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In Österreich standen dieses Jahr 6 Millionen Euro für die Speicherförderung bereit. Der Fördertopf für die Investitionsförderung war jedoch nach nur 46 Sekunden schon leer – doppelt so schnell wie im Jahr zuvor. Der Branchenverband Photovoltaic Austria kritisiert die Vergabebedingungen.

Die Gelder gingen vor allem an große Stromspeicher

Die Förderung für Stromspeicher startete am 11. März 2019 um 17 Uhr. Weil die Fördergelder auch schon 2018 in Rekordzeit aufgebraucht waren, saßen entsprechend viele Privatpersonen und Unternehmen um diese Zeit vor ihren PCs. Dass die 6 Millionen Euro jedoch nach nicht einmal einer Minute weg waren, lag daran, dass vor allem Großprojekte mit mehreren Megawatt zum Zuge kamen, bemängelte Photovoltaic Austria. Das Problem sei die noch bis Ende 2019 gültige Förderrichtlinie, so der Verband.

„Die großzügige Deckelung der maximalen Speicherkapazität (bis zu 10 Kilowattstunden Speicherkapazität pro Kilowattpeak Photovoltaik werden gefördert) macht es möglich, dass ein paar wenige sehr große Speicher das Budget besonders stark beanspruchen“, hieß es in einer Mitteilung. Photovoltaic Austria forderte die Regierung auf, die Fördergelder aufzustocken, die Fördersätze sowie Anlagengröße (max. 100 kWh) zielführend zu gestalten und mehrere Antragszeitpunkte im Jahr zu ermöglichen.

„Förderung ist reine Glückssache“

Auch der Photovoltaik-Spezialist Hansesun aus Vorarlberg übte scharfe Kritik am aktuellen Vergabeverfahren. Man habe allein für die eigenen Kunden 300 Anträge vorliegen, hieß es. Hansesun-Marketingleiter Andreas Müller sagte: „Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger wollen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und der Staat unterstützt sie nicht. Gleichzeitig drohen Österreich Milliarden-teure Strafzahlungen wegen des Verfehlens der Klimaziele.“ Ob jemand eine Förderung erhalte, sei keine Frage der Sinnhaftigkeit seines Projekts, sondern reine Glückssache, sagte Müller. Er hofft nun auf eine eigene Speicherförderung in Vorarlberg. Das Land hatte im Vorjahr 100 Batteriespeicher mit jeweils bis zu 4.000 Euro unterstützt.

Photovoltaik-Förderung ebenfalls nach 3 Minuten ausgeschöpft

Auch die Fördergelder für Photovoltaikanlagen waren innerhalb von 3 Minuten vergeben, hier waren 9 Millionen Euro im Topf. Sowohl für Stromspeicher als auch für Photovoltaikanlagen wird bei der Investitionsförderung ein einmaliger Zuschuss gezahlt. Für Photovoltaikanlagen in Österreich gibt es immerhin noch andere Fördermöglichkeiten wie die Tarifförderung: Hier bekommen Antragsteller eine Einspeisevergütung für ihren Solarstrom und zusätzlich einen Investitionszuschuss von maximal 250 Euro pro kWp.

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Quellen / Weiterlesen

Antragsteller wütend: Stromspeicher-Förderung war nach 46 Sekunden weg | Industrie Magazin
Stromspeicher-Förderung für 2019 war nach 46 Sekunden vergeben | openPR
Stromspeicher-Förderung nach 46 Sekunden ausgeschöpft | Die Presse
Bildquelle: Wikipedia – Naturpuur [CC BY-SA 4.0]
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Konstantin Heiller
cMag. Konstantin Heiller MIM (CEMS) unterstützt mit seiner Firma Blueberry Power Energie- und Elektrotechnikunternehmen bei der Umsatzsteigerung mittels Customer Journey Management. Nach mehr als 10 Jahren in der Energiewirtschaft und 5 Jahren davon im Bereich der Erneuerbaren Energie, informiert er in seinem E-Book "Die smarte Batterie" darüber, wie man seinen Speicher auswählt und welche Fehler man beim Einbau vermeiden muss. Das E-Book "Die smarte Batterie" erhalten alle Abonnenten des kostenlosen Energyload-Newsletters exklusiv mit einem Rabatt von fast 50%, für 9,90 € statt für 19,50 €.

1 KOMMENTAR

  1. „Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger wollen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und der Staat unterstützt sie nicht.“
    Mir kommen die Tränen…

    „Er hofft nun auf eine eigene Speicherförderung in Vorarlberg. Das Land hatte im Vorjahr 100 Batteriespeicher mit jeweils bis zu 4.000 Euro unterstützt.“
    Und für welche Projekte hat das Land aufgrund solcher Fördergelder für Besserverdiener dann kein Geld mehr?
    https://blog.diakonie.at/familien-existenz-nicht-gesichert

    Jaja, ich weiß schon: Wenn Voralberg wegen dem steigenden Meeresspiegel absaufen würde, wäre das auch für die Familien unterhalb des Existenzminimums ganz arg schlimm…
    https://www.fridaysforfuture.at/events/vorarlberg/2019-05-24-2-internationaler-klimastreik-im-laendle

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