Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi will künftig smarte Elektroautos bauen und macht es damit Konkurrenten wie Apple und Huawei nach. Xiaomi-Chef Lei Jun will 10 Milliarden Dollar in das Projekt investieren. Die Chinesen haben ihre Fühler schon früher ins Autogeschäft ausgestreckt.

Vom Smartphone zum vernetzten Auto

Xiaomi wurde vor 11 Jahren gegründet und ist längst kein reiner Smartphone-Hersteller mehr. Das Unternehmen bietet alle möglichen Gadgets an, etwa Smartwatches, Notebooks, smarte Luftreiniger und Elektro-Tretroller.

Erste Ausflüge ins Autogeschäft gab es auch schon. Gemeinsam mit dem chinesischen Autohersteller Bestune brachte Xiaomi den SUV „Redmi“ auf den Markt. Dabei steuerte der Tech-Konzern vor allem die Software bei, genauso wie beim chinesischen Kleinstwagen Baojun E300. Mit Lamborghini brachte Xiaomi außerdem vergangenes Jahr ein vollelektrisches Gokart heraus.

Jetzt will Xiaomi aber ein eigenes Modell herausbringen, obwohl die Chinesen selbst keine Erfahrung im Fahrzeugbau haben. Auch ein weltweites Vertriebsnetz fehlt. Xiaomis Know-how in Sachen Smartphone und Smart Home dagegen ist ein Vorteil, schließlich wird die Vernetzbarkeit auch bei Autos immer wichtiger. Und dabei geht es längst nicht mehr nur ums Smartphone selbst: Der Kleinstwagen Baojun E300 kann bereits ins Xiaomi-Ökosystem „Mi Smart Home“ integriert werden. Nähert sich das Auto dem eigenen Zuhause, schaltet sich beispielsweise automatisch das Licht ein.

So könnte das erste Xiaomi Elektroauto heißen

Wie eine chinesische Website berichtet, hat Xiaomi für seine Elektroauto-Pläne bereits eine Reihe von Marken beantragt. Dazu gehören „Internet der Fahrzeuge“, „Xiaomi Zhillian“ sowie die Marken „MiCar“, „Xiaomi Travel“ und „Xiaomi Auto“. Das „Internet der Fahrzeuge“ könnte sich auf ein vernetztes System beziehen, von dem das Auto ein Teil ist. „Xiaomi Zhillian“ und „MiCar“ könnten konkrete Fahrzeugnamen sein.

Details zum ersten eigenen Modell oder einen möglichen Marktstart nannte Xiaomi bisher nicht. Wahrscheinlich wird Xiaomi aber versuchen, sein Auto auf den Markt zu bringen, bevor Apple sein „Apple Car“ fertig hat. Dies könnte Insidern zufolge 2024 oder 2025 der Fall sein, wobei Apple das Projekt nach wie vor nicht offiziell bestätigt hat.

Zusammenarbeit mit Great Wall Motors?

Xiaomi wird sich wahrscheinlich einen großen Autohersteller als Fertigungspartner suchen. Wie Reuters mit Verweis auf Insider berichtet, ist das Unternehmen dazu im Gespräch mit dem chinesischen Hersteller Great Wall Motors. Mit seinem ersten Modell will Xiaomi wie bei seinen Gadgets auf den Massenmarkt abzielen, schreibt Reuters.

So eine Zusammenarbeit von Tech-Unternehmen und Autoherstellern werden wir in Zukunft noch öfter sehen. Apple ist auf demselben Weg und war Berichten zufolge bereits mit mehreren Autoherstellern im Gespräch, die das Apple Car fertigen sollen. Huawei stellte kürzlich einen eigenen Motor für Elektroautos vor, der schnelle Ladezeiten ermöglichen soll und liefert auch die Software inklusive Cloud-Anbindung durch ein integriertes 5G-Modem. Auch der taiwanesische Auftragsfertiger Foxconn will ins Autogeschäft und hat eine eigene Software- und Hardware-Plattform für Elektrofahrzeuge vorgestellt.

Quellen / Weiterlesen

Exclusive: Chinese smartphone maker Xiaomi to make EVs using Great Wall’s plant – sources | Reuters
Wird Xiaomi zum chinesischen Tesla? | tagesschau
Xiaomi Trademarks the “Internet of Vehicles” as Part of Car Project | autorevolution
Bildquelle: © Pixahive

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Die Luft wird immer dünner für unsere Autobauer.

    Hoffentlich haben die schnell genug die nötigen IT-Spezialisten eingekauft, um nicht völlig abgehängt zu werden. Karosserie- und Fahrgestell-Experten haben die IT-Firmen ihnen wohl schon genug weggekauft.

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