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Schon wieder eine Batterie-Revolution, diesmal aus Cambridge: Das Startup Echion Technologies hat nach eigenen Angaben eine Lösung gefunden, mit der sich Akkus in Minutenschnelle laden lassen. Das Besondere ist, dass Echion keine ganz neue Superbatterie entwickelt hat, sondern eine Art Upgrade für ganz normale Lithium-Ionen-Batterien.

Ein Wunderpulver ersetzt das Graphit in den Batterien

Das Produkt, das Echion entwickelt hat, ist ein Pulver. Es soll gängige Bestandteile von Akkus ersetzen, zum Beispiel Graphit. Mit dem Gemisch soll schnelles Aufladen innerhalb von sechs Minuten möglich sein, und das ganz ohne Sicherheitsrisiko. Denn heutige Lithium-Ionen-Akkus können bei zu schnellem Laden sogenannte Dendriten bilden, die im schlimmsten Fall zu Kurzschlüssen und Bränden führen. Mit dem Pulver von Echion soll das nicht mehr passieren.

Anfang 2020 soll das neue Material serienreif sein. Echion zufolge lässt es sich einfach in die existierenden Herstellungsprozesse integrieren, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.

Die Zusammensetzung ist noch ein Geheimnis

Woraus das Pulver genau besteht, hält Echion-Gründer Dr. Jean de la Verpilliere noch geheim. Zusammen mit seinem Team bereitet der Nanowissenschaftler gerade die Kommerzialisierung seiner Erfindung vor. Die Materialien seien komplett nachhaltig, heißt es aber auf der Webseite des Start-ups.

Der Durchbruch für Elektroautos?

Auch sonst hält sich das Start-up mit Details zurück. Offen ist, ob und wie sich die Erfindung auf die Akkus auswirkt, etwa auf ihre Haltbarkeit. Auf jeden Fall soll die Technologie auch in Elektroautos angewendet werden können. Ein Elektroauto soll sich dann fast so schnell laden lassen wie ein konventionelles Auto zum Auftanken braucht. Stimmt das, wäre das genau der Durchbruch, von dem Autohersteller träumen. Echion hat nach eigenen Angaben schon eine Partnerschaft mit Vantage Power geschlossen, einem britischen Hersteller von elektrischen Antriebssystemen für Busse und LKW.

Echion entstand 2017 im Umfeld der Universität Cambridge und finanziert sich unter anderem über Cambridge Enterprise, einen kommerziellen Inkubator der Universität. Das verleiht der Idee eine gewisse Glaubwürdigkeit. Man arbeite mit Chemikalien und Batterieherstellern, um seine Werkstofflösungen in Produkte der nächsten Generation zu integrieren, heißt es von Echion.

Produktionsmenge muss erhöht werden

Für die kommerzielle Vermarktung muss Echion aber noch ein Problem lösen: Momentan kann das Team nur ein Kilogramm Pulver am Tag herstellen. Das ist etwa die Menge, die in einer Batterie für ein Elektroauto benötigt wird. Neue Methoden sollen es aber ermöglichen, jeden Tag tausende Tonnen Pulver zu produzieren.

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Quellen / Weiterlesen

Empowering Superfast Charging Batteries | Enchion Technologies
In Minuten geladen & mehr: Start-up will Super-Batterie bald verkaufen | WinFuture
Neuer Akku soll sich in sechs Minuten laden lassen | golem.de
Bildquelle: Pixabay
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1 KOMMENTAR

  1. „Mit dem Gemisch soll schnelles Aufladen innerhalb von sechs Minuten möglich sein“.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass in der Batterieentwicklung noch Einiges möglich ist, aber wenn ich solche Sätze lese, zweifle ich an der Seriosität der Aussage. Wer solche Zeitangaben macht, der muss auch die Rahmenbedingungen dazusagen, also mindestens Ladeleistung und Akku-Kapazität. Um eine 40 kWh Batterie in 6 min zu laden, bräuchte man 400 kW Ladeleistung. Bei einer Spannung von 400 V würden 1000 A durchs Kabel fließen …

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