und sich sonst aus jeglicher Verantwortung stehlen.

    Unsere ex-Klimakanzlerin hat ja auch schon den Offenbarungseid leisten müssen. Ein Misserfolg auf ganzer Linie. Eingeknickt vor der Öl-Kohle-Verbrenner-Verpester-Mafia.

    Und wer hat den größten Schaden? Die Menschen in den Schwellenländern, die wir erst kolonialistisch ausgebeutet haben und jetzt postkolonialistisch weiter ausbeuten.

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