Siemens und das Berliner Startup Ubitricity wollen künftig zusammenarbeiten: Ubitricity verwandelt Straßenlaternen in Ladesäulen für Elektroautos und will so gerade in Städten für mehr Lademöglichkeiten sorgen. Mit dem Einstieg bei Ubitricity verfolgt Siemens aber vorrangig andere Ziele. Es geht um neue Geschäftsmodelle im Bereich der Energiedienstleistungen.

Die entscheidende Technik steckt im Kabel, nicht in der Ladestation

Das Konzept von Ubitricity funktioniert mit einem mobilen Stromzähler, der in ein intelligentes Ladekabel eingebunden ist. Über Mobilfunk schaltet dieses Kabel Ladevorgänge frei und erfasst die Verbrauchsdaten für die Abrechnung. Dafür müssen Kunden nur einen separaten Stromvertrag mit ihrem Stromanbieter abschließen. Da ein Teil der Technik, die normalerweise in die Ladesäule eingebaut wird, im Kabel enthalten ist, können die Ladestationen selbst klein ausfallen. Deshalb können sie auch einfach in Straßenlaternen eingebaut werden, was Ubitricity beispielsweise gerade in mehreren Londoner Bezirken umsetzt. „Die Ubitricity-Technologie hat uns überzeugt“, sagte Siemens-Elektroauto-Manager Moritz Ingerfeld in einer Mitteilung. „Sie nutzt gezielt die Digitalisierung im Energiebereich und erlaubt völlig neue Geschäftsmodelle im Zukunftsmarkt der Energiedienstleistungen für die Elektromobilität.“

Die Siemens Division Energy Management setzt auf Dienstleistungen in den Bereichen Energieinfrastruktur und Digitalisierung der Stromnetze. Dazu passen Angebote wie Ladeinfrastruktur, Abrechnungs- und Smart Grid-Lösungen. Beispielsweise könnte die Ubitricity-Technologie dazu eingesetzt werden, Elektrofahrzeuge als mobile Speicher in das Stromsystem einzubinden. Ubitricity und Siemens wollen nun gemeinsam entsprechende Produkte und Geschäftsmodelle für Flottenbetreiber, Parkhäuser, Smart Cities und die Immobilienwirtschaft entwickeln. Siemens will nicht als Anbieter von Ladesäulen in Erscheinung treten, sondern Energieversorger und Städte bei der Ertüchtigung der Stromnetze für größere Elektroauto-Flotten unterstützen, heißt es. Wie hoch das Investment von Siemens ist, wurde nicht bekanntgegeben.

In Berlin gibt es bereits die ersten Ubitricity-Ladepunkte

In Berlin gibt es im Bezirk Mitte bereits die ersten vier von Ubitricity betriebenen Straßenlaternen mit Steckdose. Der Strom fließt zwar sehr langsam, so dass das Laden eher in der Nacht stattfinden dürfte. Die Laternen liefern jedoch rund um die Uhr Strom, nicht nur dann, wenn die Laterne läuft. Die nötigen Steckdosen kosten Ubitricity zufolge nur wenige hundert Euro, der Anbieter hofft, so die Kosten für öffentliche Ladeinfrastruktur drastisch senken zu können. Möglich ist beispielsweise auch eine Installation in Mietshäusern.

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Quellen / Weiterlesen:
Siemens setzt mit der Investition in ubitricity auf innovative Lösungen für die Elektromobilität | ubitricity
Berlin verwandelt erste Straßenlaternen in Stromtankstellen | manager magazin
Siemens kauft sich bei Ubitricity ein | elektroniknet.de
Siemens beteiligt sich an ubitricity | Hanser automotive
Bildquelle: © ubitricity – Gesellschaft für verteilte Energiesysteme mbH

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Ajaz Shah

Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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