Faraday Future strebt an die Börse und will dazu mit einem bereits börsennotierten Unternehmen fusionieren. Die Verhandlungen mit dem potenziellen Partner laufen und sollen bald abgeschlossen sein. Klappt es, kann die Serienfertigung des Elektro-SUV FF91 losgehen.

Faraday Future nimmt den kurzen Weg an die Börse

Immer mehr Auto-Start-ups gehen nicht selbst an die Börse, sondern über eine Mantelgesellschaft (SPAC). Faraday befinde sich in Verhandlungen über einen solchen Deal, sagte CEO Carsten Breitfeld. „Wir können hoffentlich sehr bald etwas bekanntgeben“, sagte er.

Fusionen mit SPACs sind besonders für Technologie-Start-ups momentan eine beliebte Abkürzung an die Börse. Diese Investmentunternehmen sind bereits börsennotiert und fusionieren dann mit vielversprechenden Start-ups, die dadurch viel Zeit sparen. Denn normalerweise dauert ein Börsengang in den USA bis zu zwei Jahre. Auch die Elektroauto-Start-ups Nikola Motors und Fisker Inc. nutzen diesen Weg. Wer der potentielle Partner für Faraday Future ist, sagte CEO Breitfeld nicht.

Serienproduktion startet 12 Monate nach dem Deal

Dafür sagte er mehr zur Serienfertigung des ersten Modells FF91. Der Finanzbedarf dafür wurde in der Vergangenheit auf 850 Millionen US-Dollar beziffert. 9 Monate nach einem erfolgreichen Deal will Faraday die ersten Exemplare des luxuriösen Elektro-SUV ausliefern. Die Massenfertigung des FF91 soll 3 Monate später starten.

Der FF91 wird in der eigenen Fabrik in Hanford, Kalifornien gebaut, später soll ein Auftragsfertiger in Asien die Produktion übernehmen. Hier gibt es laut Breitfeld schon eine Vereinbarung, den Namen dieses Partners nannte er ebenfalls nicht.

Neuanfang nach dem Rückzug von Jia Yueting

Faraday hat eine Berg- und Talfahrt hinter sich und stand mehrfach kurz vor der Pleite. Faraday-Gründer Jia Yueting musste selbst Insolvenz anmelden und besitzt inzwischen keine Unternehmensanteile mehr, damit ist der Weg für neue Investoren frei. Zuvor seien die Anteile von Yueting ein großes Hindernis gewesen, sagte Breitfeld. In der Vergangenheit habe das Start-up Schwierigkeiten gehabt, seine Pläne umzusetzen. „Wegen unserer Geschichte und der manchmal schlechten Nachrichten vertraut uns nicht jeder“, sagte er.

Quellen / Weiterlesen

Faraday Future in talks to go public through merger | Automotive News Europe
Faraday Future targets IPO with shell company | electrive.com
Bildquelle: flickrMaurizio Pesce
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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