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Seit Mitte 2016 greift der Staat Käufern von Elektroautos mit der Kaufprämie unter die Arme. Mit mäßigem Erfolg, bisher wurde noch nicht einmal ein Drittel der Fördergelder abgerufen. Die Bundesregierung erwägt deshalb offenbar, die Prämie über das offizielle Ende im Juni hinaus zu verlängern.

Nur 100.000 Anträge seit Start der Kaufprämie

Insgesamt 600 Millionen Euro hatte die Bundesregierung 2016 bereitgestellt, um den Verkauf von Elektroautos anzukurbeln. Seitdem gingen etwa 100.000 Förderanträge beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA ein – eigentlich reichen die Gelder für mindestens 300.000 Förderungen. Wer die Prämie beantragt, die offiziell Umweltbonus heißt, spart beim Kauf eines reinen Elektroautos 4.000 Euro, bei einem Plug-in-Hybriden 3.000 Euro. Bund und Autohersteller tragen jeweils die Hälfte.

Weil noch so viel Geld im Topf ist, wird schon länger spekuliert, dass die Prämie verlängert werden könnte. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) fordert die Verlängerung schon lange. Dass die Bundesregierung dies nun „ernsthaft erwägt“, hat die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfahren. Demnach heißt es dort, dass sich die Ladesäulen-Infrastruktur und das Angebot an Elektroautos auf dem Markt verbessere.

Neuzulassungen steigen, Anteil von E-Autos jedoch weiter gering

Eigentlich wollte die Bundesregierung mit der Einführung der Prämie ihrem Ziel näherkommen, bis 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland fahren zu sehen. Davon hat sie sich mittlerweile verabschiedet und hat ihr Ziel um zwei Jahre auf 2022 verschoben. Doch der Durchbruch der Elektroautos lässt auf sich warten. Zwar sind die Zulassungen im letzten Jahr deutlich gestiegen, bewegen sich aber immer noch auf sehr niedrigem Niveau. 2018 wurden 130.000 Hybridfahrzeuge und 36.000 batterieelektrische Autos neu zugelassen – von insgesamt 3,44 Millionen Neuwagen. Die meisten Anträge auf die Kaufprämie beim BAFA werden für reine Elektrofahrzeuge gestellt. Auf sie entfallen etwa zwei Drittel, der Rest auf Hybridfahrzeuge. Die Mehrheit der Anträge stammt von Gewerbetreibenden.

Die Abwrackprämie 2009 war deutlich erfolgreicher

Es ist nicht das erste Mal, dass der deutsche Staat die Autoindustrie mit Kaufprämien unterstützt. 2009 war die sogenannte Abwrackprämie ein großer Erfolg: Um die Folgen der Finanzkrise abzumildern, hatte der Bund den Verkauf von Neuwagen mit einer Prämie von 2.500 Euro angekurbelt. Im Gegensatz zum Umweltbonus waren die Gelder damals in kürzester Zeit aufgebraucht – insgesamt 5 Milliarden Euro. Dass sich Elektroautos nur so langsam durchsetzen, liegt an den höheren Preisen, an der noch begrenzten Reichweite und an der noch nicht ausreichend ausgebauten Ladeinfrastruktur.

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Quellen / Weiterlesen

Regierung erwägt Verlängerung der Elektroauto-Prämie | Edison
Kaufprämie für E-Autos floppt – Berlin will aber verlängern | manager magazin
Bundesregierung erwägt Verlängerung der Prämie für E-Autos | Stuttgarter Nachrichten
Bildquelle: Pixabay
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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. Abwrackprämie war besonders erfolgreich weil die europäischen und asiatischen Hersteller gut ausgestattete
    Serienfahrzeuge mit 5 Jahren Garantie und viel Zubehör günstig angeboten haben.
    Für die Deutschen Hersteller war es eine Lehre die Prämie auf Fahrzeugpreis von 60T€ zu beschränken damit nicht die ausländische Konkurrenz E Autos liefert bevor unsere Deutschen Hersteller gleichwertige Serienfahrzeuge anbieten kann. Nun kommen die AUDI e tron , i Pace mit Preisen ab 60T€ für Basisausstattung, schlechte Verbrauchswerte etc.
    Die Konkurrenz aus Asien, Europa und auch VW haben Lieferschwierigkeiten oder Wartezeiten von 12 Monaten.
    Als einziger Konkurrent bleibt Tesla Model 3 mit 500km Reichweite und Beschleunigung 5sec Spitze 230kmh
    und sehr geringem Verbrauch CCS Anschluss, Weltweitem eigenem Ladenetz sowie mit Ausstattung der Supercharger mit zusätzlichem CCS und Nutzung öffentlicher Ladesäulen mit CCS.
    Einziges Problem für TESLA könnten Trump mit Zöllen von 25% für Autos werden ,wenn EU gleichzieht.
    Das Problem der Prämie “ es gibt keine E Autos mit Reichweiten über 300km und angemessenem Preis/Leistungsverhältnis.
    Die bisher meistgekauften E Autos sind Kleinwagen für Stadtverkehr nicht zum Reisen mit 4-5 Personen in den Sommerurlaub nach Spanien ,Italien, Frankreich etc.

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