In Wittenberg nimmt Tesvolt seine Gigafactory für gewerbliche Stromspeicher in Betrieb. Trotz Covid-19 steige die Nachfrage, meldet der Hersteller. Die Produktion bei Tesvolt läuft wegen Corona unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, um die Mitarbeiter und Kunden zu schützen. Auch Schulungen finden jetzt digital statt, ebenso die geplante Tesvolt Euro Tour.

Steigende Nachfrage trotz Corona

Mit der halbautomatisierten Fertigung auf 12.000 m² kann Tesvolt pro Tag Speicher mit einer Gesamtkapazität von bis zu einer Megawattstunde herstellen. Pro Jahr sind bis zu 255 Megawattstunden möglich. Bei Bedarf lässt sich die Jahreskapazität noch bis auf ein Gigawatt erweitern.

Die Corona-Krise macht sich bei Tesvolt offenbar bisher nicht negativ bemerkbar. Besonders stark sei die Nachfrage nach Stromspeichern mit Notstromfunktion sowie nach Off-Grid-Speichern gestiegen, berichtet der Hersteller. Weil Tesvolt fast dreimal so viele Aufträge hat wie im Vorjahresquartal, will der Hersteller die Produktionskapazität sukzessive ausbauen.

tesvolt-gigafactory„Die Corona-Krise macht uns als Hersteller, aber auch als Menschen große Sorgen. Wir sind daher froh und dankbar, dass wir das erste Quartal mit guten Umsatzzahlen abschließen konnten“, so Daniel Hannemann, kaufmännischer Geschäftsführer und Mitgründer von Tesvolt. Er fügte hinzu: „Wir wissen nicht, wie sich die Nachfrage in der Corona-Krise entwickeln wird. Wir wollen uns in enger Solidarität mit unseren Kunden, gepaart mit Kreativität, Flexibilität und Erfindergeist den neuen Herausforderungen stellen.“

Als eine der wichtigsten Innovationen in der neuen Fertigung nennt Tesvolt die teilautomatisierte Vollzyklisierung. Dabei wird jedes Batteriemodul vollständig be- und entladen und auf Unregelmäßigkeiten bei Temperatur, Spannung und Innenwiderständen geprüft. Anschließend folgt die vollautomatisierte End of Line Prüfung, wobei jede Batteriezelle untersucht wird. Weniger leistungsstarke Batteriemodule werden dabei automatisch ausgeschleust.

Produktionsmitarbeiter arbeiten isoliert

Um die eigenen Mitarbeiter vor einer Corona-Infektion zu schützen, arbeiten die Mitarbeiter in der Produktion isoliert voneinander. Wo es möglich ist, arbeiten Kollegen zudem im Home Office. Man habe Glück, dass der Batteriezellen-Lieferant Samsung SDI in Korea weiterproduziere, sagte Simon Schandert, technischer Geschäftsführer und Mitgründer von Tesvolt. Tesvolt verbaut in seinen Speichern prismatische Lithiumzellen auf Nickel-Mangan-Cobalt-Oxid-Basis.

Umstellung auf Webinare und digitale Schulungen

Die geplante Tesvolt Euro Tour, in der die Gewerbespeicher den Fachpartnern vorgestellt werden sollten, hat der Hersteller auf Webinare umgestellt. Er berichtet von sehr vielen Anmeldungen und positivem Feedback der Teilnehmer. Tesvolt hat sich dafür extra ein eigenes Ton- und Videostudio eingerichtet. Auch Schulungen finden ab sofort digital statt.

Quellen / Weiterlesen

Tesvolt nimmt Megafactory für gewerbliche Stromspeicher in Betrieb | Cleanthinking
Fertigung in Europas erster Gigafactory für Batteriespeicher geht in Betrieb | Tesvolt GmbH
Tesvolt: Gigafactory für Batteriespeicher läuft an | Solarserver
Tesvolt startet Produktion in seiner Gigafactory für gewerbliche Batteriespeicher | pv magazine
Bilderquelle: © Tesvolt GmbH

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