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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fordert eine Milliarde Euro für die Förderung der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Mit dem Geld will Scheuer öffentliche Ladestationen errichten und Bürgern den Einbau in der eigenen Garage finanziell erleichtern.

Der Staat soll bis zu 50 Prozent der Kosten tragen

Der Bundesverkehrsminister will den Anteil von Elektroautos erhöhen und deshalb mehr Ladestationen bauen. “Dafür brauchen wir sofort eine Milliarde Euro, das muss sich im Bundeshaushalt abbilden“, sagte Scheuer der Bild am Sonntag.

Laut Verkehrsministerium laden Elektroauto-Fahrer ihre Wagen zu 75 bis 85 Prozent zuhause oder am Arbeitsplatz auf. Der Staat solle deshalb die Kosten für private oder gewerbliche Ladesäulen bis maximal zur Hälfte übernehmen. Dabei könnte der Zuschuss für Schnellladestationen bis zu 30.000 Euro betragen, für normale Ladestationen bis zu 3.000 Euro.

Eins der größten Hindernisse für den Durchbruch von Elektroautos ist, dass es noch keine flächendeckende Versorgung mit Ladestationen gibt. Um die Klimaschutzziele der EU zu erreichen, muss es laut Bundesverkehrsminister bis 2030 zehn Millionen Elektroautos in Deutschland geben. Außerdem seien 500.000 elektrische Nutzfahrzeuge und 300.000 Ladepunkte nötig, sagte Scheuer, der ein ganzes Gesetzespaket für die Ladeinfrastruktur auf den Weg bringen will.

Zu viel Bürokratie beim Bau von Ladesäulen

Scheuers Forderung stieß auf unterschiedliche Reaktionen. Die Grünen und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verlangten weitere Maßnahmen. Vor allem müssten bestehende bürokratische Hemmnisse bei der Errichtung von Ladesäulen in Tiefgaragen und auf Parkplätzen beseitigt werden, sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. Bis heute könne Bauminister Horst Seehofer EU-Vorgaben nicht umsetzen, die Mindestzahlen von Ladesäulen auf Parkplätzen vorsehen.

BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer forderte, das Miet- und Wohnungseigentumsrecht müsse angepasst werden, damit jeder Mieter und Wohnungseigentümer eine Ladesäule einbauen könne, wenn er es möchte. Justizministerin Katarina Barley hatte selbst bereits bemängelt, dass insbesondere Mieter in Mehrfamilienhäusern und Wohnungseigentümer derzeit keine rechtliche Handhabe haben, um an ihrem Stellplatz eine Ladestation für ihr Elektroauto zu installieren. “Der Einbau von Ladesäulen darf nicht an komplizierten Regelungen im Eigentumsrecht scheitern”, sagte Barley. Hier will das Justizministerium für gesetzliche Regelungen sorgen.

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Quellen / Weiterlesen

Installation privater Elektroauto-Ladestationen soll rechtlich erleichtert werden | ecomento.de
Elektroautos: Verkehrsminister Scheuer will eine Milliarde Euro zusätzlich für private Ladestationen | t3n
Verkehrsminister Scheuer: 10 Millionen Elektroautos bis 2030 nötig | ecomento.de
Bildquelle: flickropelblog

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. Na klar muss man den Besserverdienern nun auch noch ihre privaten Ladestationen aus Steuergeldern finanzieren, damit das Angebot an öffentlichen Ladestationen besser wird. Wir haben ja zum Glück auch sonst nichts, wofür wir dieses Geld sinnvoll ausgeben könnten…

    „Der Einbau von Ladesäulen darf nicht an komplizierten Regelungen im Eigentumsrecht scheitern“
    Aber an den physikalischen Gesetzen darf es scheitern? Oder glauben Politiker ernsthaft, dass man auch die einfach per Mehrheitsbeschluss ändern könne?

    Und mal eben die Grundrechte für ideologische Zwecke einschränken, ist natürlich ebenfalls ganz großes Kino.

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