Der e-Genius ist ein hybrid-elektrisches Forschungsflugzeug, das die Universität Stuttgart entwickelt. Der Zweisitzer startete am 20. und 21. April zu zwei langen Flügen und brach die bisherigen Rekorde in den Kategorien Geschwindigkeit und Reichweite.

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Erster Rekordflug: Geschwindigkeitsrekord über 500 Kilometer

Der Rekordflug in der Kategorie „Geschwindigkeit über 500 Kilometer“ startete am 20. April auf dem Forschungsflugfeld eFliegen BW in Mengen und ging fast bis zur tschechischen Grenze und zurück, insgesamt 502 Kilometer. Hin- und Rückflug fanden auf derselben Strecke statt, wie es die Regeln des internationalen Luftsportverbands FAI vorgeben. Schon auf dem Rückweg sei ersichtlich gewesen, dass der bisherige Geschwindigkeitsrekord gebrochen werde, teilte die Uni Stuttgart mit. Am Ende erreichte der e-Genius eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 207,65 km/h, während der bisherige Rekord bei 93 km/h lag.

Zweiter Rekordflug: Neuer Streckenrekord

Am nächsten Tag brach das Team erneut auf mit dem Ziel, auch noch den absoluten Streckenrekord für Elektroflugzeuge zu brechen. Die Flugroute führte diesmal von Mengen nach Freiburg, entlang der Alpen nach Oberbayern, rund um die Kontrollzone München, Vilshofen, Regensburg, Ulm und zurück zum Startplatz. Zuletzt flog das Team mit dem e-Genius sogar noch einen Mini-Umweg, damit beim neuen Rekord eine schöne Zahl herauskommt: Der offizielle neue Weltrekord liegt damit bei 1003,6 Kilometern.

Damit hat der e-Genius den längsten Flug hingelegt, den je ein (Hybrid-)Elektroflugzeug geschafft hat. Beide Flüge liegen nun der FAI zur Anerkennung als Weltrekorde vor.

Hybridantrieb: Hohe Effizienz und Reichweite, wenig Lärm

Alle Systeme des Prototyps in Kohlefaser-Kunststoffbauweise, der auf einer modifizierten Pipistrel Taurus basiert, funktionierten während des Weltrekords tadellos. Der Motorsegler verfügt über einen permanenten Hybridantrieb, bei dem ein Dieselgenerator von FlyEco Strom erzeugt. Der Dreizylinder stammt aus einem Smart. Während des Rekordflugs verbrauchte das Flugzeug 35 Liter Diesel, also 3,5 Liter auf 100 Kilometer.

Der Hybridantrieb verbindet demnach die Vorteile des elektrischen Fliegens mit denen eines hybriden Generatorsystems – also eine hohe Effizienz und geringe Lärmbelastung bei hoher Reichweite und Leistungsfähigkeit. Während der Rekordflüge konnte das Team der Uni Stuttgart auch viele Daten für den nächsten Flug und über elektrisches Fliegen sammeln.

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Das Elektroflugzeug e-Genius

Das Elektroflugzeug e-Genius ist eins von mehreren Forschungsprojekte am Institut für Flugzeugbau der Universität Stuttgart. Seit 1990 wird dort an klimaneutralem Fliegen gearbeitet. Das Projekt e-Genius soll erforschen, wie batterieelektrische und elektrisch-hybride Flugzeuge CO2-Emissionen und Lärm reduzieren können.

Quellen / Weiterlesen

Back in Business: Two major world records achieved | Universität Stuttgart
e-Genius bricht Geschwindigkeits- und Streckenweltrekord | AeroBuzz
Mit dem eGenius elektrisch mehr als 1000 Kilometer | flieger Magazin
Schnellstes Elektroflugzeug der Welt | Region Stuttgart
Schnell, schneller, e-Genius | aerokurier
Bildquelle: © Universität Stuttgart

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    Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

    1 KOMMENTAR

    1. Sehr geehrter Herr Hiller,
      Seit Jahen verfolge ich gern Ihre Publikationen über Ihren Newsletter.
      In dem Zusammenhang dieses Artikel über die Rekorde der Uni Stuttgart wollte ich ergänzend fragen, warum man hier nicht auch den Motor der Fa. OBRIST/Österreich https://secrets-of-success.de/frank-obrist-geschaeftsfuehrer-obrist-powerrain-gmbh/ und https://efahrer.chip.de/news/dieser-tesla-faehrt-mit-fluessigem-strom-oesterreicher-bauen-den-hyper-hybrid_105857
      nicht zu dieser Entwicklung berücksichtigt, der in einem Tesla mit 2Liter/100Km eine Reichweite von 1000 Km erreicht hat bei Halbierung der Akkugröße des originalen Tesla 3.
      Da wäre in jedem Fall im Flug eine noch größere Rechweitenleistung als am Boden möglich und eine fast Halbierung des Spritverbrauchs gegenüber den 3,5Litern/100Km im Testflug.
      Ich bin mir sicher, Sie kennen die Fa. Obrist/Österreich/Bodensee.

      mit besten Grüßen Christian Wacha/Frankfurt/Main
      Mitglied LPC/Luftfahrt-Presse-Club Deutschland seit 1989
      Derzeitiger Schwerpunkt e-mobilität, Speichertechnologien etc., elektrische Luftfahrt

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