Bei der Deutschen Bahn hat das Zeitalter des autonomen Fahrens begonnen. Seit kurzem transportiert ein selbstfahrender Elektrobus im bayrischen Kurort Bad Birnbach Fahrgäste im Halbstundentakt zwischen Bahnhof und Therme hin und her, später soll der Bahnhof mit eingebunden werden. Mit dem Pilotprojekt verfolgt die Bahn das Ziel, den Verkehr auf Straße und Schiene stärker zu vernetzen. Weitere Strecken sollen folgen.

Der Mini-Bus kann bis zu 6 Passagiere befördern und ist mit Lasersensoren und Kameras ausgestattet. Ein Fahrbegleiter ist mit an Bord, der im Notfall eingreifen kann. Das ist zum Beispiel nötig, wenn falsch geparkte Autos auf der Strecke auftauchen, die umfahren werden müssen. Der Bus fährt deshalb momentan maximal 15 km/h schnell, obwohl seine Höchstgeschwindigkeit 40 Stundenkilometer beträgt.

Die Mobilität im ländlichen Raum erhöhen

Die Bahn sammelt mit dem Projekt erste Erfahrungen mit autonomen Fahrzeugen und will ab nächstem Jahr einen weiteren E-Bus einsetzen. Die Shuttles sollen vor allem im ländlichen Raum die Mobilität der Menschen erhöhen, die dort normalerweise auf ein Auto angewiesen sind. Später sollen die Busse ihre Routen anpassen und Fahrgäste auf Wunsch zum Beispiel bis vor die Haustür transportieren. Die Fahrt ist kostenlos.

Autonomes Fahren in Deutschland gesetzlich gestärkt

Entwickelt wurde das Fahrzeug EZ10 von einer französischen Firma. Nächstes Jahr will die Bahn das Projekt weiter ausbauen und eine zweite Pilotstrecke in Hamburg starten. Die Bundesregierung hat im Frühjahr den Weg für autonome Fahrzeuge zumindest teilweise frei gemacht: Ein neues Gesetz erlaubt auch auf öffentlichen Straßen inzwischen technische Systeme, mit denen Fahrzeuge teilweise selbstständig fahren können. Im Kern wurden menschliche Fahrer und Computer dabei rechtlich gleichgestellt, womit vollautonomes Fahren einen Schritt näher rückt. Das Gesetz legt allerdings genau fest, wie die Systeme zum jetzigen Zeitpunkt gestaltet werden müssen: Der Fahrer muss zum Beispiel jederzeit per Hand eingreifen und das System deaktivieren können. Vollautonomes Fahren soll das Potential haben, Unfälle zu verhindern, die durch menschliches Versagen entstehen. Der Straßenverkehr soll damit insgesamt sicherer werden.

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Quellen / Weiterlesen:
Autonomer Bus pendelt in Niederbayern | Zeit Online
Deutschlandpremiere – Bahn setzt ersten autonomen Bus ein | BR24
Der erste Bus ohne Fahrer ist jetzt im Nahverkehr unterwegs | Welt
Erstes autonomes Fahrzeug im deutschen Straßenverkehr | Deutsche Bahn


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Prof. Dr. Johann Nagengast

Nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und Promotion zum Thema „Outsourcing von Dienstleistungen“ an der Universität Regensburg war Johann Nagengast in verschiedenen internationalen Unternehmen in führenden Positionen tätig. Seit 2001 ist er Professor für Internationales Management und Project Management an der Technischen Hochschule Deggendorf. Als Trainer, Coach und Berater ist er intensiv in verschiedenen internationalen Projekten tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der praxisnahen und pragmatischen Vermittlung und unternehmensspezifischen Anwendung aller Aspekte des Projektmanagements.

1 KOMMENTAR

  1. Genau das brauchen wir!

    Vor Allem, weil die Bahn seit Jahrzehnten kaputtgespart wird zugunsten des Straßenverkehrs…

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