Aldi rüstet seine Filialen jetzt verstärkt mit Ladesäulen aus. Noch dieses Jahr sollen Kunden an 200 weiteren Filialen ihr Elektrofahrzeug während des Einkaufs laden können. Den Startschuss gab Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in Passau mit einem symbolischen ersten Ladevorgang.

„Während des Wocheneinkaufs einfach das Elektroauto aufladen, das soll in Zukunft ganz selbstverständlich sein. Ladestationen im Einzelhandel tragen maßgeblich dazu bei, dass die Elektromobilität alltagstauglich wird. Die Branche kann hier Vorreiter sein“, sagte der Bundesverkehrsminister bei der Einweihung der Ladesäule an der Aldi-Filiale Neuburger Straße in Passau. Weitere geplante Standorte sind in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

In Städten setzt Aldi auf Schnellladesäulen

Im städtischen Raum und in der Nähe von Autobahnen will der Discounter einer Pressemitteilung zufolge vor allem Schnellladesäulen aufstellen. Sie sind mit 150 kW Ladeleistung besonders schnell und können ein E-Auto in 30 bis 45 Minuten vollständig aufladen. Im ländlichen Raum setzt Aldi dagegen mehr auf Normalladestationen. Der Strom soll zudem überall dort, wo es möglich ist, aus Photovoltaikanlagen auf den Filialdächern stammen. Aldi bezieht auch darüber hinaus 100 Prozent Ökostrom.

Die Ladesäulen werden größtenteils von enercity, einem Anbieter von Energielösungen aus Hannover, und der Tochtergesellschaft wallbe installiert. „Elektrisches Fahren ist auf den Parkplätzen der Discounter und damit endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagte enercity-Chefin Dr. Susanna Zapreva. Enercity liefert Aldi ein Paket aus Ladesäulen, IT-basierter Datenverarbeitung (Backend), Installation und Wartung.

Die Klimaziele von Aldi

„Wir möchten es unseren Kunden leichtmachen, auf E-Mobilität umzusteigen“, sagte Stefan Ruhland, Director Logistics Management bei Aldi Süd. Die Aktion ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Discounters, der auch einen Beitrag zur Mobilitätswende leisten will. Aldi hat sich ein unternehmensweites wissenschaftlich validiertes Klimaziel gesetzt und strebt bis 2025 an, seine absoluten operativen Emissionen im Vergleich zu 2016 um mehr als ein Viertel zu senken.

Bis Ende 2024 sollen sich zudem die strategischen Lieferanten des Unternehmens eigene wissenschaftsbasierte Reduktionsziele setzen. Schließlich sind diese Lieferanten für drei Viertel der Emissionen in der Lieferkette verantwortlich. Seit 2017 handelt Aldi in Deutschland vollständig klimaneutral.

Quellen / Weiterlesen

ALDI elektrisiert: ALDI SÜD baut Ladenetz für Elektroautos aus | ALDI Süd
enercity baut E-Ladestationen für Aldi Süd | enercity
Bildquelle: © enercity AG
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

11 KOMMENTARE

  1. Prima! Aldi zeigt mal wieder, wie’s geht. Die 150 kW sind gegenüber den bisherigen 20 kW ein enormer Leistungssprung. Auch, dass 2 Schnellladeplätze pro Filiale geplant sind, entspricht der Entwicklung. Bei „meinem“ Aldi in München Allach (war die erste Aldi-Säule überhaupt) gibt es immer öfter Engpässe. An einem Samstag wie heute brauche ich’s gar nicht zu versuchen: Es steht immer schon ein anderer da.
    Im Text steht nichts über die Stecker. Ich gehe davon aus, dass es wieder „Triple Charger“ sind, die neben CCS und AC auch CHAdeMO unterstützen.

  2. Bis dato kann man noch an Lidl- und wohl auch noch an den wenigen Aldi-Ladepunkten KOSTENLOS Strom tanken. Ihr Bericht sagt überhaupt nichts dazu, ob diese Aldi-Säulen auch kostenlos Strom abgeben., oder nicht. Das wäre doch eine außerordentlich wichtige Kundeninformation. Und falls kostenpflichtig bitte auch Infos über Strompreise!

  3. Ja, der Trend geht zur Zweitsäule. Bei Ikea stehen ja üblicherweise 2 Triple, und die sind inzwischen oft mit 4 eAutos belegt.

    20 kW ist ja eigentlich für den üblichen Einkauf absolut ausreichend, man hat ja nicht wirklich was zu verschenken.

    150 kW ist natürlich ein Ding, wenn man mal kurz von der BAB runter will, um auf Aldi einen Snack zu kaufen. Ist dann doppelt billiger als auf der Raststätte. Und meistens viel ruhiger…

    Ich hätte ja gerne das bemühte Lächeln des Bescheuerten gesehen. Ist er doch bisher weitestgehend als erklärter Feind der eMobilität in Erscheinung getreten. Aber der kriegt diese kognitive Dissonanz leicht hin.

    CHAdeMO wird dabei sein, ist auch bei Rastplatz-Ladern immer bei CCS dabei. Ist ja nur ein anderer Stecker und eine andere Platine zur Steurerung. Nur AC schein zu verschwinden oder beschränkt sich auf eine Dose ohne Kabel.

  4. @W.Niemann: Wusste gar nicht, dass es bei LIDL auch Ladesäulen gibt. Liegt wohl daran, dass keine in meiner Nähe ist. Als damals die ersten ALDI-Säulen eröffnet wurden, hatte ich bei LIDL angefragt, ob Sie Ähnliches vorhaben, hab aber nie eine Antwort bekommen.
    Zu den Preisen: Gerüchteweise verlautet, dass das Laden künftig NICHT mehr kostenlos sein soll. Ich gebe Ihnen Recht: Dazu hätte im Bericht was drinstehen sollen.
    @Alex1: Naja, CHAdeMO ist schon auch ein anderes Ladeprotokoll als CCS, aber das ist kein echtes technisches Problem. Leider wurde CHAdeMO bei den mit Steuergeldern finanzierten „Schaufenster-Projekten“ (z.B. SLAM) auf politischen Druck der deutschen Auto-Lobby weggelassen. Ich fand und finde das unmöglich. Protektionismus pur, im 21. Jahrhundert!
    Dass AC verschwindet, glaube ich nicht, schließlich sind ALLE „normalen“ Ladesäulen AC-Säulen, inzwischen meist mit Typ2-Buchse. In München haben z.B. die Stadtwerke in letzter Zeit Hunderte von Ladepunkten errichtet mit Typ2-AC, auch eine große Zahl der neuen ALDI-Säulen wird wohl diesen Ladestandard unterstützen. Dass man bei AC-Ladung sein eigenes Kabel braucht, ist eigentlich „schon immer“ so.

  5. @C-Zero, @Alex1, nachdem Tesla und Renault nun ebenfalls den EU-Normstecker Typ2-Combo verbauen, hat auch Nissan sein neues Model Arya mit diesem Stecker angekündigt.
    Besteht da jetzt tatsächlich noch Bedürfnis, neu aufzustellende Schnellladesäulen auf ewig mit zusätzlichen CHAdeMO-Steckern auszurüsten (und damit weitere Kosten zu erzeugen) ?

  6. i_Peter: JA, es BESTEHT das Bedürfnis, CHAdEMO weiter zu unterstützen. Nicht „auf ewig“, aber so lange wie es nötig ist, um die aktuell auf der Straße befindlichen eAutos mit CHAdeMO nicht zu diskriminieren. Mein C-Zero ist z.B. jetzt 8 Jahre alt, eine ökologisch vertretbare Lebensdauer wären mindestens 15 Jahre. Demnach müsste es meiner Meinung nach noch mindestens weitere 7 Jahre lang CHAdeMO-Unterstützung geben. Wer sich aber z.B. kürzlich einen neuen Nissan Leaf zugelegt hat, der plädiert wohl eher auf mindestens weitere 15 Jahre.
    Die Mehrkosten sind, gemessen an den Gesamtkosten einer DC-Ladesäule, relativ gering. Etwa 5%.
    Zu Tesla und Renault: Die haben CHAdeMO NOCH NIE als „ihren“ Ladestandard gehabt. Tesla hat neben ihrem proprietären SuperCharger-Standard ein CHAdeMO-Adapter entwickelt, um flexibler zu sein. Bei Renault ist mir das nicht bekannt: Alle Renault-eAutos haben bisher meines Wissens ausschließlich AC-Typ2 geladen (allerdings 3-phasig und damit sehr effizient).
    Wenn sich CCS langfristig weltweit als DER DC-Ladestandard durchsetzen sollte, soll’s mit Recht sein. Aber momentan liefert z.B. auch BMW seinen I3 noch mit CHAdeMO nach Japan aus.
    Also: die nächsten ca. 10 bis 15 Jahre hat CHAdeMO sicher noch seine Berechtigung.

  7. Nun, da sind Sie meiner Frage ausgewichen, ob auch noch weitere, zukünftige Ladesäulen mit einem Stecker nach japanischer CHAdeMO-Norm ausgerüstet werden müssen. Altfahrzeuge vom Typ MIEV würden dadurch nicht diskriminiert, da weiterhin die bisherigen CHAdeMO Ladepunkte zur Verfügung stehen.
    Scheinbar haben Sie nicht mitbekommen, das Renault seine erfolgreiche Limousine Zoe in der neuesten Version mit großer 52 kWh-Batterie für größte Reichweite inzwischen mit dem EU-Norm Stecker Typ2-Combo ausstattet. Nun kann die Zoe auf Langstrecken ebenfalls an den mehrfach redundanten 350 kW-CCS Ladestationen (4-6 Ladepunkte je Standort) an den Autobahnen EU-weit laden. Das ist nicht nur effizienter als AC-Ladung, sondern auch schneller, weil direkt Gleichstrom in die Batterie geladen wird mit 50 kW. Die bei AC bisher erforderliche und verlustbehaftete Umwandlung von AC in DC im Fahrzeug ist damit obsolet.
    Der BMW i3 verwendet diese Ladetechnik in Europa übrigens schon seit 2012. Die neuen Tesla-Modelle haben ebenfalls in Europa von Anfang an den EU-Norm Stecker.
    Selbst in Asien wird auf dem weltweit größten Markt für E-Autos (China) kein einziger Tepco-Stecker (CHAdeMO) verwendet. Da sich Japan für die Neuentwicklung eines 40ö kW-Schnellladesteckers China angeschlossen hat, dürfte der Tepco-Stecker wohl das Ende seiner Ausbreitung erreicht haben.
    Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/CHAdeMO

  8. @i_Peter: NEIN, ich bin Ihrer Frage „Besteht da jetzt tatsächlich noch Bedürfnis, neu aufzustellende Schnellladesäulen auf ewig mit zusätzlichen CHAdeMO-Steckern auszurüsten …?“
    keineswegs ausgewichen, denn das erste, was ich geschrieben habe, war: „JA, es BESTEHT das Bedürfnis, CHAdeMO weiter zu unterstützen.“
    Renault hatte bisher sehr erfolgreich sein 3-phasiges AC-Ladesystem umgesetzt. Wenn ich mich in München umschaue, ist es das Non plus Ultra, denn die AC-Säulen der SWM unterstützen genau diese Ladeform optimal. Ich mit meinem 1-phasigen AC-Anschluss komme da nicht mit. Und DC-Säulen der SWM gibt es in München nur ansatzweise.
    Nun gut, auch Renault schwenkt auf DC-Ladung um und unterstützt künftig CCS. Damit habe ich kein Problem. Ich HABE allerdings ein Problem damit, wenn ich mein Auto künftig nicht mehr via CHAdeMO laden könnte.
    Sie schreiben: „Selbst in Asien wird auf dem weltweit größten Markt für E-Autos (China) kein einziger Tepco-Stecker (CHAdeMO) verwendet.“ Dies ist eine Lüge! In Japan (ist doch Asien, oder nicht?) IST CHAdeMO DER Standard. ALLE BMW i3, die nach Asien geliefert werden, haben einen CHAdeMO Anschluss.

  9. @i_Peter: Heute habe ich von Aldi Süd die Info bekommen, dass die neuen Schnellladesäulen 2x CCS und 1x Typ 2 AC haben werden, aber kein CHAdeMO mehr. Ich finde das diskriminierend, denn es sind noch jede Menge eFahrzeuge der Marken Toyota, Nissan, Mitsubishi, Citroen, Peugeot und andere auf den Straßen, die NUR via CHAdeMO schnell laden können. Keine Ahnung, wer Aldi da (in meinen Augen völlig falsch) beraten hat.
    Der gute Teil der Nachricht war, dass die bestehenden Schnelllladesäulen erst mal nicht getauscht werden sollen. Ich kann also noch eine Weile bei „meinem“ Aldi laden. Wenn sie dort den CHAdeMO-Anschluss abschaffen, ist es für mich witzlos, denn mit 3,7 kW kann ich auch in meiner Garage laden, und auf die ca. 60 Cent, die ich dann bei einem halbstündigen Aldi-Ladestopp sparen könnte, kann ich auch verzichten.

  10. @Gerhard Fenzel lesen Sie doch bitte meinen zitierten Text in Ihrem Post nochmals durch:
    Japan ist eben nicht der größte Markt für E-Autos weltweit und Japan liegt auch nicht in China.
    Und bitte Vorsicht mit der Bezichtigung „Lüge“, wo es nicht angebracht ist.

  11. @i_Peter: Sie haben formal Recht, ich entschuldige mich. Ich hatte Ihren Text tatsächlich nicht sorgfältig genug gelesen. Aber: Wenn Sie nur China meinen, warum schreiben Sie dann „Selbst in Asien …“ und setzen „China“ nur in Klammern?
    Über die Kooperation zwischen dem japanischen CHAdeMO und dem chinesischen GB/T (ChaoJi) sind Sie offensichtlich gut informiert.
    Jenseits der Wortklauberei: Ich befürworte einen künftigen weltweiten DC-Ladestandard. Wie er heißt, und wer ihn letztlich durchsetzt, ist mir egal. Er wird vermutlich aber nicht CCS heißen.
    Was mir aber nicht egal ist: Dass der mit über 40.000 Ladepunkten derzeit weltweit meist-verbreitete DC Ladestandard CHAdeMO in Deutschland systematisch kaputt gemacht werden soll.
    Schon aus ökologischen Gründen muss doch dafür gesorgt werden, dass eFahrzeuge, die schon seit 8 bis 10 Jahren „auf der Straße“ sind, weiterhin unterstützt werden, für mindestens weitere 5 Jahre.
    Ich habe ALDI Süd dazu kontaktiert, aber leider noch keine Rückmeldung erhalten.
    Im Grunde ziehen wir doch beide am gleichen Strang, oder?

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