Das italienische Start-up XEV bringt dieses Jahr ein Elektroauto aus dem 3D-Drucker auf den Markt. Das Stadtauto Yoyo ist mit 8.000 Euro besonders günstig. Die Nachfrage ist groß, allein in Europa hat das Start-up schon 30.000 Bestellungen erhalten.

3D-Druck und die Autoindustrie

Der 3D-Druck erobert auch die Autoindustrie, viele große Hersteller setzen bereits für einzelne Komponenten auf die Technologie. Kein Wunder, denn 3D-Druck hat viele Vorteile: Der Herstellungsprozess ist günstig und effizient, da sich Teile individuell und passgenau drucken lassen. Das erlaubt auch Formen, die vorher unmöglich gewesen wären. Außerdem haben Käufer so besonders viele Personalisierungsoptionen.

Ausstattung des XEV Yoyo

Der Yoyo ist ein Zweisitzer mit 70 km/h Höchstgeschwindigkeit, der optisch an den Smart erinnert. Er ist mit 2,5 Metern Länge und 1,5 Metern Breite sehr kompakt und zudem leicht, er wiegt nur 750 Kilogramm. Seine Reichweite liegt bei 150 Kilometern. Bei der Batterie setzt XEV auf eine Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie mit 9,2 Kilowattstunden. Das Batteriesystem besteht aus vier Blöcken, die herausnehmbar sind. So können sie unkompliziert ausgetauscht werden, sofern sich Wechselstationen für Fahrzeugakkus durchsetzen.

Der Yoyo ist ein Leichtfahrzeug der Klasse L7 und hat in punkto Sicherheit deshalb nicht so strenge Auflagen wie normale PKW. Trotzdem statten die Italiener ihr Fahrzeug mit ABS, Airbags und einer Knautschzone vorn aus. Außerdem ist mit Klimaanlage, Touchscreen, Fensterheber und Servolenkung ein gewisser Komfort gesichert.

Da der Yoyo zu großen Teilen aus dem 3D-Drucker stammt, geht XEV von wesentlichen Einsparungen aus: Konkret sollen Entwicklungszeit und Kosten gegenüber der konventionellen Herstellung um 90 Prozent niedriger sein.

Auslieferungen starten Ende 2020

Besonders in China hat der Yoyo viel Aufmerksamkeit erregt, Hersteller XEV plant auch einen Produktionsstandort in Shanghai. Bisher hat das Start-up Standorte in Italien sowie in Hongkong. Jetzt geht es aber erstmal in Europa los, hier starten die Auslieferungen Ende 2020. XEV erwartet, dass die aktuell 30.000 Bestellungen in den nächsten Jahren noch auf 100.000 ansteigen. Für den Vertrieb sollen Showrooms in europäischen Großstädten wie Amsterdam, Brüssel, Hamburg, Stockholm und Kopenhagen entstehen.

Quellen / Weiterlesen

XEY Italy | Unternehemnsseite
Schon 30.000 Bestellungen: Italiener bauen Billig-Elektroauto aus dem 3D-Drucker | EFahrer
XEV: 3D-gedrucktes Auto hat schon 30.000 Vorbestellungen | 3Druck
Ein Elektroauto aus dem 3D-Drucker | Handelsblatt
3D Printed Car Manufacturer XEV Boasts 30,000 Orders | 3DPrint
Bildquelle: © XEV ITALY
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

3 KOMMENTARE

  1. Ziehen wir von den anvisierten VK 8.000€ noch die bis Ende 2021 geltende Innovationsprämie von 3.000€ ab, dann könnte das für viele der ideale Zweit- (Erst-)wagen werden.

  2. Hallo Wänna, ich kann mich deiner Meinung nur anschließen. Solche winzigen Elektroautos passen ideal in Citys wie Hamburg oder München, eventuell auch als gemeinsame Nutzfahrzeuge für Familie und Freunde. Dabei ist es beeindruckend, welche Entwicklung die 3D Drucker Industrie genommen hat. Wenn es wirklich zu Einsparungen von 90% kommen sollte, dann könnten erstmals Autos aus dem 3D Drucker zur ernsthaften Konkurrenz zu herkömmlichen Autos werden. Wir blicken auf eine interessante Zukunft!
    LG Stefan

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