Erste Wasserstofftankstelle in Frankreich eröffnet

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symbio-wasserstofftankstelle-frankreich-Im Departement La Manche wurde am 26. Januar 2015 die erste Wasserstofftankstelle in Frankreich eröffnet. Gleichzeitig ist La Manche somit auch die erste französische Gebietskörperschaft, die ihren Fuhrpark mit besonderen Elektrofahrzeugen ausgestattet hat. Diese verwenden eine mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle, die als Reichweitenverlängerer (sog. Range Extender) dient. Die Mitarbeiter der Verwaltung stehen diese Fahrzeuge nun für Ihre Dienstfahrten zur Verfügung.

Die Tankstelle von Air Liquide

Die in La Manche betriebene Tankstelle wurde von Air Liquide gebaut. Mit der besonderen Technik wurden die Fahrzeuge der Marke Renault Kangoo Maxi ZE von der Firma Symbio FCelle ausgestattet.

Das Unternehmen Air Liquide ist einer der Weltmarktführer bei Gasen, Technologien und Servicedienstleistungen für die Bereiche Industrie und Gesundheit. Dabei engagiert sich die Firma in der gesamten Wasserstoffkette. Hierzu gehören die Bereiche Produktion, Distribution, Brennstoffzellen, Hochdruckspeicherung und der Bau von Wasserstofftankstellen. Zielsetzung von Air Liquide ist es, angesichts der großen Herausforderung an die Deckung des steigenden Energiebedarfs und des Umweltschutzes den Zugang zu einer nachhaltigen Mobilität zu ermöglichen. Treibhausemissionen und Luftverschmutzung sollen durch diese neuen Techniken weitgehend verringert werden. Gleichzeitig möchte man sich von der Abhängigkeit von erdölbasierten Treibstoffen lösen. So hat sich Air Liquide verpflichtet, bis zum Jahr 2020 wenigstens 50% seines für Energieanwendungen bestimmten Wasserstoffs komplett ohne Freisetzung von Kohlendioxid zu erzeugen. Dabei soll ein Zusammenspiel der Biogas-Reformierung mit der Nutzung erneuerbarer Energien durch Wasser-Elektrolyse, Rückgewinnungstechnologien und die Einlagerung von CO2 helfen.

Wer ist Symbio FCell?

Bei der Symbio FCell handelt es sich um ein französisches Unternehmen, welches europaweit agiert und sich mit Brennstoffzellen als tragende Säule der Mobilität der Zukunft befasst. Die Symbio FCell ist Hersteller, Entwickler und Integrator von Brennstoffzellen-Lösungen. Dabei werden verschiedene Leistungsklassen als Kits, von 5 kW bis zu mehr als 300 kW angeboten. Zielgruppe von Symbio FCell sind professionelle Anbieter, die besondere Nutzfahrzeuge benötigen, die nicht nur über eine große Reichweite verfügen müssen, die Leistungsfähigkeit von herkömmlichen Verbrennungsmotoren besitzen sollen und gleichzeitig absolut emissionsfrei sein sollen. Eine Lösung stellt der H2 dar, ein von Symbio FCell entwickelter und vertriebener Brennstoffzellen-Reichweitenverlängerer. Dabei profitiert das Unternehmen von wichtigen Schlüsseltechnologien, die vom Reifenhersteller Michelin, einem der Referenz-Stakeholder von Symbio FCell, konzipiert wurden. Ebenso finden wichtige Technologien der französischen Behörde für Atomenergien und alternative Energiegewinnungen CEA sowie dem Anbieter Polymermembranen Solvicore Anwendung.

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Deutschland geht einen ähnlichen Weg, jedoch mit Flüssigtreibstoffen

In der Nähe von Dortmund, in der Stadt Lünen, sollen mithilfe des Kraftwerksbetreibers Steag im Projekt Sunfire Flüssigtreibstoffe entwickelt werden. Auch hierbei gehört Wasserstoff zu den Ausgangsstoffen, welches durch Waser-Elektrolyse gewonnen wird. Das benötigte Kohlendioxid stammt dagegen direkt aus den Abgasen des Steinkohlekraftwerks Steag in Lünen. Mithilfe dieses Verfahrens sollen jährlich etwa 250.000 Liter Methanol gewonnen werden. Interessant ist, dass der Wasserstoff hierbei aus überschüssigem Sonnenstrom oder Strom von Windkraftanlagen gewonnen wird. In Deutschland sind die Power-to-Liquid-Anlagen noch in der Aufbauphase. Erste Erfahrungen werden jedoch erst 2017 gesammelt werden können. Wie die Verwendung im Einzelnen aussieht und ob die hier betriebenen Fahrzeuge ebenfalls von einem Brennstoffzellen-Reichweitenverlängerer profitieren können, bleibt noch abzuwarten. Man sieht jedoch, dass sich auch andere europäische Nachbarn mit dieser Problematik beschäftigt haben und entsprechende Lösungen anbieten können.

In Deutschland wurde die erste öffentliche Wasserstofftankstelle an einer Autobahn auf der A3 bei Geiselwind eröffnet.

Bildquelle: © Gerhard Frassa / pixelio – www.pixelio.de

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

2 KOMMENTARE

  1. Der Ansatz mit flüssigen, synthetisierten Kohlenwasserstoffen ist aus meiner Sicht wesentlich zukunftsträchtiger.

    Einerseits erfordert er weniger radikale Umgestaltungen unserer Verkehrsmittel (im Gegenteil, mit synthetischem Diesel oder Benzin könnte jedes bestehende Fahrzeug sauber und CO2-neutral fahren). Andererseits ist die Energiedichte der flüssigen Treibstoffe viel höher.

    Wasserstoff ist einfach ein denkbar schlechtes Medium für mobile Anwendungen. Gefährlich und teuer in der Handhabung, geringe Energiedichte (gilt gleichermaßen für alle „gasförmigen“),…

    Vom Materialeinsatz her (besonders was das Kupfer für den Motor und das Lithium für die Batterien angeht) sind Elektrofahrzeuge in Sachen Umweltschutz ohnehin nicht der Weisheit letzter Schluss. Je mehr zusätzliche Technik dazugepackt wird (gilt bsp. auch für Hybridfahrzeuge) desto schlechter wird im Endeffekt die Umweltbilanz. Emissionsfreiheit löst eben nur einen winzigen Teilaspekt des Gesamtproblems.

    Das wurde auch von Friedrich Schmidt-Bleek (Mitbegründer des Wuppertal-Instituts) deutlich genug vorgerechnet.

    Ich glaube es wäre gut, wenn in der Wissenschaft langsam ein sachlich begründeter Ausscheidungsprozess beginnen würde, damit man vorhandene Mittel auf praxistaugliche Konzepte konzentrieren kann. Dem Wasserstoffauto laufen wir jetzt seit den 70er-80er Jahren hinterher. Völlig ohne jedwedes tatsächlich brauchbare Ergebnis.

    Solche Sackgassen könnte man meiner Meinung nach schon langsam (zumindest bis auf weiteres!) auf Eis legen.

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