Air2E hat als erste europäische Airline einen Kaufvertrag über eine Flotte von eFlyer 800-Elektroflugzeugen mit Bye Aerospace geschlossen. Gleichzeitig präsentiert das Unternehmen ein neues AirTaxi-Preismodell ab 4 Euro pro Kilometer. Air2E bietet individuelle Flugreisen für Geschäftsreisende an.

Tauschen Sie sich aus und diskutieren Sie mit uns zu den neusten Entwicklungen zu Elektroflugzeugen und Flugtaxis auf Facebook. Hierzu haben wir auf Facebook die Gruppe Elektroflugzeug eingerichtet.

Der Beginn einer nachhaltigen Luftfahrt

Fliegen so einfach wie Taxifahren – das ist die Mission und das Geschäftsmodell von Air2E. Im Namen zeigt sich bereits, dass der Anbieter dabei auf rein elektrische Flugreisen setzt. Schon heute bietet Air2E mit einer Flotte von 20 klassischen zweimotorigen Geschäftsreiseflugzeugen und Turboprop-Flugzeugen flexible Dienstreisen innerhalb Europas an.

Künftig will Air2E als erster kommerzieller AirTaxi- und Airline-Anbieter in Europa Elektroflugzeuge wie den eFlyer 800 einsetzen – viel früher als alle Lufttaxi-Entwicklungen mit senkrecht startenden Modellen, betont der Anbieter. Das soll den Übergang zu nachhaltigen und günstigen Flugreisen beschleunigen. Der eFlyer 800 des US-Herstellers Bye Aerospace ist das ideale Flugzeug dafür und genau auf die Anforderungen von Lufttaxi-Unternehmen zugeschnitten. Die vollelektrische zweimotorige Maschine, in der bis zu 7 Passagiere plus Piloten Platz haben, verursacht nur ein Fünftel der Betriebskosten herkömmlicher Turboprop-Flugzeuge. Der eFlyer 800 wird bis zu 600 km/h schnell und kann so heutige Reisezeiten nochmals stark verkürzen.

Fliegen ab 4 Euro pro Kilometer

Bei den individuellen Charterflügen von Regionalflughäfen, die Air2E anbietet, profitieren Kunden von kurzen Anreisen, zeitlicher Flexibilität und den niedrigeren Betriebskosten der Propellerflugzeuge. „Unser AirTaxi-Service ist schon heute die wirtschaftlichste Individualfluglösung auf dem Markt“, sagt Norbert Werle, CEO und Mitbegründer von Air2E. Die neue Air2E-ChangeCard garantiert die Verfügbarkeit auch dann, wenn Kunden erst 24 Stunden vor dem gewünschten Flugtermin buchen. Ab 4 Euro pro Kilometer können sie mit 350 km/h fast jeden kleinen Flughafen innerhalb Europas erreichen – das ist etwa der doppelte Preis einer normalen Taxifahrt in der Stadt. Der Vorteil von Lufttaxi-Diensten ist, dass zeitraubende Reisen auf ausgelasteten Straßen reduziert werden. Staus werden vermieden und die Umwelt geschont, denn die sparsamen Propellermaschinen haben einen geringen Verbrauch und sind nicht in den klimawirksamen Höhen der Airliner unterwegs.

Air2E investiert alle Einnahmen in Elektroflugzeuge

„Wenn Sie nicht irgendwo auf dieser Welt für ein unbekanntes Klimaschutzprojekt bezahlen möchten, sondern einen direkten Einfluss auf die beschleunigte Entwicklung einer nachhaltigen Luftfahrt haben möchten, fliegen Sie mit uns!“ sagt Norbert Werle. Denn Air2E sieht eine große Nachfrage nach individuellen Flugreisen unter Geschäftskunden und will alle verfügbaren Einnahmen in den Kauf von E-Flugzeugen wie dem eFlyer 800 stecken.

Der eFlyer 800 von Bye Aerospace

Der US-Hersteller Bye Aerospace hat den eFlyer 800 Anfang 2021 angekündigt. Das Flugzeug erreicht laut Hersteller die Leistung von zweimotorigen Turboprop-Flugzeugen. Auf Rumpf und Tragflächen können Dünnschicht-Solarmodule installiert werden, die Strom für die Klimaanlage sowie für das Rollen auf dem Flughafen erzeugen.

Tauschen Sie sich aus und diskutieren Sie mit uns zu den neusten Entwicklungen zu Elektroflugzeugen und Flugtaxis auf Facebook. Hierzu haben wir auf Facebook die Gruppe Elektroflugzeug eingerichtet.

Der eFlyer 800 erreicht eine maximale Flughöhe von 10.000 Metern und kann deshalb genau wie Verkehrsflugzeuge „über dem Wetter“ fliegen. Das Flugzeug hat über 900 Kilometer Reichweite und Reserven für unvorhergesehene Kursänderungen. Das erfüllt Air2E zufolge etwa 90 Prozent der Anforderungen an Geschäftsreisen innerhalb Europas. Mit der Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA rechnet Bye Aerospace im Jahr 2025. Zwei andere Elektroflugzeuge des Herstellers, der eFlyer 2 und der eFlyer 4, befinden sich bereits im FAA-Zertifizierungsprozess.

Abstriche bei Komfort und Sicherheit müssen Passagiere im eFlyer 800 nicht befürchten, ganz im Gegenteil: Er ist viel leiser als heutige Kolbenmotor- oder Turboprop-Flugzeuge und mit modernen Sicherheitsfunktionen ausgerüstet. Das elektrische System besteht aus vierfach redundanten Batteriepaketen, die beiden Elektromotoren sind ebenfalls mit doppelt redundanten Motorwicklungen ausgestattet. Außerdem verfügt der eFlyer 800 über ein ballistisches Fallschirm-Rettungssystem, also einen Fallschirm für das gesamte Flugzeug. Ein Notfall-Autolandesystem, das auf künstlicher Intelligenz basiert, ermöglicht zudem die sichere Landung auf dem nächsten Flughafen ohne menschliche Eingriffe.

Quellen / Weiterlesen

Bildquelle: © eFlyer 800 für Air2E – Livery Design by AircraftStudioDesign – Modena, IT

>>>> Energyload-Newsletter abonnieren <<<<



    Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

    1 KOMMENTAR

    1. Das klingt ja fast zu schön, um wahr zu sein.

      Nie hätte ich gedacht, dass die Entwicklung so schnell voranschreitet.

      Das Ziel muss jetzt sein, dass zumindest über Land kein Kerosinflug mehr stattfindet. Wie damals bei der Concorde, die ja auch über Land nicht mehr Überschall fliegen durfte.

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here