Solarmodulhersteller kämpfen mit gestiegenen Rohstoffpreisen. Die Kosten für Polysilizium, dem Hauptbestandteil von Solarzellen, gingen in den letzten vier Monaten um 35 Prozent nach oben. Der Grund ist eine unerwartete Verknappung, nachdem die chinesische Umweltaufsichtsbehörde mehrere Siliziumfabriken in China geschlossen hatten. Dies führt zu steigenden Kosten und sinkenden Gewinnspannen bei Solarmodulherstellern in China.

Die jahreszeitlich bedingte gedrosselte Produktion verschärfte das Problem

Die Schließung mehrerer Fabriken durch die Umweltaufsicht fiel mit einer jährlichen Flaute bei der Produktion von Polysilizium zusammen, berichtet Bloomberg New Energy Finance. Raffinerien führen im Sommer oft routinemäßige Wartungsarbeiten durch und stellen deshalb weniger Polysilizium her. Diese beiden Umstände zusammen führten zu einer Verknappung des Rohstoffes, die die Preise für ein Kilogramm innerhalb von vier Monaten von 14 auf 19 US-Dollar nach oben trieb.

Marktpreise für Solarmodule fallen weiter

Trotz der gestiegenen Herstellungskosten fallen die Marktpreise für Solarmodule weiterhin. Verschiedene Hersteller, die in China produzieren, haben bereits Gewinneinbrüche gemeldet, darunter Canadian Solar, Hanwha Q Cells Co. und JA Solar. Es wird erwartet, dass weitere Solarfirmen betroffen sind.

Die Bruttomarge des zweitgrößten Modulherstellers Canadian Solar sank von 24,2 Prozent im zweiten Quartal auf 17,5 Prozent im dritten Quartal. Der Reingewinn des Unternehmens lag über die Hälfte unter den Analystenerwartungen. Niemand habe einen derartigen Preisanstieg bei Polysilizium in China erwartet, sagte Canadian Solar-CEO Shawn Qu.

Chinas Hersteller sind gezwungen, chinesisches Polysilizium einzukaufen

Analysten aus der Solarbranche zufolge ist es schwierig für Hersteller in China, den Rohstoff auf dem Weltmarkt billiger einzukaufen. Der Grund sind die vor vier Jahren eingeführten hohen Zölle auf hochwertiges Polysilizium aus den USA und Südkorea. Deshalb sind die Hersteller im Prinzip gezwungen, ihren Bedarf in China zu decken, heißt es. Wie stark sie von den Preisschwankungen betroffen sind, hängt auch von der Laufzeit ihrer Lieferverträge ab. Canadian Solar beispielsweise konnte sich im dritten Quartal noch teilweise mit günstigem Polysilizium versorgen, da das Unternehmen Ende Juni noch feste Lieferverträge unterzeichnet hatte. Diese sind jedoch mittlerweile ausgelaufen.

Preise sind auf dem höchsten Stand seit Juni 2016

Die Preise für Polysilizium variieren je nach Region. Bloomberg New Energy Finance ermittelte für Oktober einen durchschnittlichen weltweiten Spotkurs von 15,80 US-Dollar pro Kilogramm. Das ist der höchste Preis seit Juli 2016. Das ist allerdings nichts verglichen mit dem Rekordpreis von 475 Dollar je Kilogramm im Jahr 2008, als der beginnende Solarboom die Preise in die Höhe trieb. Die Aktien von GCL-Poly, Chinas größtem Lieferanten von Polysilizium, gingen seit Beginn des dritten Quartals trotzdem um 80 Prozent nach oben.

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Quelle / Weiterlesen:
Solar panel makers hit by shortage of key material | Bangkok Post
Bildquelle: flickrPenn State

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