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Das wird deutsche Tesla-Kunden überhaupt nicht freuen: Wenn sie vor dem 6. März ein Tesla Model S gekauft haben und dabei die staatliche Kaufprämie genutzt haben, müssen sie diese zurückzahlen. Das BAFA teilte mit, dass die Rückabwicklung sofort beginnt. Mehrere Hundert Käufer sind betroffen. Tesla verspricht Abhilfe.

War das Tesla Model S nicht lieferbar?

Wie das BAFA erklärt, können Elektrofahrzeuge nur gefördert werden, wenn das jeweilige Basismodell zum Zeitpunkt des Kaufvertrages zu einem Netto-Listenpreis von maximal 60.000 Euro am Markt verfügbar war, also bestell- und lieferbar war. Das sei beim Tesla Model S nicht der Fall gewesen. Im Herbst 2017 hätten sich Hinweise bestätigt, dass das Basismodell des „Tesla Model S“ nicht – wie angeboten – ausgeliefert werden konnte. Deshalb nahm das Amt das Model S im November wieder von der Liste der förderfähigen Fahrzeuge.

Frist für Lösungsvorschlag verstrichen

Seitdem habe man mit Tesla in engem Kontakt gestanden, um eine Lösung zu finden, bei der Kunden keinen Nachteil erleiden. Tesla habe jedoch bis zu Ablauf einer Frist im Juli keinen Vorschlag gemacht, weshalb man die bereits gezahlten Gelder nun zurückfordern müsse. Das BAFA informiert die betreffenden 800 Käufer in den nächsten Wochen schriftlich. Weitere 250 bereits gestellte Anträge wird das Amt ablehnen.

Tesla will Käufern Geld auslegen

Tesla reagierte prompt und kündigte an, die Entscheidung anzufechten. Gleichzeitig kündigte der Hersteller gegenüber Electrek an, betroffenen Käufern die Summe auszulegen, bis eine Lösung gefunden sei. Bei der Kaufprämie gewährt der Hersteller für ein Elektroauto 2.000 Euro Rabatt, weitere 2.000 Euro zahlt der Bund zu.

Hintergrund des Streits ist, dass bei Einführung der Kaufprämie das Model S in der normalen Ausstattung zu teuer und deshalb nicht förderfähig war. Deshalb hatte Tesla den Grundpreis auf 60.000 Euro gesenkt und allerlei Extras in einem Komfortpaket gebündelt, das separat buchbar war. Daraufhin wurde das Model S vom BAFA als förderfähig eingestuft. Schon damals hatten einige dahinter einen Betrugsversuch vermutet. Offenbar ist das BAFA zu dem Schluss gekommen, dass das Model S in der reinen Basisversion ohne diese Extras nicht ausgeliefert werden konnte oder wurde. Tesla bestreitet dies. Der Hersteller wiederum hatte dem Amt vorgeworfen, Tesla bewusst auszugrenzen. Zeitweise habe man sogar eine Beschwerde bei der EU-Kommission in Betracht gezogen.

Model S seit dem 6. März wieder förderfähig

Wer sein Model S nach dem 6. März gekauft hat, kann die Prämie nach wie vor beantragen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das BAFA das Fahrzeug wieder auf die Liste der förderfähigen Fahrzeuge genommen. Der Basispreis muss aber nachweisbar unter 60.000 Euro liegen.

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Quellen / Weiterlesen:
Rückabwicklung des Umweltbonus für „Tesla Model S“ erforderlich | Bafa
Hunderte Kunden müssen E-Prämie zurückzahlen | Spiegel Online
Tesla buyers are asked to pay back €4,000 EV incentive in Germany, Tesla says it will cover cost and fight decision | electrek

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. Mich als Hersteller würde dieses Vogehen echt nerven.
    Mal bist drin, dann doch nicht, dann wieder…
    Die 600Mio an Fördergeldern hätte man besser in Ladesäulen investieren sollen, so mal 10‘000 Stück bauen und dann wäre dieses Argument der nicht-vorhandenen-Lademöglichkeit weg und ich denke, dass die E-Autohersteller dann überrannt worden wären.

    Aber wer jetzt böses denkt, könnte meinen, dass man die Preisobergrenze genau dort ansetzte, damit Tesla grad so nicht in Programm passt. E-Auto Förderung sieht anders aus…

    rog

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