Wenn Elektroautos erst einmal verbreitet sind, werden sie unsere Städte ruhiger und sauberer machen. Eine neue modulare Elektrotankstelle, die dänische Architekten entworfen haben, spiegelt genau das wider. Luftig, aus Holz und mit eigener Stromerzeugung ist sie das Gegenteil einer traditionellen Tankstelle und lädt zu einem entspannten Zwischenstopp ein.

Moderne Technologie trifft auf Nachhaltigkeit

„Die Energie und die Technologie sind grün, und wir wollten, dass die Architektur, die Materialien und das Konzept das wiedergeben“, schreibt das Architekturbüro Cobe aus Kopenhagen über seine Tankstelle, an der ultraschnelle Ladestationen stehen. Sie besteht nicht nur aus Holz, sondern bietet auch Platz für Bäume und Sträucher sowie für PV-Module zur grünen Stromerzeugung. Die Stationen sind modular aufgebaut und kommen als Baukasten für unterschiedliche Größen und Standorte.

Traditionell dominiert an Tankstellen Asphalt und Benzingeruch. Die nachhaltige Ladestation aus Dänemark soll dagegen Sauberkeit und Ruhe ausstrahlen, um auch die geistigen Batterien aufzuladen. Die Mobilität der Zukunft soll quasi die klassischen Tankstopps in eine stressfreie Auszeit verwandeln. An heutigen Autobahnen ist das vermutlich wenig realistisch, doch die Atmosphäre an den Stationen wirkt definitiv viel angenehmer als an jeder Tankstelle oder Raststätte.

Das Holz für die Ladestationen hat entweder ein FSC- oder ein PEFC-Siegel, die für eine nachhaltige Forstwirtschaft stehen. Die Dächer der Stationen fangen Regenwasser auf und leiten es mittels Regenrinnen in den Boden ab, wo es versickern kann.

An skandinavischen Autobahnen sollen 48 Stationen entstehen

Für das Projekt hat sich das Architekturbüro Cobe mit Eon Drive und dem dänischen e-Mobilitätsdienstleister CLEVER zusammengetan. Die erste Station wurde schon 2019 fertiggestellt. Insgesamt planen die Partner 48 solcher nachhaltigen Elektrotankstellen an Autobahnen in Dänemark, Schweden und Norwegen. Wenn nötig, kann die Station auch wieder abgebaut und woanders wieder aufgebaut werden.

In Dänemark gilt Elektromobilität schon heute als sehr sauber. Schließlich stammen geschätzte 80 Prozent der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen, davon fast die Hälfte aus Windkraft. Die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde Strom sind deshalb in Dänemark inzwischen auf 200 Gramm gesunken.

Quellen / Weiterlesen

Ultra-Fast Charging Stations for Electrical Cars | Cobe
Stylische Ladestation für E-Autos in Dänemark | energie:bau
Bildquelle: © Cobe

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    Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

    1 KOMMENTAR

    1. „Mit eigener Stromerzeugung“? Wäre mal interessant, wie viel (oder wenig…) der gezapften Energie tatsächlich vor Ort erzeugt wird.

      Aber seis drum, jeder m2 Dach muss genutzt werden: Für angenehmen Schatten und Solarenergie.

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