Das hessische Start-Up Africa GreenTec will sauberen Strom nach Afrika bringen. Das africa-greentec-elektrifizierung-afrikaUnternehmen entwickelt Container mit Solarzellen und baut im Süden von Mali das erste Netz von mobilen Solaranlagen auf. Jetzt legt Africa GreenTec eine Unternehmensanleihe von 10 Millionen Euro auf: Mit dem Erlös wollen die Gründer bis zu 250.000 Menschen in dem westafrikanischen Land zuverlässig mit sauberem Strom aus der Sonne versorgen.

Zehntausende Dörfer in Mali sollen Zugang zu sauberem Strom bekommen

Die mobilen Solarkraftwerke werden in Dörfern platziert, in den Menschen sonst keinen Zugang zu Strom haben bzw. über Dieselgeneratoren nur für wenige Stunden am Tag. Allein 12.000 Dörfer in Mali haben überhaupt keinen Strom, obwohl dort den ganzen Tag die Sonne scheint. Das will Africa GreenTec ändern. Die Solarcontainer des Start-Ups können vor Ort innerhalb von nur zwei Stunden in Betrieb genommen werden. Sie sind 40 Fuß groß und leisten 41 Kilowattpeak, ergänzt durch einen Batteriespeicher mit 60 Kilowattstunden.

Die Solarcontainer leisten praktische Entwicklungshilfe

Der Solarstrom ist zudem mit rund 22 Cent pro Kilowattstunde deutlich günstiger als der Strom aus Dieselgeneratoren, der bis zu einem Euro kostet. Das Konzept ist eine riesige Chance für die Region: Krankenhäuser können ihre Medikamente kühlen, Bauern ihre Milch. Schulkinder können abends lernen, ohne den giftigen Dunst von Kerosinlampen einzuatmen. Darüber hinaus steigt die Produktivität. Beispielsweise können sich kleine Handwerksbetriebe elektrische Maschinen anschaffen und so ihren Output erhöhen.

Africa GreenTec ist momentan der einzige deutsche Privatinvestor in Mali. Das Unternehmen hat eine Bewertung der IMUG bezüglich der positiven Auswirkungen auf die Sustainable Development Goals. Mit an Bord ist übrigens Heinz-Werner Binzel, der ehemalige Vorstand von RWE Solutions. Er ist jetzt Geschäftsführer der Africa GreenTec Asset GmbH, die die nichtöffentliche Anleihe ausgibt.

Renditeziel von 6,5 Prozent

Die Anleihe wird über die AHP Capital Management GmbH vorwiegend bei professionellen und institutionellen Investoren platziert. Das Renditeziel liegt bei 6,5 Prozent pro Jahr, was in Deutschland vergleichsweise viel ist. Anfangs hatte Africa GreenTec-Gründer Torsten Schreiber sein Projekt über Crowdfunding-Kampagnen finanziert. Inzwischen ist er aber der Meinung, dass skalierbare Infrastrukturprojekte eher für institutionelle Anleger oder Family Offices geeignet sind. Crowdinvestoren erwarteten eine kürzere Laufzeit und eine höhere Rendite, meint er.

Mit Africa GreenTec möchte Schreiber mit seiner Frau Aida zu Lebzeiten drei Millionen Menschen den Zugang zu sauberem Strom verschaffen: „Wir möchten der größte dezentrale Energie- und Wasserversorger Afrikas werden“, so Schreiber. Die Erweiterung des Projektes in andere afrikanische Länder ist also schon geplant: In ganz Subsahara-Afrika sind noch etwa 590 Millionen Menschen ohne Strom. Das Konzept von Africa GreenTec kann hier auch ohne Milliardeninvestitionen vor Ort Entwicklungshilfe leisten. Das Containernetz lässt sich dabei je nach Bedarf flexibel erweitern oder zurückbauen.

Der US-Sänger Akon hat ein ähnliches Projekt

Ein ähnliches Ziel verfolgt übrigens auch der R&B-Sänger Akon, der vor etwa zehn Jahren mit Songs wie Locked up oder Lonely weltweit bekannt wurde. Der US-Künstler hat 2014 die Stiftung Akon Lighting Africa ins Leben gerufen und will 600 Millionen Menschen mit Solarstrom versorgen. Er setzt dabei auf Fortbildungszentren, die Menschen für die Installation von Solarzellen ausbilden. Außerdem stellt die Stiftung das Geld für die Anlagen bereit. Unterstützt wird Akon dabei unter anderem von der UNO.

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Quellen / Weiterlesen:
Es wird Zeit die Welt zu verändern | Africa GreenTec
Africa GreenTec legt Unternehmensanleihe auf | oekonews.at
Wie Akon 600 Millionen Menschen in Afrika mit Solarenergie versorgen will | Business Punk
Sauberer Strom für Afrika | Frankfurter Rundschau

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