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Elektroautos brauchen Batterien, und die kommen zum Großteil aus Asien. Nachdem EU-Energiekommissar Maros Sefcovic kürzlich zehn große Batteriefabriken in Europa gefordert hatte, kündigte sein Kollege Carlos Moedas nun ein hohes Preisgeld für die Entwicklung einer sicheren und nachhaltigen Batterie an. Diese soll europäische Batteriehersteller auch unabhängig von knappen Rohstoffen machen. Außerdem vergibt die Europäische Investitionsbank einen Kredit für eine geplante Batteriezellfabrik.

Reichweite und Ladezeit wie bei Verbrennern

Moedas ist EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation und hofft, dass das Preisgeld von 10 Millionen Euro mehr Zug in die Batterieforschung und -Entwicklung bringt. Die Bedingungen: Mit der neuen Batterie müssen Elektroautos mindestens 600 Kilometer weit fahren können, und das Laden darf wie das Tanken maximal fünf Minuten dauern. Damit wären Elektroautos Verbrennern in punkto Alltagstauglichkeit praktisch gleichgestellt.

Umweltfreundliche Rohstoffe für die neue Batterie

Außerdem muss die neue Batterie aus Rohstoffen hergestellt sein, die umweltfreundlich und in Europa leicht zu finden sind. Das dürfte allerdings schwierig werden. Denn die leistungsfähigsten Batterien, die heute auf dem Markt sind, sind auf Lithium-Ionen-Basis und verwenden neben Lithium auch Kobalt. Bei beiden Metallen wird die steigende Nachfrage für eine Verknappung auf dem Weltmarkt und steigende Preise sorgen. Hinzu kommen mangelnde Umwelt- und Sozialstandards in den Abbauländern. Alternative Batteriematerialien werden zwar erforscht und getestet, doch diese Batterien sind noch lange nicht so leistungsfähig.

EU fordert Autohersteller zu mehr Einsatz auf

Mit dem Wettbewerb schlägt Forschungskommissar Moedas in die gleiche Kerbe wie Energiekommissar Sefcovic, der mindestens zehn große Batteriefabriken in Europa fordert. Damit soll die Abhängigkeit der europäischen Autoindustrie von asiatischen Herstellern verhindert und die Vormachstellung dieser Unternehmen gebrochen werden. Sefcovic schätzte den Bedarf an Batteriezellen schon 2025 auf über 200 Gigawattstunden und forderte deshalb mehr Engagement von der Autoindustrie, eine solche Fertigung aufzubauen.

EU-Kredit für schwedische Zellfertigung

Im ersten Schritt vergibt die Europäische Investitionsbank (EIB) einen Kredit von über 50 Millionen an das schwedische Unternehmen Northvolt. Northvolt will eine Demonstrationslinie für eine Zellfertigung in Schweden errichten. Die geplante Fabrik soll Europas größte Fertigung für Lithium-Ionen werden. Um Zellfabriken in Europa zu voranzutreiben, hat die EU-Kommission außerdem eine Europäische Batterie-Allianz ins Leben gerufen.

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Quellen / Weiterlesen:
EU puts its ‚foot on the accelerator‘ of battery research | Horizon
EU kündigt Wettbewerb mit 10 Mio Euro für Batterien an | electrive.net
EU fördert Batterie-Forschung & -Produktion mit 60 Millionen Euro | ecomento.de
Bildquelle: © Northvolt AB

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4 KOMMENTARE

  1. Würden Sie persönlich denn das 20-fache Ihres privaten Jahreseinkommens in eine solche Fabrik investieren (mal angenommen diese Summe würde reichen), selbst wenn Sie über das technische Know-How verfügen?

    Die Frage ist hierbei halt nicht, ob man es technisch kann, sondern ob man dieses immense wirtschaftliche Risiko aufnehmen möchte. Klappt es, ist alles okay. Klappt es nicht und die Batterien lassen sich später nicht zum gewünschten Preis verkaufen, würde Bosch in den Ruin blicken. Ich würde mir das seeeehr genau überlegen, wenn es mein eigenes Geld wäre und meine persönliche Zukunft daran hängt.

  2. Sven:
    Oder per chinesischem Transrapid oder Elon’s Boring-Dings.
    Aber ich denke, entweder wird Tesla eine weitere Gigafactory in .eu bauen – oder einer der Chinesen.
    Aber unter dem Strich: ein Armutszeugnis der Europäer.

    rog

  3. Bosch rechnet mit 20 Milliarden Euro für Batteriefabrik
    14.12.2017
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/bosch-rechnet-mit-20-milliarden-euro-fuer-batteriefabrik-15341039.html

    Bosch macht bei Batteriezellen einen Rückzieher
    28.02.2018
    Bosch will nicht mehr an Batteriezellen forschen und auch keine Produktion in Deutschland aufbauen. Die finanziellen Risiken seien zu groß
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/elektromobilitaet-bosch-stellt-batteriezellen-forschung-komplett-ein/21013464.html

    Tja, wenn selbst Bosch mit seinem immensen Ingenieurs-Pool und seinem Know-How in Sachen Automobiltechnik keine Zukunft bei der E-Auto-Batterie mehr sieht, wer denn dann in Europa?
    Den Begriff Peak Oil gibt es ja nicht erst seit letztem Jahr oder so. Trotzdem haben die (deutschen/europäischen) Automobilbauer die Zukunft irgendwie komplett verschlafen.
    Vielleicht sollten wir dann auch gleich die technischen Hochschulen in Deutschland langsam auflösen. Das spart ’ne Menge Geld für Professoren, Forschung und Unterhalt. Die ganze Technik und die Produkte kommen in Zukunft aus Asien per Transsib.

  4. Ich denke, dass die EU ein oder 2 Nullen hinterherhängen sollte. 10 Mio genügen ja nicht mal für die Bausubstanz…

    rog

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