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Vattenfall geht neue Wege und speichert Strom in Salz. In Berlin testet der Energieversorger gemeinsam mit dem schwedischen Unternehmen SaltX einen Salzspeicher für überschüssigen grünen Strom. Er soll gemeinsam mit einer Power-to-Heat-Anlage das Steinkohle-Heizkraftwerk Reuter C ersetzen. Ob das geht, soll sich bis Ende des Jahres zeigen.

Wie Salz zu einem dauerhaften Speichermedium wird

Salz kann bis zu zehn Mal so viel Energie aufnehmen wie beispielsweise Wasser, das in Power-to-Heat-Anlagen als Speichermedium dient. Das macht Salz zu einem interessanten Kandidaten für die Energiewende. Das Besondere an der Pilotanlage in Berlin, die gerade in Betrieb gegangen ist, ist die spezielle Nanobeschichtung, die SaltX einsetzt. Diese verhindert, dass das Salz verklumpt, wie es normalerweise passieren würde. Damit kann es tausende Male be- und entladen werden, ohne dass es seine Eigenschaften verliert.

Die im Salz zwischengespeicherte Energie aus Wind oder Sonne kann verlustfrei über Wochen oder Monate vorgehalten werden, wie Vattenfall mitteilte. Die Anlage in Berlin-Spandau leistet 5 Megawatt. Sie soll zeigen, ob die vielversprechenden Ergebnisse aus dem Labor auch unter realen Bedingungen funktionieren. Die Ergebnisse sollen schon Ende 2019 vorliegen.

Dass Vattenfall das Heizkraftwerk Reuter weiterentwickelt, ist Teil der strategischen Neuausrichtung am Standort Berlin. Bis Ende 2030 will der Energieversorger dort aus der Kohlenutzung aussteigen und die Wärmewende umsetzen.

Wie der Salzspeicher von Vattenfall funktioniert

Die überschüssige Energie wird im Salz gespeichert, indem es zum Kochen gebracht und so vom Wasser getrennt wird (Dehydrierung). Damit die gespeicherte Energie in dem trockenen Salz (chemisch Calciumoxid) wieder freigesetzt wird, wird Wasserdampf eingesetzt. Damit verbinden sich Wasser und Salz wieder (Hydrierung), es entstehen Calciumhydroxid und Temperaturen von bis zu 530 Grad. Dank der Beschichtung dringt der Dampf dabei zwar ins Salzkorn ein, löst seine Struktur aber nicht auf. Die bei der Reaktion entstehende Hitze wird mithilfe eines Wärmetauschers in Form von heißem Wasser ins Fernwärmenetz eingespeist. Alternativ kann sie auch eine Turbine antreiben, die Strom erzeugt.

Umlagen verhindern noch, dass der Salzspeicher wirtschaftlich ist

Vattenfall teilte allerdings auch mit, dass sich der Salzspeicher aktuell nicht wirtschaftlich betreiben lässt. Grund sind die noch bestehenden Umlagen und Abgaben auf Strom. Unabhängig davon seien auch noch andere Fragen zu klären, etwa, wie sich sehr große Mengen Salz effizient trocknen lassen.

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Quellen / Weiterlesen

Grand Opening of SaltX pilot plant in Berlin attracts a great interest | SaltX Technology
SaltX – neuer Salzspeicher in Betrieb | Vattenfall
Salz als Energiespeicher: Pilotanlage am Heizkraftwerk Reuter in Spandau nimmt Betrieb auf | Vattenfall
Vattenfall erprobt Salzspeicher in Berlin | IWR
Neuer Energiespeicher wird am Heizkraftwerk getestet | Berliner Morgenpost
Energy storage with nano coated salt | SaltX Technology
Bildquelle: © SaltX Technology Holding AB

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1 KOMMENTAR

  1. „dass sich der Salzspeicher aktuell nicht wirtschaftlich betreiben lässt. Grund sind die noch bestehenden Umlagen und Abgaben auf Strom.“
    Tja, das gilt nicht nur für Salzspeicher. Dank des Strompreises, der wegen der „Energiewende“ durch die Decke geschossen ist (und auch in Zukunft noch erheblich steigen wird), lässt sich in Deutschland immer mehr nicht wirtschaftlich betreiben. Die Industrie reagiert darauf schon längst – und die damit verbundene Deindustrialisierung Deutschlands wird von den „Klimarettern“ sicher auch als gewaltiger Erfolg gefeiert. Es stellt sich allerdings die Frage, wer in Zukuft den ganzen Irrsinn bezahlen soll.

    Oder gilt auch da die Volksweisheit: „Den letzten beißen die Hunde“?

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